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Yella

(Yella, 2007)

Dt.Start: 13. September 2007
DVD: 16. Mai 2008
Premiere: 14. Februar 2007 (Berlinale, Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 88 min Land: Deutschland
Darsteller: Nina Hoss (Yella), Devid Striesow (Philipp), Hinnerk Schönemann (Ben), Burghart Klaußner (Dr. Gunthen), Barbara Auer (Barbara Gunthen), Christian Redl (Yellas Vater), Selin Barbara Petzold (Dr. Gunthens Tochter), Wanja Mues (Sprenger), Michael Wittenborn (Schmitt-Ott), Martin Brambach (Dr. Fitz), Joachim Nimtz (Prietzel), Peter Benedict (Friedrichs Anwalt), Peter Knaack (Insolvenzverwalter), Thomas Giese (Kassierer)
Regie: Christian Petzold
Drehbuch: Christian Petzold


Inhalt

Nach dem Scheitern ihrer Ehe mit Ben kehrt Yella ihrer Heimat Wittenberge den Rücken zu und versucht in Hannover einen Neuanfang. Dort lernt sie Philipp, den Manager einer Privat Equity-Firma, kennen und ist von der schnellen und hochmodernen Welt der Risiko-Kapitalanlagen beeindruckt. Zunächst wird sie Assistentin des zielstrebigen aber manipulativen Managers und schließlich kommen sich die beiden auch privat näher. Doch obwohl sie glücklich ist, kommen immer wieder Erinnerungen an die Vergangenheit in ihr hoch, die durch Bens plötzliches Auftauchen noch verstärkt werden.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Yella hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Yella hat eine Wertung von 70%
Im heftigen Ehestreit stürzen Yella und ihr Mann mit dem Wagen in den Fluss. Ein unwürdiger Abschluss für eine gescheiterte Ehe. Yella flüchtet zurück in den Westen, um ein neues Leben anzufangen und trifft in einem Hotel auf den Manager Philipp, der für eine Private Eqiuity-Firma das schnelle Geld an Land zieht. Doch je mehr Yella in ihrem neuen Leben aufgeht, desto stärker steigt in ihr die Vergangenheit wie kaltes Flußwasser auf. Christian Petzold schliesst seine lose Gespenster-Trilogie mit dem traumesken Drama Yella ab und erzählt von Hoffnungen, Enttäuschungen und einem illusorischen Leben auf der Überholspur.

Bild aus Yella Alles beginnt mit einem Unfall. Bei einem wilden Streit fährt Ben (Hinnerk Schönemann) den Wagen über die Brücke in die Fluten. Yella (Nina Hoss) wollte ihn verlassen und so sein Unglück vervollständigen. Firma pleite, Geld weg, Ehe futsch. Doch die frustrierte Yella rafft sich auf, lässt Wrack und Mann zurück und fährt zum Vorstellungsgespräch über die Elbe in den Westen nach Hannover. Doch das dringend benötigte Jobangebot ist ein Flop, trotz ihrer buchhalterischen Kompetenz. Bevor sie aber aus dem Hotel auscheckt, trifft sie auf Geschäftsmann Philipp (Devid Striesow). Sein Job ist es, für ein Private Equity-Unternehmen in klamme Unternehmen zu investieren und über den Tisch zu ziehen. Und Yella bewährt sich bei einem Auftritt als seine Assistentin. Unruhig reisen die beiden in der Umgebung von Termin zu Termin, feilschen um Hunderttausende und spielen sich als Bonnie & Clyde des Venture Capitals auf. Doch zunehmend fühlt sich Yella unwohl. Immer öfter fühlt sie, wie die Vergangenheit wie kaltes Flußwasser in ihr aufsteigt. Wärme findet sie nur bei dem unsteten Philipp, der den Druck seiner Tätigkeit am Rande der Legalität selbst kaum aushält. Schliesslich taucht auch noch Ben im Hotel und verlangt ihre Rückkehr. Yella flüchtet endgültig in die Arme von Philipp, wohl wissend, dass diese Liebe keine Zukunft hat. Die Vergangenheit holt sie unerbittlich ein...

Mit Yella vervollständigt Christian Petzold seine lose Gespenster-Trilogie. Wie in Die Innere Sicherheit und Gespenster muss sich auch hier eine Frau mit den Dämonen der Vergangenheit auseinandersetzen. Vor dem Hintergrund eines kalten globalisierenden Kapitalismus zeichnet er höchst präzise Menschen, denen Gefühle gerade zu unanständig vorkommen, weil man sie nicht finanziell quantifizieren kann. Ihre Abstinenz kompensieren sie durch emotionale Eruptionen, die diese Lebensart ad absurdum führen. Nach Terrorismus und Entführung legt Petzold die Folie des Neoliberalismus hinter die Ereignisse, die er einmal mehr voller Fallstricke erzählt. Erneut schickt er verlorene Seelen durch ein Labyrinth, das die Zuschauer zunächst nicht wahrnehmen und erst spät mit einiger Perplexität akzeptieren müssen. Zwischen zwei starken und doch völlig aufgelösten Männern steht eine verunsicherte Frau, die zaghaft das Heft des Handelns endlich in die eigene Hand nimmt. Dabei wird weder ihr noch den Zuschauern die Leere ihrer Existenz bewußt und wie unnütz dieses Stemmen gegen das Schicksal ist.

Nina Hoss darf in der Titelrolle endlich einmal zeigen, dass sie zu Außergewöhnlichem fähig ist. Ihr melancholisches Spiel einer Verletzten und Verletzbaren trägt das Drama bis in die Schlußminuten fast alleine, auch wenn Devid Striesow mit einer ebenso feinen Darstellung aufwartet. Erneut entpuppen sich Realität, Wünsche und Hoffnungen bei Petzold als trügerisch. Seine vom Leben verabschiedeten Gestalten, diese ahnungslosen Gespenster in einer kühlen Petzold-Realität, sind nicht Herr ihres Schicksals sondern Marionetten einer hintergründigen Regie. Das funktioniert als literarische Fabel tadellos. Als filmische Erzählung wirkt Yella dagegen letztlich fast wie ein Betrug. Finesse, kühle Präzision und zärtliches Mitleid mit den Figuren in der Inszenierung nützen nichts, wenn der Zuschauer den finalen Kniff nicht akzeptiert.

Yella erweist sich trotz der Raffinesse als ein unhandliches Stück Kino, das viel bietet, aber auch viel einfordert. Man sollte darauf gefasst sein.



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Vier Minuten
Dt. Start: 01. Feb 2007
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