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Max Minsky und Ich

(Max Minsky und Ich, 2007)

Dt.Start: 06. September 2007
DVD: 07. März 2008
Premiere: 06. September 2007 (Deutschland)
FSK: o.A. Genre: Romanze, Familie
Länge: 94 min Land: Deutschland
Darsteller: Zoe Moore (Nelly Sue Edelmeister), Emil Reinke (Max Minsky), Adriana Altaras (Lucy Bloom Edelmeister), Jan Josef Liefers (Benny Edelmeister), Monica Bleibtreu (Risa Ginsberg), Susanna Simon (Melissa Minsky), Rosemarie Fendel (Frau Goldfarb), Hildegard Alex (Frau Lewi), Ralph Misske (Direktor), Walter Hötte
Regie: Anna Justice
Drehbuch: Holly-Jane Rahlens


Inhalt

Die 13-jährige Nelly ist in allen Fächern bis auf Sport ein absolutes Ass. Als sie sich in den Prinzen Edouard von Luxemburg verliebt, der zufälligerweise Schirmherr eines Basketballturniers ist, setzt sie alles daran in Basketballteam zu kommen. Hierzu macht sie einen Deal mit Sportskanone Max Minsky, der in allen anderen Fächern eher unterdurchschnittliche Leistungen bringt und seinerseits etwas Nachhilfe bitter nötig hat,
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Max Minsky und Ich hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Max Minsky und Ich hat eine Wertung von 75%
Ein Bücherwurm und viele Probleme: Nelly könnte auf einem Basketballturnier ihren Traumprinzen kennenlernen, ist aber eine Niete im Sport. Also macht sie einen Deal mit Max Minski, der ihr Tricks mit dem Ball beibringen soll. Doch so handelt sie sich Ärger mit dem Hebräischlehrer, der Mama, dem Schuldirektor und ihrer Intimfeindin Ivonne ein. Und just als sie denkt, eine Lösung gefunden zu haben, wird alles noch viel schlimmer... Anna Justice verfilmt Holly-Jane Rahlens preisgekrönten Teenager-Roman Max Minsky und Ich als flotte Teenkomödie ohne Berührungsängste vor schweren Themen. Unterhaltsam, sensibel und fantasievoll.

Bild aus Max Minsky und Ich Gute Geschichten vom schleichenden Übergang ins Teenager-Dasein sind rar gesät. Die Wilden Hühner sind bereits verfilmt, und selbst Die wilden Kerle haben's in vier Teilen bis ins Milchbart-Stadium geschafft. Da kommt Holly-Jane Rahlens' preisgekrönter Teenroman "Prinz William, Maximilian Minsky und ich" aus dem Jahr 2003 gerade recht. Allerdings ist das Werk durchaus kräftig beladen: Coming of Age, Schwärmerei, Schulstress, Elterntrennung und darüberhinaus auch noch jüdisches Leben in Deutschland.

Das hat Regisseurin Anna Justice aber nicht davon abgehalten, den Stoff für die Leinwand als Max Minsky und Ich zu bearbeiten. Dass es sich gelohnt hat, davon können sich nicht nur die Fans des Romans sondern auch alle anderen Zuschauer nun im Kino überzeugen. Aus den abenteuerlichen Verwicklungen im Leben der 13-jährigen Träumerin und Streberin Nelly Sue Edelmeister (Zoe Moore) hat Frau Justice eine feine Teenkomödie gemacht, die trotz vieler Ecken und Kanten leicht, dank ihrer guten Darsteller sogar einfühlsam und stark wirkt:

