Der bislang recht unbekannte Neuseeländer Glenn Standring beweist, dass er durchaus einen guten Vampirfilm in Szene setzen könnte, wäre da nicht sein schwaches Drehbuch. Dieses bietet zwar ein paar wirklich gute Ideen, die sich allerdings aufgrund ihrer Oberflächlichkeit nie ausreichend entfalten können.
Es gibt im Grunde zwei Arten von Vampirfilmen: Zum Einen die actionlastigen Streifen, wie Blade oder Underworld, und zum Anderen die atmosphärischen Werke, wie beispielsweise Interview mit einem Vampir. Perfect Creature versucht eine Mischung aus beiden Varianten zu sein und stellt sich dabei leider selbst ein Bein.
Seit Jahren leben Menschen und die Bruderschaft der Vampire friedlich Seite an Seite. Während die dunklen Geschöpfe als Ordnungshüter über die menschliche Bevölkerung wachen, spendet diese als kleines Opfer Blut für ihre Beschützer. Es gab noch nie einen Angriff von Vampiren auf Menschen; bis heute! Um einen Krieg der Arten zu verhindern machen sich Vampir Silus und seine menschliche Kollegin Lilly auf, um dem Täter das Handwerk zu legen.
Die Geschichte klingt vielversprechend und auch zu Beginn des Films hat der Zuschauer noch Hoffnung einen tollen Genrefilm zu sehen. Doch leider gibt die Story trotz der guten Ausgangslage viel zu wenig her. Drehbuchautor Glenn Standring beschränkt sich oftmals auf Oberflächlichkeiten und so fehlt es dem Ganzen an notwendiger Tiefe.
Inszenatorisch zeigt Standring jedoch sein Talent. Zwar können die Actionszenen den Streifen aus Hollywood auf keinen Fall das Wasser reichen, aber in Sachen Atmosphäre macht er alles richtig und sorgt für den einzigen Lichtblick des Filmes. Seine düstere Inszenierung fädelt sich irgendwo zwischen Equilibrium und Interview mit einem Vampir ein und kann somit für einige positive Schauwerte sorgen.
Dougary Scott und Saffron Burrows stehen zwar nach Enigma - Das Geheimnis schon das zweite Mal gemeinsam vor der Kamera, jedoch merkt man ihnen das zu keinem Zeitpunkt an. Es fehlt jegliche Chemie zwischen dem Hauptdarstellerduo und auch der restliche Cast hat sich nicht wirklich mit Ruhm bekleckert.
Insgesamt bleibt leider ein eher negativer Gesamteindruck hängen. Potential ist sicherlich genügend vorhanden, jedoch mangelt es der Geschichte an nötiger Tiefe, die neben der atmosphärischen Inszenierung sicherlich einige Punkte hätte einfahren können. So ist Perfect Creature weder Fisch noch Fleisch und nicht einmal für Fans des Genres empfehlenswert.