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Regisseur Bernd Böhlich konnte für seine Tragikomödie ein Ensemble bekannter deutscher Schauspieler vor der Kamera vereinen. Der kleine Arthouse-Film ist mit Axel Prahl, Katharina Thalbach oder Herbert Knaup sehr gut besetzt. Das hilft dem gut gemeinten Film jedoch nicht, denn die Tragik der Erzählung kann nicht bis zum Zuschauer durchdringen.
Du bist nicht allein erzählt die Geschichte verschiedener Menschen, die in einer Hochhaussiedlung in Berlin-Marzahn leben. Von Arbeitslosigkeit, Armut und Hoffnungen ist ihr Leben geprägt. Zwei Ehepaare stehen im Mittelpunkt der Erzählung. Als die energiegeladene Jewgenia neben dem Ehepaar Moll einzieht, entdeckt Hans Moll, arbeitsloser Maler, die Liebe neu. Mit kleinen Aufmerksamkeiten macht er der jungen Frau charmant den Hof. Dabei wird er nach und nach zu einem anderen Menschen. Seine Frau indes ist mit Wichtigerem, ihrer neuen Arbeit beim Wachschutz beschäftigt. Sie ist Stolz auf ihren Job und bekommt zunächst nicht viel von dem Wandel ihres Mannes mit.
Böhlich erzählt aber auch die Geschichte des Ehepaares Wellinek, sie eine eher mäßige Schauspielerin, er arbeitsloser Physiker, beide leben getrennt. Beide Paare haben eines gemeinsam: Sie haben viel Zeit, aber keine Perspektive. Sie alle versuchen, ihr Leben neu zu ordnen, ihm einen neuen Sinn zu geben. Die Wege der Vier kreuzen sich immer wieder.
Aus dieser Grundlage hätte ein emotionaler und melancholischer Film werden können. Böhlich gelingt es jedoch nicht, den Charakteren Tiefe zu geben. Durch insgesamt relativ oberflächliche Dialoge kann die Geschichte den Zuschauer nicht erreichen, vieles verkommt in ungewollter Komik, obwohl es eigentlich Ernst gemeint ist. Die Gefühle der Personen sind zu erahnen, lassen aber mehr Fragen offen, als gewollt.
Lange und ruhige Einstellungen ziehen sich durch den Film und sollen die Einsamkeit und Hilflosigkeit der Personen unterstreichen. Das regt zwar zum Nachdenken an, aber im Großen und Ganzen ist es dem Zuschauer irgendwann egal, welches Schicksal die Figuren ereilen wird. So wird die gut gemeinte Tragikomödie, trotz bekannter und guter Darsteller, mehr zur Komödie ohne Tiefgang. |