|
Mandy Lane hat es nicht einfach. So muss die Frau mit gutem Musikgeschmack, auf der Flucht vor einem genretypischen Killer, durch wundervolle Landschaften hetzen und dabei noch eine möglichst gute Figur machen. Dass dabei ihre Mitschülerinnen nur blass aussehen können, stört die Macher scheinbar nicht weiter, ebenso wenig, dass überraschend wenig Blut vergossen wird.
Ein Festivalhit der Extraklasse ist dieser Film von Jonathan Levine. Seit seiner Weltpremiere auf dem Toronto Filmfest wurde diese Reminiszenz an das 70er-Jahre-Slasher-Kino nicht nur von Festival zu Festival herum gereicht, sondern auch das Publikum nahm den Film sehr wohlwollend auf. Kein Wunder also, dass Senator Film diesen Streifen zu seiner Autobahn Filmreihe auserkoren hat, welche schon Highlights wie Hard Candy oder Brick hervorbrachte.
Mandy Lane. Untouched, pure. Since the dawn of junior year men have tried to possess her, and to date; all have failed. Some have even died in their reckless pursuit of this angel. Mit diesen Worten wird Titelheldin Mandy Lane den Schulneulingen beschrieben. Um bei Mandy Lane landen zu können, plant Red mit seinen Freunden ein Wochenende in einem Ferienhaus. Doch nicht die Abfuhr unserer Titelheldin erweist sich als größte Gefahr, sondern ein Killer, der es auf die feiernde Teeniegesellschaft abgesehen hat.
Obwohl von vielen Seiten als ein ganz besonderer Horrorfilm beschworen, kann man diese Lobhuldigungen inhaltlich nicht nachvollziehen. So entpuppt sich der Horrorslasher als 08/15-Vehikel, dem jegliche Spannung abhanden kommt. Mit dem Finale kann sich Drehbuchautor Jacob Forman zumindest ansatzweise rehabilitieren, obwohl dieses Ende das Publikum sicherlich spalten wird.
Eines muss man den Machern jedoch zu Gute halten: Sie wissen wie man einen Horrorfilm optisch gut in Szene setzen kann. Durch einen hervorragenden Soundtrack, einer grobkörnigen Bebilderung, passenden Landschaftsaufnahmen, sowie einer atmosphärisch dichten Inszenierung wird hier das Maximum herausgeholt, auch wenn die gerade bei den Genrefans so wichtigen Kills mehr als nur enttäuschend sind.
Dass Regisseur Jonathan Levine seine Figur Mandy Lane liebt, merkt man in jeder Sekunde: Wie er seine perfekt besetzte Hauptdarstellerin Amber Heard in Szene setzt ist schon fast den Augen eines Verliebten gleich zu setzen. So neigt auch der Zuschauer schnell zu Schwärmereien. Doch leider entpuppt sich das gleichzeitig auch als Schwäche des Filmes, denn neben ihr verblassen jegliche weiteren Charaktere und Darstellerleistungen.
So ist All the Boys Love Mandy Lane zwar Eye-Candy pur, hat jedoch nichts Neues im Genrebereich zu bieten. Dennoch schafft er es, dank der bezaubernden Amber Heard und der wirklich beachtlichen Inszenierung, weitestgehend zu unterhalten und hebt sich somit zumindest in diesem Bereich ein wenig vom Genreallerlei ab. |