Fahr zur Hölle, Hollywood Poster

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Fahr zur Hölle, Hollywood

(An Alan Smithee Film: Burn Hollywood Burn, 1998)

Dt.Start: 11. Juni 1998
DVD: 14. Juni 2007
Premiere: 20. Februar 1998 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie
Länge: 86 min Land: USA
Darsteller: Ryan O'Neal (James Edmunds), Coolio (Dion Brothers), Chuck D. (Leon Brothers), Eric Idle (Alan Smithee), Richard Jeni (Jerry Glover), Leslie Stefanson (Michelle Rafferty), Sandra Bernhard (Ann Glover), Cherie Lunghi (Myrna Smithee), Harvey Weinstein (Sam Rizzo), Gavin Polone (Gary Samuels), MC Lyte (Sista Tu Lumumba), Marcello Thedford (Stagger Lee), Nicole Nagel (Aloe Vera), Stephen Tobolowsky (Bill Bardo), Erik King (Wayne Jackson)
Regie: Arthur Hiller, Alan Smithee
Drehbuch: Joe Eszterhas


Inhalt

Regisseur Alan Smithee soll eine große Hollywood-Produktion mit dem Titel "Trio" in Szene setzen, bei der Sylvester Stallone, Whoopie Goldberg und Jackie Chan die Hauptrollen spielen sollen. Doch als die Dreharbeiten beendet sind, beschließt das Studio hinter seinem Rücken drastische Änderungen beim Zusammenschnitt des Films. Smithee ist enttäuscht und will seinen Namen nicht mehr mit dem Projekt in Verbindung gebracht haben. Doch in einem solchen Fall darf in Hollywood nur ein bestimmtes Pseudonym verwendet werden: Alan Smithee. Da sein Name also auf jeden Fall an den Film gebunden wäre, beschließt er, den Film zu stehlen und zu verbrennen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Fahr zur Hölle, Hollywood hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 38%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Kurt Meinicke
Fahr zur Hölle, Hollywood hat eine Wertung von 38%
Mit dieser fiktiven Dokumentation über einen nie erschienen Film beweist Regisseur Arthur Hiller Mut zur Provokation und versucht sich in einer Demontage des Mythos "Hollywood". Die Grundidee über einen Regisseur welcher seinen eigenen Film verbrennt, weil dieser von den Produzenten und anderen Beteiligten dermaßen stark verändert wurde, dass er selbst nicht mehr dazu stehen kann, ist interessant und bietet viel Raum für eine zynische Satire. Leider kann das 1999 als schlechtester Film "ausgezeichnete" Werk aber nicht bis zum Schluss überzeugen und driftet ab der Hälfte immer mehr ins Belanglose und Langweilige ab.

Bild aus Fahr zur Hölle, Hollywood Das Erste, was der Zuschauer bei der Ansicht von Fahr zur Hölle, Hollywood lernt, ist die Bedeutung des Namens Alan Smithee. So heisst es gleich zu Beginn des Films: "Wenn ein Regisseur nicht mehr zu seinem Werk stehen kann und seinen Namen davon entfernen lassen will, so kann er das Pseudonym der Regisseure Hollywoods Alan Smithee eintragen lassen". Auch wenn dies wohl den wenigsten bekannt sein dürfte, so entspricht es dennoch der Wahrheit, womit der Anfang schon einmal das Interesse des Zuschauers weckt. Zusätzlich stellt sich aber hier die Frage: "Was aber passiert, wenn der richtige Name des Regisseurs wirklich Alan Smithee lautet und dieser nicht mehr hinter seinem Werk steht?". Eine mögliche Antwort darauf liefern Regisseur Arthur Hiller (Love Story, Filofax) und Drehbuchautor Joe Eszterhas (Showgirls, Basic Instinct: Neues Spiel für Catherine Tramell) in dieser fiktiven Dokumentation über einen Film der niemals in die Kinos kam, obwohl er fertig gedreht wurde.

