Regisseur Joel Schumacher bietet mit Falling Down einen sehr starken Film, der von Oscarpreisträger Michael Douglas getragen wird, dem die Rolle des D-Fens zuteil wurde. Leider verhindern insbesondere kleinere Schwächen im zweiten Drittel des Films, dass Falling Down zum Meisterwerk wird.
Michael Douglas ist für seine Rollen in Skandalwerken bekannt: Im Börsenthriller Wall Street spielt er einen geldgierigen, unmenschlichen Broker, im Erotikthriller Basic Instinct einen Detective, der sich auf das Spiel der gefährlichen Catherine Tramell einlässt. Auch Falling Down gehört in diese Reihe, denn mit seiner Figur William 'D-Fens' Foster wird ein scheinbar normaler Bürger in den USA zum Amokläufer, was im Jahre 1993 für ziemlich viel Trubel gesorgt hat.
Falling Down lässt sich nur schwerlich in ein Genre einordnen: Viele behaupten, er sei eine brutale Komödie, andere ein brutaler Thriller. Doch im Grunde ist er keins von beiden: Falling Down ist ein Krimi, der abwechselnd zwischen Bösewicht und Detective hin und her schaltet.
Der Bösewicht ist eigentlich ein ganz normaler Bürger namens William Foster (Michael Douglas), der nur nach Hause fahren möchte. Doch unter glühender Hitze, im endlos lang erscheinenden Stau von L.A. und durch eine nervende Fliege platzt ihm endgültig der Kragen. Er lässt sein Auto mitten auf der Straße stehen und marschiert nun zu Fuß. Auf seinem Wege gerät Foster zufällig in immer gefährlichere Situationen und löst diese mit Hilfe von immer größerer Gewalt. Ein Amoklauf durch die Stadt beginnt, den Detective Prendergast (Robert Duvall) an seinem letzten Arbeitstag beenden will.
Die Idee einen Durchschnittsbürger durch die Stadt zu schicken und ihn dabei immer verrückter werden zu lassen ist genial. So ist Foster nicht der typische Bösewicht: Er möchte weder jemanden verletzen geschweige denn umbringen, denn sein eigentliches Ziel lautet eigentlich nur nach Hause zu fahren bzw. zu gehen. Es ist die Umwelt, die ihn letztendlich zum Amokläufer macht. Dies ist aber nur ein Grund, warum Foster niemals an Sympathie verliert. Viel stärker wiegt die Tatsache, dass der vermeintliche Amokläufer nicht einmal so ganz Unrecht hat, wenn er sich über seine Umwelt beschwert. Denn wen stört es beispielsweise nicht, dass ein Verkäufer extrem unfreundlich reagiert und zudem der Produktpreis auch noch völlig überteuert ist? Oder wer ärgert sich nicht, wenn die Burger in Fastfood-Restaurants so aussehen, als ob sie jemand platt getreten hätte?
Doch Falling Down hat auch einige Schwachpunkte, die leider ein wenig an seiner Klasse zehren: Ein Problem besteht in dem Charakter von Foster. So ist der scheinbare Durchschnittsbürger in Wirklichkeit gar keiner, sondern neigte schon früher zu Gewaltausbrüchen, was seinem eigentlich doch so unbefleckten Charakter schadet und ihn eben nicht als "normal" erscheinen lässt. Des Weiteren stört teilweise der Plot um Detective Martin Prendergast. So ist es nicht der hervorragend spielende Robert Duvall, der das Filmvergnügen trübt, sondern die teils zu lang geratenen Szenen, die die Spannung zwar nicht erheblich, aber immerhin auch nicht vernachlässigbar verringern. Auch zu kritisieren ist das Ende, so hätte man die letzte Szene besser weglassen und nach dem grandiosen "Falling Down" den Abspann einleiten sollen, denn hier wäre weniger tatsächlich mehr gewesen.
Insgesamt bietet Schumacher zwar aufgrund der eben genannten Einwände kein Meisterwerk, doch sollte man sich trotzdem nicht täuschen: Falling Down ist ein sehr starker Film, der ungemein gut unterhält und zum Nachdenken anregen kann. Dies alles wird getragen von zwei bravourös spielenden Hauptdarstellern, die sich in Nichts nachstehen. Man muss sogar den exzellent gewählten Filmtitel loben: So ist es nicht nur das psychische, sondern auch das physische "Herunterfallen", was bei Falling Down zur Geltung kommt. Doch eine Frage bleibt nach dem Film: War die Fliege im Auto schuld?