Das Problem, als afrodeutscher Jugendlicher mitten in Berlin zu leben, steht im Mittelpunkt der Komödie von Armin Völkers. Nicht nur muss er täglich seine Hautfarbe rechtfertigen, sondern hat auch mit pubertären Problemen und seinen verqueren Eltern zu kämpfen. Die gut gemeinte Komödie für mehr Toleranz gegenüber Ausländern verkommt durch völlig überzogene Darstellungen der ethischen und politischen Gruppen zu einer nur mäßig unterhaltsamen Jugend-Komödie.
Leroy ist 16 Jahre alt, wohnt in Berlin Schöneberg und ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines afrodeutschen Vaters. Sein Aussehen ist schwarz, doch ist er als Deutscher in Deutschland geboren und aufgewachsen. Täglich muss er sich gegen sein Äußeres und das damit verbundene Klischee gegenüber Ausländern wehren. Zu allem Übel ist sein Vater ein Erfinder, der ihm mit seinen Einstellungen gegenüber Mobiltelefonen das Leben schwer macht. Als sich Leroy in Eva verliebt, beginnen die Probleme allerdings erst wirklich. Denn Eva hat ein handvoll Brüder, handfeste Skinheads aus einer tiefdeutschen Familie. Das stellt die junge Liebe und die Toleranz zwischen den politischen Ansichten auf eine harte Probe.
Armin Völkers hat es mit seiner Komödie sicherlich sehr gut gemeint. Die Liebesgeschichte zwischen Eva und Leroy nimmt den Großteil der Handlung ein. Ihre langsam entstehende Beziehung wird immer wieder durch Evas Brüder gestört, die es nicht wahrhaben wollen, dass ihre deutsche Schwester sich mit einem Ausländer einlässt. Anfangs nimmt Eva das Verhalten ihrer Brüder gelassen hin, ist sogar davon genervt und nimmt Leroy immer wieder in Schutz. Im Laufe der Zeit nimmt das Handeln ihrer Brüder bedrohliche Formen an, als sie einen Anschlag auf Leroy planen und dabei stattdessen die eigene Schwester verletzen. Das ist dann auch der Wendepunkt im Film, in dem Evas Eltern nach langer Zeit einsehen, dass ihre Söhne gefährlich sind und sich zu Leroy bekennen.
Dieser Wandel ist sehr zu loben, allerdings doch sehr plötzlich. Zudem werden Evas Brüder und Familie völlig überzogen dargestellt. Man mag zu dieser politischen Gesinnung stehen, wie man will, aber Skinheads grundsätzlich als Volltrottel ohne jegliche Bildung abzubilden, entspricht nicht der Realität. Zunächst mag das noch lustig wirken, irgendwann kann man jedoch nur noch den Kopf schütteln.
Seine restliche Freizeit verbringt Leroy vornehmlich mit seinem besten Freund, einem Halbgriechen, mit dem er durch Berlin spaziert und über alle wunden Punkte des Deutschseins spricht: über weiße Ausländer und schwarze Deutsche, das Problem, das Deutsche damit haben, das Wort "Jude" auszusprechen, über Schwarze im Solarium und über die vielen kleinen Anspielungen, die man alltäglich als Ausländer zu hören bekommt. Das ist stellenweise sehr komisch, leider wiederholen sich die Szenen aber immer wieder und der Zuschauer bekommt nicht allzu viel Abwechslung geboten.
Insbesondere das Ende des Films vermittelt zwar Hoffnung, aber ohne jede Glaubwürdigkeit, als sich alle plötzlich als große Freunde sehen und ihre vorherigen politischen Einstellungen über Bord werfen. Es wäre mehr als schön, wenn es im normalen Leben so einfach wäre.
Leroy versucht, Themen wie Rassismus, Gewalt und deutsche Schuldkomplexe kurzweilig, klug und mit erfrischender Leichtigkeit aufzubereiten. Das gelingt nur mäßig und ist im Falle einer Jugendkomödie einfach nicht überzeugend genug.