Die Teaser waren zum Brüllen, die Freude groß einen weiteren Geniestreich im Stile von Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding zu sehen, doch leider fehlt es dem Drehbuch an der nötigen Reife und auch die Inszenierung lässt mehr als nur zu wünschen übrig. Einige gute Gags und die gelungen Cameos können das Ganze leider auch nicht mehr aus dem Mittelmaß hieven.
Mit kaum vorhandenem Budget und zum Großteil nur in einem Videoladen spielend, drehten die beiden Freunde Daniel Acht und Ali Eckert vor drei Jahren diese Komödie. Da werden natürlich Erinnerungen an Kevin Smiths Erstling Clerks - Die Ladenhüter wach, dessen Entstehungsgeschichte sich ähnlich liest. Doch auch in Sachen Story und Charakterzeichnung könnte man Video Kings wohl am ehesten als dessen deutsche Variante bezeichnen.
Der Cineast Flo arbeitet mit seinem etwas unterbelichteten Kumpel Hotte zusammen in einer schäbigen Videothek, die bald an eine große Kette verkauft werden soll. In seinem Leben läuft alles schief, bis er sich in eine Kundin, welche seine Filmvorlieben teilt, verliebt. So setzt er nun mit Hotte alles daran, die Frau seiner Träume zu erobern und richtet dabei ein noch größeres Chaos an als er je gedacht hätte.
Dass die Geschichte sichtlich von Clerks - Die Ladenhüter inspiriert ist, stört den Zuschauer nicht weiter, da das Szenario im Grunde genügend Material für einen eigenständigen Film liefert. So sind auch immer wieder positive Ansätze in Sachen Humor zu sehen, doch größtenteils verzetteln sich die Macher beim ernsten Teil des Filmes, der in Sachen Dialoge und Charakterentwicklung schlimmer nicht hätte geschrieben sein können.
Inszenatorisch muss man Eckert und Acht ganz klar die rote Karte zeigen! Ihre Inszenierung versucht ein Mix aus Peter Thorwarths und Kevin Smiths Filmen zu sein, was aber gehörig in die Hose geht. Nie will der Charme der Unna-Filme rüber kommen und spätestens bei den dilettantischen Filmanspielungen schlägt sich jeder Zuschauer die Hände über dem Kopf zusammen.
Bei den Darbietungen sind ebenfalls gravierende Unterschiede erkennbar. Während die beiden Ladenhüter Fabian Busch und Wotan Wilke Möhring noch ordentliche bis gute Leistungen abliefern, kann man bei Akteuren wie Peter Thorwarth (der lieber bei der Regie bleiben sollte) und Monica Nancy Wick nur Verzweifeln. Am Besten gefallen hierbei jedoch noch die kleinen selbstironischen Cameos von Til Schweiger und Badesalz die ihre Kollegen trotz ihres kleinen Auftritts locker in den Schatten stellen können.
Alleine durch Guten Willen muss noch lange kein guter Film entstehen. Während Kevin Smith gerade durch sein gutes Drehbuch, dessen Dialoge und seinen einzigartigen Humor viele Fans gewinnen konnte, gelingt es Eckert und Acht nie auch nur ansatzweise mit ihrem großen Vorbild Schritt zu halten. Viel zu groß sind die Schwächen im Drehbuch und der Inszenierung, als dass mehr als ein mittelmäßiger Gesamteindruck zurückbleiben könnte.