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Fußball- bzw. Sportfilme im Allgemeinen sind derzeit im Trend. Nach dem Sommermärchen kam das Wintermärchen, jetzt kommt Frei:Gespielt. Der Abschied und der Karriereweg von Mehmet Scholl, einem der beliebtesten deutschen Fußballer, werden von dieser Dokumentation anhand der letzten 48 Profi-Stunden portraitiert. Dabei legt man viel Wert auf Interviews und weniger auf Fußballszenen, was dem Film zwar Tiefe verleiht, ihn gleichzeitig aber nur für Fans des Straßenfußballers interessant macht.
Als Bayern-Fan hat man ihn geliebt, denn 15 Jahre FC Bayern so unbeschadet zu überstehen ist wahrhaftig meisterlich. Aber auch Fans von anderen Clubs (sogar von dem Erzrivalen TSV 1860 München) hatten Respekt und Anerkennung für Mehmet Scholl übrig. Nicht nur seine durch viele Verletzungen und Rückschläge geprägte Karriere, sondern auch seine Art Fußball zu spielen, machte ihn zu einem absoluten Publikumsliebling.
Trotz all dem Rummel blieb Mehmet nach wenigen Jahren des Bravo-Ruhms zunehmend im Hintergrund und entzog sich den Medien mehr und mehr. Vielleicht auch deswegen konnte er eine so lange Zeit in dem "Haifischbecken FC Bayern München" überleben. Die Dokumentation Frei:Gespielt nimmt nun die letzten Stunden vor dem Abschiedsspiel Scholls zum Anlass den Ausnahmefußballer nicht nur zu interviewen, sondern seine gesamte Karriere näher zu beleuchten.
Da der Film kaum Fußball-Szenen aufweist, werden sich ausschließlich die Fans des Straßenkickers für die gut 100 Minuten begeistern können. Sehr Interview-lastig werden nicht nur Scholl selbst, sondern auch Freunde und Bekannte, wie Uli Hoeneß, Susi Hoeneß, Harald Schmidt und andere - die man sich manchmal auch getrost hätte sparen können - befragt. Im Gesamten wird die sehr wechselhafte und wohl einzigartige Karriere aufgerollt und mit Scholls Kommentaren und Äußerungen gefüttert.
Leider bleibt gerade Scholls schwarzer Humor, den die Fans so sehr lieben, auf der Strecke. Zu ernste Fragen und zu wenig "Anekdoten" werden angesprochen, sodass der Zuschauer nach einer guten Stunde etwas genervt auf die Uhr sieht, wie lange die Rede-Arien noch dauern werden. Hier hätte man vielleicht doch mehr Filmmaterial von seinen Spielen oder eben auf seine äußerst witzigen Äußerungen eingehen sollen. Erst gegen Ende, wenn das letzte Profi-Spiel gegen Mainz 05 angepfiffen wird, entspannt sich der Zuschauer und genießt die letzten Minuten dieses wahrhaftig einzigartigen Fußballers. |