Nelly interessiert sich nur für die Schule, ihre Astronomie und Prinz Edouard von Luxembourg, einem schnicken Blaublüter aus der Regenbogenpresse. Soweit geht ihre Anhimmelei, dass sie ihre Tagebucheintragungen als Briefe an den "lieben Edouard" verfasst und neben ihren Postern von Galaxien und Sternnebel immer noch Platz für ein Bild mit seinem Konterfei hat. Ihre Träume schwanken zwischen Reisen durchs Universum und Dates mit diesem blonden Prinz Wunderhold. Als sie eines Tages herausfindet, dass Edouard Schirmherr eines Internationalen Schüler-Basketball-Turniers in Luxembourg ist, an dem ihre Schule teilnimmt, ist sie elektrisiert. So könnte sie ihren Traumprinzen tatsächlich kennenlernen! Dummerweise ist sie in Sport im Allgemeinen und besonders in Basketball eine totale Niete. Anders als ihre tumbe Intimfeindin Ivonne, die sie deswegen brutal hänselt. Da entdeckt sie in der Nachbarschaft Max Minsky (Emil Reinke), der mit seiner Mutter Melissa (Susanna Simon) gerade von München nach Berlin umgezogen ist. Der grantelige Max braucht dringend Nachhilfe, was für Nelly ein Klacks wäre. Im Gegenzug könnte er ihr doch Basketball in Form eines Crashkurses beibringen, damit sie die Aufnahme ins Schulteam schafft.

Doch Nellys feiner Plan kriegt frühzeitig Risse, denn der widerspenstige Max ist nur an Nellys Bezahlung für die vermeintlichen Nachhilfestunden interessiert statt am Lernen. Nelly soll sogar seine Hausaufgaben machen. Dann ist da noch die Sache mit dem Hebräisch-Unterricht, den Nelly wegen ihrer bevorstehenden Bat Mizwa besuchen muss. Max und Nelly üben den ganzen Nachmittag und so kommt sie entweder zu spät oder gar nicht zum Unterricht, was den Rabbi bald zu einem Tobsuchtsanfall verleitet. Nelly ist das egal, denn mit Religion hat sie nichts am Hut. In ihrem Kopf schwirren nur noch Luxembourg und Edouard herum. Doch dann fängt Musiker-Papa Benny (Jan Josef Liefers) mit Max' Mama Melissa eine Affäre an, weshalb Mama (Adriana Altaras) ihn aus der Wohnung schmeisst. Plötzlich dreht sich die Welt um Nelly schneller, als sie verkraften kann. Aus den kleinen Notlügen erwachsen nun echte Probleme. So hat die fiese Ivonne vom Hausaufgaben-Deal Wind bekommen und schwärzt die beiden beim Direktor an. Jetzt wissen nicht einmal Großtante Risa (Monica Bleibtreu) und ihre Freundinnen (Rosemarie Fendel, Hildegard Alex) einen Rat...

Wie aus einem kleinen bebrillten, schüchternen Mädchen ein starkes "Girlie" wird, das und vieles mehr erzählt Anna Justice. Getragen von einer starken Zoe Moore gelingt die vielschichtige Betrachtung jugendlicher Befindlichkeiten, ohne zu irgendeiner Sekunde belehrend zu wirken. Dank liebevoller Macken und Probleme bleibt das unterhaltsam-spannende Werk immer so authentitisch wie fantasievoll.

Gerade im letzteren Punkt gibt sich Regisseurin Anna Justice besondere Mühe, wenn sie Nellys Träume durch feine Bilder illustriert und sie darüberhinaus als Erzählerin einsetzt. Dafür nimmt man auch gerne einige Simplifikationen in Kauf, die anders in den 99 Minuten nicht zu lösen sind, wie zum Beispiel die Trennung der Eltern. Ganz besonders gelungen ist die oft als exotisch empfundene Darstellung der jüdischen Kultur als Teil des deutschen Alltags. Sie sorgt durch die verschiedenen Gespräche zwischen den Generationen für eine ganz besondere und für erhellende Note, die nicht einfach Versöhnung sondern vor allen Dingen Selbstverständlichkeit ausstrahlt.

Anna Justice gelingt es für Max Minsky und Ich genau das richtige Flair zu entwickeln, um die Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen ihres Zielpublikums transparent und um die "blöden Reaktionen" der Erwachsenen verständlich zu machen. Das schafft sie vor allem deshalb, weil die "kleine" Zoe Moore sich als perfekte Reflexionsfläche für alle Mädchen erweist. Dank ihrer Leistung erhält die Teenkomödie die Glaubwürdigkeit, die sie braucht, um alle Probleme und alle Lösungen, soweit möglich, authentisch darzustellen. Damit gesellt sich Moore zu ihrer Kollegin Michelle von Treuberg aus Die Wilden Hühner und die Liebe, die eine ähnliche Integrationskraft besitzt. Von beiden möchte man gerne mehr sehen.



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Dt. Start: 05. Apr 2007
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