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Angel - Ein Leben wie im Traum(Angel, 2007)
| Dt.Start: |
09. August 2007
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Premiere: |
17. Februar 2007 (Berlinale, Deutschland) |
| FSK: |
ab 6
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
119 min
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Land: |
Frankreich, UK, Belgien |
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Darsteller:
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Romola Garai (Angel), Charlotte Rampling (Hermione), Lucy Russell (Nora Howe-Nevinson), Michael Fassbender (Esmé), Sam Neill (Théo), Jacqueline Tong, Janine Duvitski, Christopher Benjamin (Lord Norley), Jemma Powell (Angelica), Simon Woods, Alison Pargeter (Edwina), Seymour Matthews (Doctor), Tom Georgeson (Marvell), Una Stubbs, Rosanna Lavelle (Lady Irania) |
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Regie:
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François Ozon |
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Drehbuch:
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Martin Crimp, François Ozon |
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Inhalt
England, 1905: Die aus armen Verhältnissen stammende Schriftstellerin Angel Deverell wird durch den Verleger Theo entdeckt und landet mit ihrem ersten Roman einen Bestseller. Mit dem folgenden Aufstieg in die Oberschicht und dem Einzug in den eigenen Landsitz erfüllt sie sich schließlich ihren Lebenstraum. Doch als sie sich in den erfolglosen Maler Esmé verliebt, beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen dem Leben in der High Society und der Welt, aus der sie ihr Leben lang zu fliehen versucht hatte. |  |
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Leben als Traum, Traum als Leben - Ein junges Mädchen im viktorianischen England entflieht ihrem kargen Leben, in dem sie ihre Sehnsüchte zu einem Bestseller verarbeitet. Fortan hat sie die Mittel, die Unbillen des Lebens schlicht zu ignorieren. Das französische Regiegenie Francois Ozon hadert in seinem Literatur-Porträt Angel - Ein Leben wie im Traum mit der Realität. Die Zuschauer hadern mit.
Das großherrschaftliche Anwesen "Paradise" ist der Fluchtpunkt für alle Träume der jungen Angel Deverell (Romola Garai). Die Arbeit im Krämerladen der Mutter ist ihr ebenso verpönt wie der Gang in die Schule, wo sie durch ihre ausschweifende Fantasie eher nervt denn brilliert. Ihre ehrgeizigen Träume und Wünsche ergießt sie in einen illustren Liebesroman, der ihr zu einer rasanten Karriere im spätviktorianischen Zeitalter verhilft. Der Londoner Verleger Theo (Sam Neill) erkennt das eskapistische Potenzial der Novelle und ihrer naiv-verträumten Fortsetzungen. Angel wird reich und berühmt. Bald kann sie selbst ins vornehme "Paradise" einziehen und wähnt sich in demselben, als sie sich in den erfolglosen Maler Esme (Michael Fassbender) verliebt, den Bruder ihrer Verehrerin und Sekretärin Nora (Lucy Russell). Geld und Erfolg können nur Wünsche erfüllen und nicht das Leben ersetzen. So bleiben Rückschläge nicht aus. Doch zunächst kann Angel kraft ihrer literarischen Fantasie den unbehaglichen Wirklichkeiten wie dem Tod der Mutter oder die Flucht des Gatten in den Krieg trotzen. Sie ignoriert sie einfach, in dem sie literarisiert...
Queen Victorias Lieblingsautorin Marie Corelli diente als Folie für Elizabeth Taylors Roman von 1957. Das französische Regiegenie Francois Ozon hat darin die bevorzugten Elemente seiner Werke entdeckt und läßt in seinem lustvollen Kostümdrama Angel - Ein Leben wie im Traum mehr denn je Träume, Sehnsüchte und Wünsche mit einer unbarmherzigen Realität zusammenprallen. Und mehr als je zuvor hadert Ozon mit der Ohnmacht der Menschen, dieser Realität letztlich nicht (!) ausweichen zu können. Die offensichtliche Zuneigung, die er dem Dickkopf seiner Hauptfigur Angel (Romola Garai) entgegenbringt, lässt den Schluss zu, wie sehr er ihr und all den Figuren seines Schaffens den Triumph über die Unbillen des Schicksals gönnen würde. Dafür nimmt Ozon in Kauf, dass weder die begabte Autorin noch eine andere Figur dieses Dramas wirklich sympatisch ist. Dafür erzählt er mit viel Finesse vom Aufstieg und Ruhm einer Frau, die es lange schafft, alles um sie herum ihren Träumen unterzuordnen. Niemand, nicht ihr unglücklicher Mann und nicht ihre Vertraute, kann Angels wahrgewordenen Träumen widerstehen. Fast zärtlich führt Ozon die Zuschauer durch seine niemals anbiedernde Inszenierung. Wenn Angel letztlich doch nur einen verlustreichen Guerillakrieg führt, um ihre ganz eigene (Vorstellung von der) Welt gegen die Bitterkeiten des Lebens zu verteidigen, steht Ozon eher auf ihrer als auf der Seite der Zuschauer. Deshalb gönnt er ihr auch die Selbstinszenierung ihres Todes als melodramatischen Moment, der lange damit zögert, das finale/letale Faktum zu akzeptieren.
Insgesamt bleibt Angel - Ein Leben wie im Traum trotz des unerhörten Aufwandes an visueller Pracht sperrig und widerborstig. Ozons vielleicht unzugänglichstes Werk entwickelt aber aufgrund seiner präzisen Inszenierung trotzdem eine gehörige Faszination, so dass nicht nur seine Fans auf ihre Kosten kommen sondern auch Neugierige, denen ein Leben wie Angel wie ein Traum vorkommt. |  | | von Harald Witz |

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