Die Schriftstellerin Jane Austen ist mit Romanen wie "Stolz und Vorurteil" oder "Sinn und Sinnlichkeit" berühmt geworden. Ihre Bücher sind bereits mehrmals verfilmt worden, doch an Austens Leben hat sich bisher noch niemand herangetraut. Regisseur Julian Jarrold fasst sich nun ein Herz und bringt einen Ausschnitt aus dem Leben der Autorin auf die Leinwand. Das in Irland gedrehte Biopic ist ein echter Frauenfilm zum Mitfühlen und Mitschmachten geworden.
Die junge Jane Austen glaubt fest an die wahre Liebe. Doch ihre Eltern sähen die hübsche Tochter am liebsten in einer Versorgungsehe, die den Familienunterhalt sichert; im England des Jahres 1795 die übliche Praxis für eine junge Frau. Doch als die 20jährige Jane dem attraktiven, jungen Iren Tom Lefroy begegnet, wecken dessen Intellekt und Arroganz ihre Neugier; Janes Welt gerät aus den Fugen. Die junge Frau steht erst am Anfang ihrer Karriere. Kann sie es sich leisten, die Avancen des Neffen der reichen Lady Gresham zurückzuweisen, der Autorität ihrer Eltern zu trotzen und sich über sämtliche gesellschaftliche Konventionen hinweg zu setzen?
Anne Hathaway verkörpert Jane Austen, obwohl sie sich diese Rolle anfangs nicht zugetraut hat. Eine bessere Besetzung hätte Regisseur Jarrold allerdings nicht finden können. Hathaway passt von ihrem äußeren Erscheinungsbild genau in die damalige Zeit. Aber nicht nur sie ist glaubwürdig, auch James McAvoy als Tom Lefroy ist äußerst sympathisch. Seine verschmitzte Art und seine liebenswerten Versuche, sich Jane zu nähern, erinnern an das jungenhafte großer britischer Schauspieler wie Hugh Grant.
Klar ist, dass der Film eindeutig für Frauen gemacht ist. Man muss Austens Romane nicht kennen, um an dem Biopic Freude zu haben. Durch die wunderbaren Landschaften und die darin perfekt eingebettete Liebesgeschichte wird man automatisch in eine Romanwelt versetzt. Leider zeigt der Film nur einen sehr kleinen Ausschnitt aus Austens Leben und dabei sicherlich nicht den entscheidensten. Schön wäre es gewesen, wenn ein wenig mehr auf Austens Weg von der kleinen Schriftstellerin hin zur berühmten Autorin eingegangen worden wäre.
Auch ist die Verfilmung nicht ganz so überzeugend und mitreissend gelungen, wie die letzte Romanverfilmung von Stolz & Vorurteil mit Keira Knightley. Wer allerdings diesen Film liebte, wird auch mit Geliebte Jane seine Freude haben.