Der besagte Film sollte Detective Trio heissen und zum ersten mal Whoopie Goldberg, Jackie Chan und Sylvester Stallone auf der grossen Leinwand vereinen. Als Regisseur verpflichtete man Jemanden, den man leicht kontrollieren kann, denn schliesslich hat man mit drei grossen Stars schon genügend Probleme damit, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Alsbald entschied man sich für den Cutter und Regie-Neuling Alan Smithee (Eric Idle), dem zunächst Honig ums Maul geschmiert wurde, nur um ihm danach seinen Film "wegzunehmen". Nachdem dieser dann aber sein vermeintliches Endprodukt gesehen hat - und er natürlich leider nicht so einfach seinen Namen streichen lassen konnte - entscheidet er sich kurzerhand dazu mit dem Film zu verschwinden. Was folgt, ist ein Zusammenschnitt aus unzähligen Interviews mit Produzenten, Darstellern, sonstigen Beteiligten und Geschädigten, flüchtigen Bekannten und natürlich auch Alan Smithee selbst.

Nach einem sehr gelungenen Anfang, in welchem wir den Trailer zu Detective Trio sehen (welcher übrigens ausschliesslich Explosionen aus Stirb Langsam: Jetzt erst recht beinhaltet), zeigen sich auch schon bald Whoopie, Jackie und "Sly" von ihrer selbstironischsten Seite. Lang und breit geben sie Auskunft über ihre Grundsätze und widersprechen sich dabei nicht selten selbst. Dazu gesellen sich mit der Zeit immer zahlreichere mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten, und alle haben ihre eigene Ansicht zu der ganzen Geschichte. Nahezu jeder zweite gesprochene Satz enthält einen Seitenhieb auf Hollywood oder die Filmindustrie an sich, und die Vorstellungen aller vorkommenden Personen mittels einer Erzählstimme aus dem Off sind in Sachen Ironie und Sarkasmus meist nur schwer zu überbieten. Zwar hat man schon zu Beginn etwas Mühe, den Überblick zu behalten, doch kann dieser Stil des Films trotzdem fesseln und unterhalten... zumindest für die erste knappe dreiviertel Stunde.

Nach dieser ersten Hälfte wirkt Fahr zur Hölle, Hollywood aber plötzlich mehr und mehr wie eine Wiederholung seiner Selbst. Die kritischen Ansätze werden mit gleich bleibenden Inhalten nur noch umformuliert, und der Zuschauer verliert zwangsläufig das Interesse an der ganzen Sache. Auch der einigermaßen überraschende Schluss kann nichts mehr retten, denn dieser ist in seiner Darstellung einfach zu stümperhaft zusammengeschnipselt worden. So kann man am Ende des Films schon eher nachvollziehen, dass dieses Machwerk im Jahre 1999 die Goldene Himbeere als schlechtester Film erhalten hat. Wobei hier aber wiederum festzuhalten bleibt, dass diese Auszeichnung trotzdem übertrieben ist und einem anderen Streifen des selben Jahres hätte überreicht werden sollen, denn so schlecht ist Fahr zur Hölle, Hollywood nun definitiv auch wieder nicht.

Darsteller zu beurteilen, kann man sich bei einer erfundenen Dokumentation getrost sparen, auch wenn Ryan O'Neal als unmenschliches Scheusal und Produzent James Edmunds sicherlich am meisten im Gedächtnis bleibt. Als sehr misslungen muss man den Schnitt des Filmes bezeichnen, welcher auch am meisten dafür sorgt, dass man irgendwann einfach nicht mehr richtig mitkommen kann und will. Der Score ist monoton, aber dafür wenigstens selten zu hören und stört somit nicht weiter.

Man hätte sicherlich mehr aus dieser Idee herausholen können, doch leider entschied man sich hier für Quantität, statt für Qualität. Nichts desto trotz ist der Film nicht uninteressant, und zumindest Cineasten sollten sicher mal einen Blick riskieren. Arthur Hiller hat hier ganz sicher eines: Mut bewiesen, und ein ungeschriebenes Hollywood-Gesetz aufgedeckt... und natürlich liess er es sich nicht nehmen, bei diesem Film seinen eigenen Namen durch Alan Smithee zu ersetzen. Auch wenn der Gesamteindruck eher unterdurchschnittlich ist, man denkt man während des ganzen Filmes in vollem Ernst immer wieder nur eines: Fahr zur Hölle, Hollywood!



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