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Nachdem sich Kevin Bacon erst kürzlich in Death Sentence - Todesurteil auf Rachefeldzug begeben hat, ist es nun Jodie Foster, die im Stile von Ein Mann sieht rot den Tod eines Familienangehörigen rächt. Ist man von Foster bisher solide bis sehr gute Kost gewohnt, so wird man bei diesem Thriller leider bitter enttäuscht. Zu unglaubwürdig und konstruiert erscheint die bekannte Story.
Erica Bain arbeitet als Radiomoderatorin in New York. Als sie und ihr Verlobter David auf offener Straße brutal überfallen werden und David stirbt, ist ihr Leben nicht mehr dasselbe. Fortan muss sie, durch das traumatische Erlebnis gezeichnet, mit steter Angst und Panik zurechtkommen. Erst eine Schusswaffe kann ihr das Gefühl von Sicherheit geben und sie fasst den Entschluss, im Alleingang auf Rachefeldzug zu gehen. Jede Nacht zieht sie los, um den Mörder ihres Mannes zu finden und trifft dabei auf weitere Gewalttäter, die sie zur Rechenschaft zieht.
Davon einmal abgesehen, dass es taktisch recht unklug ist, fast zeitgleich zwei Filme mit fast identischer Story zu starten, schneidet Fosters Film im Vergleich zu Death Sentence - Todesurteil auch wesentlich schlechter ab. War man bei Kevin Bacon noch gespannt, wie er sich in einer bis dato eher ungewohnten Rolle geben wird, so erscheint eine Frau in der gleichen Story von vornherein als unglaubwürdig. Foster vermag es nicht, die Figur der Erica glaubwürdig zu spielen. Dass sie durch das Erlebte traumatisiert ist, ist nachvollziehbar, wie sie dann aber nur durch eine Waffe in der Hand über Nacht zur knallharten Rächerin mutiert, ist nicht realistisch. Der angebliche Wandel der verängstigten Frau hin zur auf der Basis der Gerechtigkeit mordenden Frau ist absolut nicht nachvollziehbar. Zudem ist die Story ungeheuer moralisch aufgezogen. Nach dem Motto: Jeder der etwas Böses tut, muss dafür büßen, schießt sie alles um, was ihr fragwürdig erscheint. Dass ihr dann auch noch ein Polizist zu Hilfe kommt, der solches Handeln ja eigentlich verhindern sollte, raubt dem Film die letzte Spur an Wahrheit.
Nach der Tragikkomödie Breakfast on Pluto hatte man sich von Neil Jordans neuem Film wieder viel Tiefgründigkeit und eine gute Story erhofft. Diese Punkte wird man in dem jetzigen Psychothriller allerdings vergeblich suchen. |