MovieMaze-Home
NewsFilmeChartsStarsTrailerWallpaperPosterForumSpecialsSuche
filmarchivaktuell im kinovier wochen vorschaucoming soonpodcastsuche

  
 Poster zu 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage vergrößern

Film-Seite zu 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
Trailer zu 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
Poster zu 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
Offizielle Seite
PDF zu 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage

(4 luni, 3 saptamini si 2 zile, 2007)

Dt.Start: 22. November 2007 Premiere: 17. Mai 2007 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 16 Genre: Drama
Länge: 113 min Land: Rumänien
Darsteller: Anamaria Marinca (Otilia), Laura Vasiliu (Gabita), Vlad Ivanov (Domnu Bebe), Alexandru Potocean (Adi), Ion Sapdaru, Teodor Corban, Tania Popa, Cerasela Iosifescu, Doru Ana, Eugenia Bosânceanu, Marioara Sterian, Adi Carauleanu, Ion Grosu
Regie: Cristian Mungiu
Drehbuch: Cristian Mungiu


Inhalt

Zusammen mit ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Otilia spielt die schwangere Gabita mit dem Gedanken einen illegalen Engelmacher namens Mr. Bebe aufzusuchen. Die Tatsache dass Abtreibungen zur Zeit der Ceausescu Ära in Rumänien illegal sind und mit hohen Gefängnisstrafen geahndet werden, macht die ohnehin schon heikle Angelegenheit nicht gerade einfacher. Doch nach vier Monaten, drei Wochen und zwei Tagen Schwangerschaft wird die Entscheidung schließlich gefällt und Otilia mietet ein billiges Hotelzimmer, wo die Abtreibung stattfinden soll.
Shopping-Box
DVDs zu 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage Poster & Merchandise
zum Film
4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film


Kritik

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage hat eine Wertung von 85%
Dem Gewinner der Goldenen Palme der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes gelingt es durch seine authentische und ergreifende Umsetzung der Geschichte einer jungen Frau, die sich in einem totalitären Regime einer illegalen Abtreibung unterzieht, seine Zuschauer zu bewegen und sich mit einem auch heutzutage noch kontrovers diskutierten Thema auseinander zu setzen.

Bild aus 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage ist das erste Werk eines geplanten Filmzyklus mit dem Titel "Tales from the Golden Age", in dem der rumänische Regisseur Cristian Mungiu (Lost and Found) das Leben der Menschen im kommunistischen Regime unter dem Diktator Ceausescu anhand von persönlichen Einzelschicksalen zeigen möchte. Dieser erste Film erzählt die Geschichte der jungen Studentin Gabita, die sich im fünften Monat ihrer Schwangerschaft zu einer illegalen Abtreibung entschließt. Unterstützt wird die schüchterne und verängstigte Frau von ihrer Freundin Otilia, die sich um die organisatorischen Einzelheiten des Unterfangens kümmert und ihrer Studienkollegin in dieser schwierigen und emotional belastenden Situation zur Seite steht. Beide Frauen müssen Gabitas Vorhaben mit einem hohen Preis bezahlen, da zu dem mit einer Abtreibung in diesem Stadium der Schwangerschaft einhergehenden medizinischen Risiko für die Mutter und der enormen psychischen Belastung einer solchen Entscheidung, sowie der stets präsenten Angst, dabei erwischt und juristisch belangt zu werden, noch eine weitere, unvorhergesehene Schwierigkeit hinzu kommt: Bebe, der Mann der die Abtreibung in einem kleinen Hotelzimmer durchführen soll, gibt sich angesichts des fortgeschrittenen Alters des ungeborenen Babys mit der im Vorfeld ausgemachten Geldsumme als Bezahlung nicht zufrieden und fordert von beiden Frauen sexuelle Gefälligkeiten bevor er zur Tat schreitet.

Cristian Mungiu, Autor und Regisseur dieser bewegenden und einnehmenden Geschichte erzeugt mit seiner schnörkellosen Inszenierung eine sehr realistische Darstellung und erreicht dabei einen so hohen Grad an Authentizität, dass der Film über weite Strecken eine fast schon schmerzliche Unbehaglichkeit aufkommen lässt. Die meisten Szenen bestehen aus nur einer einzigen, teilweise minutenlangen Einstellung, wodurch auf Dauer eine gewisse klaustrophobische Stimmung entsteht. Die observierende Kamera ist immer ganz nah am Geschehen, bereit jede noch so unangenehme Einzelheit einzufangen, ohne dabei jedoch so etwas wie Voyeurismus aufkommen zu lassen. Einzige Ausnahme stellt vielleicht die Nahaufnahme des toten Fötus nach der erfolgreichen Abtreibung dar, mit der Mungiu ein wenig von seiner innerhalb des Films etablierten Inszenierung abweicht und auf eine sehr plumpe und vollkommen unnötige Art und Weise zu schockieren versucht. Auffällig ist auch das vollkommene Fehlen jeglicher musikalischer Untermalung, was ebenfalls einen erheblichen Beitrag leistet, den Anspruch auf größtmöglichen Realismus zu erfüllen. Nicht zu vergessen die überzeugenden Leistungen der Schauspieler, allen voran die der Hauptdarstellerin Anamaria Marinca, die mit einer besonderen Natürlichkeit aufwartet und der es gelingt, den internen Kämpfen ihrer Figur weniger durch Dialoge, sondern vor allem durch ihre hervorragende Mimik, Gestik und Körperhaltung, sowie ihre Handlungen, Ausdruck zu verleihen.

Bemerkenswert ist auch der Umgang des Films mit dem Thema Abtreibung an sich. Selbst in der heutigen Zeit und in unserer offenen und toleranten Gesellschaft ist dieses Thema immer wieder Gegenstand hitziger Debatten und kontroverser Diskussionen. Die verschiedenen Meinungen, Einstellungen und Standpunkte könnten unterschiedlicher nicht sein, spielen hier doch neben medizinischen, religiösen und ethischen noch eine Vielzahl weiterer Gesichtspunkte eine große Rolle. 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage nimmt sich dieses Themas an, jedoch ohne zu werten. Wir Zuschauer kennen Gabitas Vorgeschichte nicht, wissen nicht, wie es zu ihrer Schwangerschaft kam und werden auch in Bezug auf die persönlichen Gründe, die zu ihrer Entscheidung geführt haben, das Kind nicht behalten zu wollen, vollkommen im Dunkeln gelassen. Es liegt am Zuschauer selbst, sich mit der durch die Geschichte dieses Films aufgeworfenen Thematik zu beschäftigen, sich eigene Gedanken zu machen, einen persönlichen Standpunkt für sich zu definieren. Dass 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage hier konsequent jegliche Stellungnahme verweigert, sein Publikum zwar zum Nachdenken anregt, jedoch in keinerlei Richtung zu manipulieren versucht, ist vielleicht eine der größten Stärken dieses großartigen Films.

von Thomas Brendel


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
21 Gramm
Dt. Start: 26. Feb 2004
Vorschlag entfernen
Sturm
Dt. Start: 10. Sep 2009
Vorschlag entfernen
 
 
 

© 2010 MovieMaze.de