|
|
 |
 |
 |
 |
 |
Schwarze Schafe(Schwarze Schafe, 2006)
| Dt.Start: |
30. August 2007 DVD: 29. Mai 2008
|
 |
Premiere: |
19. August 2006 (Festival, UK) |
| FSK: |
ab 18
|
Genre: |
Komödie |
| Länge: |
94 min
|
Land: |
Deutschland |
|
Darsteller:
|
Jule Böwe (Charlotte Heinze), Robert Stadlober (Breslin), Tom Schilling (Julian), Marc Hosemann (Boris Wecker), Eralp Hüseyin (Ali), Richard Hanschmann (Halil), Oktay Özdemir (Birol), Kirk Kirchberger (Fred), Daniel Zillmann (Arnold), Milan Peschel (Peter Harminsky), Jenny Deimling (Daniela Köhler), Robert Lohr (Stefan Köhler), Michael Kinkel (Volker Dietl), Barbara Kowa (Nadja), Bruno Cathomas (Roger), Marie-Helene Echard (Edna), Anna Victor Wemakor (Lilit) |
|
Regie:
|
Oliver Rihs |
|
Drehbuch:
|
Thomas Hess, David Keller |
|
 Inhalt
Fünf durchgeknallte Episoden zeichnen ein Sittengemälde von Berlin - dem "Las Vegas der Subkulturen": Während Ali, Birol und Halil nur Sex im Kopf haben, muss sich die Fremdenführerin Charlotte Heinze mit arroganten Wessis und ihrem betrunkenen Freund Peter herumärgern. Schönling Boris Wecker verzweifelt derweil an seiner Liebe zu einer Vogue-Redakteurin. Fred und Arnold fällt es schwer korrekte Satanisten zu sein, während sich Breslin und Julian irgendwo zwischen Selbstverwirklichung und Revolution verzetteln. |  |
|
Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Florian Lieb
Inzwischen hat man auch in Deutschland gelernt, seine Filme unabhängig zu produzieren, um sich kreativer Eingriffe zu erwehren. Daher verzichtete auch Regisseur und Co-Autor Oliver Rihs auf Fördermittel für Schwarze Schafe, für den er Schauspieler wie Robert Stadlober, Tom Schilling und Marc Hosemann frei von Bezahlung gewinnen konnte. So entstand dieses Potpourri von fünf Episoden, die sich um finanzschwache Berliner Randgruppen - schwarze Schafe halt - drehen. Dass Rihs dabei gelernter Grafikdesigner ist, sieht man dem Film an. Hauptsächlich in Schwarzweiß gedreht, wechselt er bisweilen zu ausgeblichenen oder kräftigen, szenisch eingesetzten Farben. Der unabhängigen Produktion verdankt sich dann vermutlich auch die mannigfaltige Einbindung etwaiger Körperflüssigkeiten, von Erbrochenem bis Kot. Wer den Humor des Films aber nur darauf beschränkt, tut ihm sicher Unrecht. Zwar handelt es sich hierbei fraglos um kein Meisterwerk, dennoch sind die Episoden interessant und ungewöhnlich für einen deutschen Film inszeniert, Schwarze Schafe als Ganzes dabei schön kurzweilig und für seine Verhältnisse ein respektables Stück Film.
Kritik
von Markus Ostertag
Die Einen mögen es für Kunst halten, doch Kunst entsteht im Kopf des Zuschauers und wenn dieser sich von unappetitlichen und sinnlos extremen Szenen abwendet, dann bleibt - Nichts! Schwarze Schafe will provozieren und nutzt hierfür die deutsche Hauptstadt mit ihren Möglichkeiten für Versager und Asoziale. Dass man den Zuschauer aber nicht nur schocken, sondern auch unterhalten muss, scheinen die Macher nicht bedacht zu haben.
Schwarze Schafe erzählt seine Geschichte in fünf einzelnen Handlungssträngen, die zwar die gleiche Ausgangsposition haben, aber - auch wenn der Regisseur das anders sieht - ansonsten keinerlei Berührungspunkte besitzen. Das etwas gekünstelte Abwechseln einzelner Szenen aus diesen Handlungssträngen hilft zwar die aufkommende Langeweile ein wenig zu zähmen, aber ansonsten scheint man sich keine Gedanken über diese Inszenierungsweise gemacht zu haben.
"Humor" ist in allen Äußerungen der Schauspieler, des Regisseurs und der sonstigen Beteiligten ein häufig benutztes Wort. Als Zuschauer frägt man sich allerdings im Laufe des Films immer mehr, ob der Humor noch kommt oder die Macher etwas anderes unter dem Begriff verstehen. Allerdings muss man zugeben, dass die Furz- und Rülpswitze, die sich in amerikanischen Teenie-Komödien etabliert haben, auch eine ganz eigene Humor-Definition haben und man daher die Aussagen der Verantwortlichen hier eventuell nachvollziehen kann. Ohne dieses Verständnis wird der Zuschauer es aber schwer haben sich über vollgeschissene Toiletten, angekotzte Polo-Shirts und zugedröhnte Ausländer zu amüsieren.
Der größte Kritikpunkt an Schwarze Schafe ist aber, dass er keinerlei echte Aussage transportiert. Dass Berlin heruntergekommen ist und nicht nur von reichen Politikern bewohnt wird, war allen auch vorher bewusst, daher wird im Laufe des Films zunehmend die Frage laut, wo uns dieser Film hinführen wird und vor allem in was er münden will. Glücklicherweise präsentieren uns die Drehbuchautoren dann kurz vor Schluss eine "wunderbare" Inzestszene zwischen einer komatösen Oma und ihrem satanistischen Enkel, der nach eigener Aussage zwar bei seiner Mutter einen hoch bekommen würde, aber sich im vorliegenden Fall eher schwer tut. Spätestens jetzt ist klar: Es gibt keinen Sinn und Inhalt, sondern man hat sich die Freiheit genommen einfach irgendwelche Fantasien zu verfilmen und damit zu provozieren.
Darüber kann dann auch die schwarz-weiß Optik nicht hinwegtäuschen, die bei den vielen Körperflüssigkeiten zwar durchaus hilfreich ist (sonst würde nicht nur im Film gekotzt), aber ansonsten nur mäßig sinnvoll eingesetzt wird. Als Fazit bleibt, dass man sich Schwarze Schafe getrost sparen kann und dennoch nichts verpasst. Wer allerdings die oben angesprochenen Szenen und Leistungen wirklich lustig findet, der könnte vielleicht sogar ein wenig Spaß haben...  Weitere interessante Filme
|
 |
 |
 |
 |
© 2012 MovieMaze.de |
 |
 |
 |
|