Dr. Uwe Boll ist vor allem durch seine Computerspielverfilmungen und seinen Ruf als kontroverser, permanent aneckender Regisseur bekannt. Für Schwerter des Königs - Dungeon Siege stand ihm immerhin ein namhaftes Schauspielerensemble und ein Budget von 60 Millionen Dollar zur Verfügung. Dass dieses alleine aber noch lange keinen guten Film macht, dafür tritt er leider selbst den Beweis an.
Man kann von Dr. Uwe Boll halten was man will. Fakt ist, seine Filme werden in kleinen Schritten besser, jedes seiner Werke ist auf seine eigene Art einzigartig und während Seed beim Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lässt, ringt Schwerter des Königs - Dungeon Siege ihm nur ein leises Lächeln ab. Aber dazu später mehr.
Basierend auf dem Fantasy-Rollenspiel "Dungeon Siege", erzählt der Film die Geschichte eines Rüben-Bauern (Jason Statham), der von allen immer nur Farmer genannt wird und im Königreich Ehb wohnt. Während sich der hinterhältige Herzog Farrow (Matthew Lillard) mit dem nach Macht strebenden Zauberer Gallian (Ray Liotta) zusammen tut, um König Konreid (Burt Reynolds) vom Thron zu stoßen, geht Farmer seiner alltäglichen Feldarbeit nach. Als eine Gruppe Krugs, die durch Gallians Kräfte in brutale Krieger verwandelt wurden, seinen Sohn umbringen und seine Frau Solana (Claire Forlani) entführen, sagt Farmer ihnen den Kampf an. Zusammen mit Bastian (Will Sanderson) und Norrick (Ron Perlman) will er ihnen das Handwerk legen. Auch der König, der erkennen muss, dass der Verrat aus den eigenen Reihen kommt, erklärt den Krugs den Krieg. Aber erst als der Hofmagier Merick (John Rhys-Davies) ein altes Geheimnis lüftet und Farmer sich mit der Armee des Königs, Muriella (Leelee Sobieski) und den Baum-Amazonen zusammen tut, haben sie gegen Gallian und seine Armee, eine reelle Chance.
Trotz beeindruckendem Cast und einer sehr aufwendigen Produktion, schafft es das Fantasy-Epos nicht, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Das liegt aber nicht nur an den Spezial-Effekten, die im Vergleich zu anderen Fantasystreifen wie Der Herr der Ringe eher blass aussehen. Auch nicht an der Stuntarbeit von Tony Ching, der immerhin schon bei Hero und House of Flying Daggers gezeigt hat, dass er sein Handwerk versteht (aber was machen Ninjas in einem Ritterfilm?). Vielmehr ist es die kaum spannende und wenig Besonderes bietende Geschichte, die den Zuschauer enttäuschen wird. Die Schlachten hingegen sind ansehnlich und wer Prügelszenen mag, wird definitiv nicht zu kurz kommen.
Von den unsagbar schlechten Dialogen und den sehr vorhersehbaren Ereignissen einmal abgesehen, fehlen der Geschichte ein packender Spannungsbogen und nachvollziehbare Motivationen. Keiner scheint sich wirklich um ein gutes Drehbuch gekümmert zu haben. Dabei ist das doch, neben bekannten Darstellern, der Grundfeiler einer guten Produktion, die die Zuschauer in die Kinos treibt. Auch die teilweise sehr eigenwillige Schnitttechnik, mit der zwischen den verschiedenen Handlungsorten hin und her gesprungen wird, schadet mehr, als sie nutzt.
Liegt es vielleicht auch ein ganz kleines bisschen an den Schauspielern? Jason Statham, der bereits in The Transporter oder Crank bewies, dass er sich mit ungewöhnlichen Heldenfiguren auskennt, ist neben Ron Perlman (Hellboy) bedauerlicher Weise das einzige Glanzlicht des Films. Leider schafft es der sonst so spaßige Matthew Lillard nicht, mit seiner überzogenen Darstellung des machtsüchtigen, etwas gestörten Königsneffen, wenigstens die Lacher auf seine Seite zu ziehen und wenn Leelee Sobieski (Wicker Man - Ritual des Bösen) in die Rüstung steigt, weckt sie in Kennern von Jeanne d'Arc - Die Frau des Jahrtausends unweigerlich negative Erinnerungen. John Rhys-Davies (The Ferryman) möchte man hingegen am liebsten wieder in eine andere Dimension sliden lassen und Ray Liotta (Battle in Seattle) hat man mit Burt Reynolds (Deal) noch nie so unbeholfen platt eine Figur spielen sehen. Neben den technischen und dramaturgischen Schwachstellen, scheint auch das Herzblut der Darsteller zu fehlen.
Aber auch wenn Schwerter des Königs - Dungeon Siege im Vergleich zu Die Legende von Beowulf oder Der Goldene Kompass eine etwas anspruchslose Kinounterhaltung bietet, kann man hinterher wenigstens noch darüber reden und diskutieren.