Auch wenn es sich auf den ersten Blick um eine weitere Liebeskomödie nach altbekanntem Schema handelt, so schafft es Love Stinks dennoch positiv zu überraschen. Hierfür wurden aus mehreren anderen Genrefilmen einzelne Handlungselemente übernommen und auf unkonventionelle Weise miteinander verbunden. Größten Anteil am durchaus gelungenen Gesamtbild hat Hauptdarsteller French Stuart, der mit seiner vereinzelt übertriebenen Art zwar nicht immer realistisch, aber dafür umso komischer den zukünftigen Bräutigam in Not gibt.
Seth ist ein typischer, erfolgreicher Mann in den Dreißigern. Als Autor einer Fernseh-Sitcom und Besitzer eines großen Eigenheims, ist es auch nur logisch, dass er eine Freundin hat. Dennoch fällt ihm an der Hochzeit seines besten Freundes Larry die faszinierende Chelsea auf, welche ihn sehr stark anzieht. Nach den ersten Annäherungen im Anschluss an die Hochzeitsfeier, kommen sich Seth und Chelsea schließlich so nahe, dass beide ihre jeweiligen Partner verlassen um zusammen eine Beziehung aufzubauen. Allerdings ist Chelsea von Anfang an diejenige, welche den Ton angibt und mehr oder weniger offensichtlich Seth in die von ihr gewünschte Richtung drängt. Als ein Jahr später ein heftiger Streit zum Thema Ehe zwischen den beiden ausbricht, ist plötzlich Schluss - oder zumindest scheint es vorerst so. Chelsea ist ab sofort darauf versessen sich für ihre verlorene Zeit entschädigen zu lassen und macht Seth das Leben mehr und mehr zur Hölle. Dieser antwortet jedes mal nach dem Motto "fight fire with fire" und so eskaliert die Situation immer mehr, bis zum überraschenden Finale.
French Stuart (Inspector Gadget 2) verkörpert den Autoren Seth mit viel Charme und zum Teil überdrehtem und doch passenden Witz. In gewissen Situationen ist seine Darstellung sicherlich überspitzt unrealistisch, doch lebt der Humor des Filmes oft auch genau davon. Sein weiblicher Gegenpart wird ebenfalls sehr gut durch Bridgette Wilson (Mortal Kombat, Shopgirl) verkörpert, welche uns genau die Sorte von Ex-Freundinnen vorspielt bei denen man(n) froh ist, sie nicht geheiratet zu haben. Der restliche Cast ist - um es im Stile eines Sportkommentators zu sagen - "zu kurz im Spiel für eine gerechte Beurteilung", doch kann man sagen, dass grundsätzlich keiner wirklich negativ auffällt.
Regisseur und Drehbuchautor Jeff Franklin (zeitweise Regisseur der Fernseh-Serie Full House) vollbringt mit Love Stinks sicherlich keine Wunder. Vielmehr verlässt er sich auf Rezepturen mit Erfolgsgarantie, um mit seinem ersten Kinofilm zumindest nicht zu versagen. Dass man damit keine Preise gewinnt, ist zwar klar, aber für eine Komödie in diesem Genre ist die angewandte Taktik sicherlich als gute Wahl zu bezeichnen: das Werk wirkt rund, in sich geschlossen und schafft es, den Zuschauer bestens - und immer wieder sogar sehr bissig - zu unterhalten.
Ohne zu viel zu verraten, ist Love Stinks eine Mischung aus Der Rosenkrieg und Zickenterror, wobei der Film mit weiblichem Beziehungsterror beginnt und sich dann zum bitteren Beziehungskrieg entwickelt. Zwar ist das alles nicht bahnbrechend innovativ, aber trotzdem sehr unterhaltsam anzusehen, und wer mal wieder Lust auf eine bissige Beziehungskomödie hat, ist bei diesem Werk innerhalb der oberen Mittelklasse sicherlich gut aufgehoben. Und sind wir mal ehrlich: wer hat sich nicht schon ein paar Mal sagen können bzw. müssen, dass Liebe stinkt? Eben! Aber auch, wenn man sich zu den Glücklichen zählen darf, die keinerlei negative Erfahrungen in Liebesdingen über sich ergehen lassen mussten, so stinkt dieser witzige Film trotzdem nicht.