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Tell

(Tell, 2007)

Dt.Start: 22. November 2007
DVD: 24. Juli 2008
Premiere: 04. Oktober 2007 (Schweiz)
FSK: ab 6 Genre: Komödie
Länge: 96 min Land: Schweiz, Deutschland
Darsteller: Mike Müller (Wilhelm Tell), Axel Stein (Val-Tah), Christian Tramitz (Rudolf der Harras), Ellenie Salvo González (Sissy), Udo Kier (Hermann Gessler), Michael Kessler (Friedrich Schiller), Lea Hadorn (Heidi), Max Rüdlinger (Walter Fürst), Erich Vock (Konrad Baumgarten), Albert Tanner (Werner Stauffacher), Gardi Hutter (Helvetia), Esther Gemsch (Elsbeth), Herbert Leiser (Stüssi), Kristina Walter (Theresia), Charly Hübner (Kurti)
Regie: Mike Eschmann
Drehbuch: Jürgen Ladenburger


Inhalt

Wilhelm Tell ist kein besonders starker oder mutiger Mann, aber trotzdem ein Nationalheld, der sich mitten im Chaos aus Hofintrigen, Pannen und fehlgeleiteter Vaterlandsliebe immer bewährt hat. Eigentlich ist Tell gebürtiger Österreicher, der schon immer den Wunsch hegte, Schweizer zu werden. Mit dem Geld, das er mit seiner Geschäftspartnerin Heidi für ein Schönheitselixier, das ewige Jugend verspricht, verdient, will er seinen Traum endlich wahr werden lassen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Tell hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 48%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Kurt Meinicke
Tell hat eine Wertung von 48%
Nachdem Mike Eschmann in Achtung, fertig, Charlie! versuchte, die Schweizer Rekrutenschule durch den Kakao zu ziehen, nahm er sich nun dem eidgenössischen Volksmythos Nummer eins an und drehte mit Tell eine weitere durchzogene Komödie. Zwar sind dieses Mal ein paar bekannte Namen dabei, aber trotzdem will der Film das Zwerchfell bei weitem nicht oft genug stimulieren, weswegen der Zuschauer am Ende den Saal mit gemischten Gefühlen verlässt. Die Idee aus Tell einen Österreicher auf der Jagd nach dem Schweizer Pass zu machen, ist nicht schlecht und bietet Raum für viele lustige Ideen, aber in Sachen Ausführung müssen sich die Macher diverse Vorwürfe gefallen lassen.

Bild aus Tell Gerade erst ist Mike Eschmanns Hip-Hop-Drama Breakout in der Schweiz auf DVD erschienen und schon folgt sein nächster Streich Tell bevor 2008 dann sein erster Deutscher Film Ausbilder Schmidt in den Kinos starten wird. Gemäss seinen eigenen Aussagen, verfolgt er mit der aktuellen Komödie über den helvetischen Volkshelden das Ziel, allen klar vor Augen zu halten, dass Tell ein Mythos und keine geschichtliche Figur ist (was auch heute noch immer viele glauben). Deswegen hat er sich ganz klar und weit von Schillers Vorlage entfernt und wirft einfach noch schnell bekannte Namen, wie "Sissi" oder "Heidi", in den Film-Fondue-Topf um dies noch zu unterstreichen. Ja, Herr Eschmann neigt zu realitätsverachtenden Übertreibungen, aber dies macht er ja offenbar zumindest aus Überzeugung. Bleibt abzuwarten, ob und wie sehr diese Meinung vom Kinopublikum nachvollzogen werden kann.

