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Im Jahre 1982 kam der dritte Teil der Halloween-Reihe in die Kinos. Regisseur Tommy Lee Wallace, der bei Halloween - Die Nacht des Grauens für den Schnitt zuständig war, wollte eine von den ersten beiden Teilen losgelöste Geschichte erzählen, zumal Hauptcharakter Michael Myers bereits in Teil zwei starb. Äußerst schlechte Kritiken und enttäuschte Fans waren das Ergebnis, wobei das Wort "Enttäuschung" noch untertrieben ist. - Halloween 3 - Die Nacht der Entscheidung ist schlichtweg ein katastrophaler Streifen, der höchstens zur eigenen Belustigung angesehen werden sollte.
Nachdem der brutale zweite Teil der Halloween-Reihe nicht den gewünschten Erfolg brachte, entschloss sich Tommy Lee Wallace, der unter anderem Stephen Kings Es drehte, eine völlig neue Halloween-Story zu erzählen. Zunächst schlugen die Produzenten Hill und Carpenter einen reinen Suspense-Film vor, der den Gegensatz zu Teil zwei bilden sollte. Doch da man sich während der Dreharbeiten keinen Halloween-Film ohne Blut und Gewalt vorstellen konnte, wurde das Drehbuch doch noch umgeschrieben, zumal wahre Halloween-Fanatiker keinen harmlosen Streifen sehen wollten. Halloween 3 - Die Nacht der Entscheidung spielte am Ende trotz miserabler Kritik insgesamt 14,4 Mio. US-Dollar ein.
Ein alter Mann namens Harry Grimbridge (Al Berry) läuft im Norden Kaliforniens panisch vor Unbekannten davon und schafft es gerade noch rechtzeitig in ein Hospital zu gelangen, wo er von dem Arzt Dr. Daniel Challis (Tom Atkins) behandelt wird. Grimbridge, der eine Halloween-Maske von "Silver-Shamrock" in den Händen hält, versucht Challis zu warnen und wiederholt ständig, dass alle umkommen werden. Einige Zeit später findet der Arzt die Leiche von Grimbridge, kann aber den Täter nicht mehr stellen. Zusammen mit Ellie (Stacey Nellkin), der Tochter des alten Mannes, deckt Challis eine unglaubliche Verschwörung auf, deren Grauen erst in der Halloween-Nacht sichtbar wird.
Starke Horrorfilme zeichnen sich durch eine düstere Atmosphäre, Überraschungsmomente, Schockeffekte und eine stringente, spannende Story aus. Schwache Filme dieses Genres sind meist Splatter-Filme, die sich auf Unmengen von Blut sowie Gewalt konzentrieren und dabei leider oftmals die spannungsreiche Handlung vergessen. Halloween 3 - Die Nacht der Entscheidung gelingt es nicht einmal das Prädikat "Schwach" zu erhalten und bietet qualitativ auch nichts Besseres als die ein oder anderen Uwe Boll - Produktion.
Den größten Minuspunkt verbucht die Schauspielerriege um Hauptdarsteller Tom Atkins. Viele Fans der Halloween-Reihe merkten damals sarkastisch an, dass Atkins seine Gage wohl in Form von Bier erhalten habe, wodurch wenigstens seine miserable Leistung zu erklären sei. Synchronisiert wird Atkins im Deutschen übrigens von Thomas Pieper, der ALF in der gleichnamigen Sitcom sprach. - Hier wird die unfreiwillige Komik von Atkins' Schauspiel noch einmal verstärkt, da diese Synchro-Stimme absolut nicht passt. Aber es ist nicht nur Atkins, dessen Leistung desaströs ist, sondern auch die der Nebendarsteller. Viele von ihnen spielen eine Art "Menschen-Roboter", also Roboter, die aussehen wie ganz normale Menschen, sich aber wie Maschinen bewegen. Wiederum kommt hier ungewollte Komik auf, da man keinem der Darsteller abnimmt, dass er tatsächlich ein Roboter ist. Selbst bei oberflächlichem Betrachten dieser Pseudo-Menschen fällt auf, dass ihre Schrittfolge ganz und gar nicht der einer Maschine gleicht - Sie machen mal kurze, mal lange Schritte und all das wirkt mehr als unglaubwürdig.
Als wäre das nicht schon peinlich genug, blamiert sich auch Regisseur Tommy Lee Wallace, der zunächst den großen Fehler macht dem eigentlich doch relativ begabten Kameramann Dean Cundey völlig lächerliche Anweisungen zu geben. Die Kameraführung (auch die Perspektive) ist nicht nur laienhaft, sondern teils auch absolut fehl am Platz. Außerdem kann man das technische Verständnis des Regisseurs bezweifeln: Die Menschen-Roboter haben in ihrem Innern eine orangene Flüssigkeit. Wallace wollte möglichst authentisch und realistisch sein, aber wer hat schon mal einen Roboter gesehen, der eine Art Schleim in seinem Körper trägt?
Drehbuch blamabel, Schauspieler peinlich, Regisseur total fehlbesetzt: Halloween 3 - Die Nacht der Entscheidung macht es möglich. Wenn der angebliche Horrorfilm, der oftmals unfreiwillig zum Lachen anregt, eine Parodie gewesen wäre, wäre er zumindest nur schlecht gewesen. So aber bleibt ein katastrophaler Film übrig, der mit zwei zugekniffenen Augen immerhin eine gerade noch hinnehmbare Handlung bietet. |