|
Nur allzu selten kommt es vor daß man einen Film zu sehen bekommt, in dem eine tiefe Seele ruht, der eine so dermaßen sehr gut umgesetzte Vision in sich birgt, daß ihn eine magische Aura umgibt,ein Zauber der verbindet und den Zuschauer ganz offen und ehrlich in seine Arme schließt. The Crow - Die Krähe ist ein solcher Film. Erschreckend deutlich ist dem Regisseur seine Vision gelungen. Er hat eine kleine Welt geschaffen in die man hinabtaucht und für die Dauer der Geschichte gefangen ist (gefangen im positivsten Sinne). Der Film hat sehr viele verschiedene Komponenten die allesamt erwähnenswert sind: da wären zum einen die schrecklich schön schrecklichen Häuserschluchten einer Stadt die alles und jeden in ihrer Düsterheit verschlingt. Selten war Schwarz derart atmosphärisch und nie zuvor so poetisch. Grandiose Optik also, sehr eigenständig und an sich unverwechselbar, einmalig.
Die Geschichte an sich: laut, hart und an manchen Stellen vielleicht sogar Gewalt bejahend, aber immer ausgehend vom tiefen Glauben an Gerechtigkeit und wahre Liebe. Viele werden schreien das Selbstjustiz falsch sei aber erstens ist das Ganze ja schließlich nur Fiktion, nur ein Film und zweitens steht die Gewalt hier nur als optische Symbolik für den eindeutigen Glauben an wahrer Liebe. Ganz erstaunlich schafft es der Regisseur die einfache Aussage und die im Grunde monotone Plotline spannend und abwechslungsreich zu gestalten. Der Hauptdarsteller: Brandon Lee ist mit dem Glück (leider für viele Schauspieler auch gleichzeitig Fluch) gesegnet worden, die Rolle seines Lebens spielen zu dürfen (das bezieht sich natürlich nicht auf seinen Tod während der Dreharbeiten, sondern einfach darauf, daß es niemand sonst derart gut hätte spielen können). Seine Bewegung, sein Blick, seine tragende Stimme: alles zerfließt zu einer gemeinsamen Philosophie. Und er bleibt trotz all der vulgären Brutalität seiner Rache in den Augen des Betrachters immer ein Poet auf der Suche nach der Erfüllung seiner Liebe. Wirklich erstaunlich wie bedingungslos er in der Rolle aufgeht und aus dem Grinsen des Todes, der Fratze des Sterbens, ein alles verzeihendes Lächeln macht. Trotz der Tatsache daß er sich konsequent durch den Film metzgert, hält man und hofft man immer für ihn, steht auf seiner Seite und ist erstarrt vor seiner übermenschlichen Präsenz. Lee spielt alles und jeden an die Wand und selbst der eigentlich schaurig exessive BadGuy (unbedingt mal die Originalstimme anhören) kommt in seiner ekelhaft guten Überzeugung nicht richtig zur Geltung.
The Crow - Die Krähe ist ein exzellenter Film: düster morbid auf der einen und todesromantisch auf der anderen Seite, mal beeindruckend brutal, dann wieder faszinierend mystisch. Der Film ist in seiner Inszenierung visuell visionär gelungen und versteht es zu entführen, zu faszinieren und zu erschrecken: Kino at its best. |