Doch eins nach dem anderen: Tell (Mike Müller) ist zwar in der Schweiz aufgewachsen, hat aber keinen Schweizer Pass. Als Österreicher wird er 1291 von den Gründervätern der Eidgenossenschaft dazu überredet, als Saboteur in der Burg des Gesslers (Udo Kier) tätig zu werden. Dafür wird ihm dann der Schweizer Pass versprochen, welchen er sich bisher eigentlich mittels Verkauf eines Schönheitstranks zusammensparen wollte. Dieses Wundermittel funktioniert jedoch natürlich nicht, und als sich auch noch seine Geschäftspartnerin Heidi zwecks Brustvergrösserung mit dem ganzen bisher verdienten Geld in Richtung Italien aus dem Staub macht, willigt er ein, als echter Österreicher getarnt das Vertrauen der Unterdrücker zu erschleichen. Auf dem Weg dorthin rettet er dem Eskimo Val-Tah (Axel Stein) das Leben und wird diesen deswegen nicht mehr los: gemäss altem Eskimo-Brauch, muss Val-Tah nun ihm das Leben retten bevor er weiterziehen darf. In der Burg angekommen, verliebt sich Tell sehr bald in die schöne Sissi (Ellenie Salvo Gonzalez) und wird dadurch immer wieder von seinem Vorhaben abgelenkt. Hinzu kommt, dass eben diese Sissi des Gesslers Tochter ist, welcher wiederum seiner rechten Hand Rudolf dem Harras (Christian Tramitz) deren Hand versprochen hat, sobald die Burg vor möglichen Angriffen der Schweizer geschützt ist.

Bei einer solchen, abstrusen Handlung könnte man im Grunde genommen ein riesiges Gagfeuerwerk erwarten. Leider bleibt dies aber weitestgehend aus und man muss sich mit einzelnen, durch den ganzen Film verteilten, gelungenen Witzen zufrieden geben. Dafür ist hauptsächlich die lahme Inszenierung verantwortlich, welche immer wieder an die kürzlich erschienenen Filme eines gewissen Sven Unterwaldt Jr. (7 Zwerge - Männer allein im Wald und Siegfried) erinnert: Oft dauert es zu lange, bis eine Pointe endlich ausgesprochen wird, weswegen viele Gags gar nicht richtig zünden können. Ausserdem ist die Erzählstruktur alles andere als optimal und so wird dem Zuschauer immer wieder viel zu früh klar, in welche Richtung es nun weitergehen wird. Als wäre das nicht genug, so ist die oftmals übertriebene Orchester-Untermalung dermassen laut, dass man die Dialoge nicht verstehen kann. All dies hätte ohne grösseren Aufwand vermieden werden können, doch leider bleiben die Kulissen und Kostüme das Gelungenste am ganzen Film und hier sieht man auch, wofür der grösste Teil des Budgets verwendet wurde. Positiv hervorheben kann man aber dennoch mehrere humoristische Einlagen, denn immer wenn es um Wirtschaft, Europapolitik und die Schweizer Neutralität geht, ist die so sehr erhoffte Bissigkeit dann doch noch vorhanden, und vermag somit dem Zuschauer das eine oder andere Lachen zu entlocken.

Den Darstellern darf man hier grundsätzlich keine Vorwürfe machen und eher gute Noten verteilen, denn wirklich schlecht gespielt hat keiner von ihnen. Vor allem Axel Stein (Kein Bund für's Leben) ist immer wieder für einen Lacher gut und auch Michael Kessler (Neues vom Wixxer) weiss als zerstreuter Friedrich Schiller zu gefallen. Mike Müller (Mein Name ist Eugen) spielt den Tell genauso routiniert, wie Christian Tramitz (Der Schuh des Manitu) den Harras, wobei man hier sagen muss, dass es hin und wieder etwas zu routiniert wirkt. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch irgendwie lustig, ist Udo Kiers (Bloodrayne) Verkörperung des Hermann Gessler, welcher sich am liebsten mit Frisuren aller Art beschäftigt und ansonsten hauptsächlich depressiv in die Welt blickt.

Wenn der Abspann vorbei ist, hat man hier einen durchschnittlichen Film gesehen, welcher sein grosses Potential oftmals dilettantisch verschenkt. Das ganze erinnert an eine Ex-Freundin mit welcher man sich zwar immer gut verstand und schöne Zeiten erlebt hat, aber trotzdem trauert man ihr nicht wirklich nach. Was man dem Werk jedoch zugute halten muss: es zeigt, dass auch die Schweizer über sich selbst lachen können und dies mitunter sogar gerne machen. Wer also mal eine etwas andere Herangehensweise an "den Tell" erleben möchte, muss sich nicht schämen diesen Film im Kino anzusehen... doch sollte man nicht den goldenen Schuss erwarten, denn der Pfeil wurde hier - genau, wie im Film - mit der Armbrust knapp am Apfel vorbei geschossen.



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Dt. Start: 25. März 2004
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