Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen Poster

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Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen

(Ten Canoes, 2006)

Dt.Start: 09. August 2007 Premiere: 19. März 2006 (Festival, Australien)
FSK: ab 12 Genre: Abenteuer
Länge: 91 min Land: Australien
Darsteller: Crusoe Kurddal (Ridjimiraril), Jamie Gulpilil (Dayindi/Yeeralparil), Richard Birrinbirrin (Birrinbirrin), Peter Djigirr, Peter Minygululu, Frances Djulibing (Nowalingu), David Gulpilil, Johnny Buniyira, Michael Dawu, Julie Djelrr, Madeline Gaykamangu, Valerie Malibirr, Rico Pascoe
Regie: Rolf de Heer, Peter Djigirr
Drehbuch: Rolf de Heer


Inhalt

Lange Zeit vor der Ankunft des weißen Mannes lebte das Volk der Ramingining ungestört in den Sümpfen Australiens. Für den jungen Jäger Dayindi ist die Zeit gekommen, da er zum ersten Mal mit den Anderen auf Enteneierjagd gehen darf. Da er die jüngste der drei Frauen seines älteren Bruders begehrt, erzählen ihm die Stammesältesten eine alte mythische Geschichte, um ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen. Sie handelt von einer falschen Liebe, Rache, Kidnapping und Hexerei.
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Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
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Kritik

von Harald Witz
Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen hat eine Wertung von 70%
Die Verlockungen des Weibes und die edlen Beweggründe der Männer - selbst im australischen Busch ist die Menschheit nicht davor gefeit. Rolf de Heer erzählt in der sympathischen Ethno-Komödie Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen von archaischen Leben und von augenzwinkernden Aborigine-Legenden.

Bild aus Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen Für Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen interessieren Rolf de Heer die aktuellen Probleme oder der Rassismus der weißen Siedler allerdings nicht. Das hat er bereits an anderer Stelle getan. Hier erzählt er drei verschlungene Legenden aus den Arafura-Sümpfen, die augenzwinkernd viele ungeahnte Einblicke in die Kultur der Ureinwohner geben. Ein Erzähler (David Gulpilil), humoristisch eindeutig mit Mick Dundee verwandt, führt uns 1000 Jahre zurück in die Vergangenheit: Eine Gruppe von Ureinwohnern baut sich aus Rindenstücken zehn Kanus, um in den Sümpfen zu jagen. Dabei erfährt der Anführer, dass sein junger unverheirateter Bruder wegen seiner drei Ehefrauen eifersüchtig ist. Also erzählt er ihm die Legende von Ridjimiraril (Crusoe Kurddal) aus grauer Vorzeit, dessen jüngerer Bruder Yeeralparil (Jamie Gulpilil) ebenfalls in Ridjimirarils jüngste Frau (Cassandra Malangarri Baker) verliebt ist. Doch nach dem seltsamen Auftauchen eines Fremden im Dorf verschwindet Ridjimirarils mittlere und liebste Frau (Frances Djulibing), so dass die Männer gezwungen sind, in der Wildnis und bei den Feinden nach ihr zu suchen. Der vermutete Frauenraub führt zur Krise in der kleinen Gemeinschaft und letztlich zu einem Mord sowie Ridjimirarils Tod...

Liebevoll inszeniert der Holländer Rolf de Heer seine archaischen Geschichten, für die er durchweg auf Laiendarsteller zurückgriff. Anders als viele intellektuelle Exkurse auf kulturellem Neuland verzichtet de Heer auf den ernsthaften Einführungskurs in "Aborigines für Anfänger". Viel lieber konterkariert er die Erwartungen der Zuschauer, in dem er die Erzählkodices ins Lächerliche zieht. Erhabenheit und Ehrfurcht sowie der ernsthafte Umgang mit den Mythen und Legenden der australischen Ureinwohner erhalten hin und wieder kumpelhafte Erzählschubser, der zur Lockerheit aufrufen. Die Verweise auf die moderne Ellenbogengesellschaft gibt es obendrein umsonst.

Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen ironisiert das ganze Genre des Ethno-Kinos, das mit Exotik und kulturellen Neuheiten kokettiert, um anschliessend mit wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit doch nur eine kommerzielle Geschichte zu erzählen. De Heer setzt diesem die schlichte Existenz der Aborigines entgegen, die ohne prunkvollen Besitz und Glamour auskommt und trotzdem Zufriedenheit entwickelt.

Daraus erarbeitet der Regisseur einfühlsam und unterhaltsam seine charmante Komödie der Simplizitäten, die ein ums andere Mal erstaunt und zum Nachdenken anregt, ohne zu fordern. Die Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen dürften auch außerhalb des kleinen Zirkels der Ethno-Interessierten punkten können.



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