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Regiedebütantin Mika Ninagawa merkt man in jeder Szene an, dass sie eigentlich als Profifotografin berühmt wurde. Ihre Inszenierung ist so verspielt, originell und gleichzeitig modern, dass der Zuschauer immer wieder aufs Neue erstaunt wird und daher auch gerne über die etwas oberflächliche Geschichte hinweg sehen kann.
Die Lebensgeschichten von Kurtisanen sind immer wieder gern gesehene Themen im Filmbereich. Während zuletzt der Hollywoodkitsch Die Geisha nur an der Oberfläche kratzen konnte, werden hier ganz andere Wege eingeschlagen, denn die Mangaverfilmung Sakuran - Wilde Kirschblüte entpuppt sich als poppiges Drama, welches man am ehesten mit Marie Antoinette vergleichen könnte.
Die rebellische Kiyoha landet schon in jungen Jahren in einem Bordell in Tokio. Dort angekommen widersetzt sich das Mädchen ihren Vorgesetzten und kündigt an eine der Besten ihres Berufsstandes zu werden. Als sie schon mit 17 Jahren vor ihrem Ziel steht, wird der Neid ihrer Kolleginnen groß und so werden Intrigen gesponnen, Hahnenkämpfe ausgetragen und nebenher noch der ein oder andere Mann verführt.
Dass eine Mangaverfilmung inhaltlich viel hergeben kann, hat uns zuletzt der großartige Death Note bewiesen, aber hier merkt man deutlich, dass wenig Substanz hinter der Vorlage zu finden ist. Zwar sind die Geschehnisse für den Zuschauer durchweg unterhaltsam anzusehen, jedoch lassen sie an manchen Stellen einen nötigen Tiefgang vermissen und verlieren sich dabei ein wenig zu sehr in ihrer Inszenierung.
Diese ist dafür umso überwältigender. Wie schon Sofia Coppola in Marie Antoinette kombiniert sie Altes mit Neuem und so ist der Zuschauer ein ums andere mal erstaunt wenn er plötzlich Popmusik, schnelle Schnitte und ähnliche Spielereien geboten bekommt. Dies passt wiederum auch zur relativ locker erzählten Thematik und sorgt somit für das Highlight des Filmes.
Mit der aus Kamikaze Girls bekannten Anna Tsuchiya hat man zudem eine Darstellerin für die Hauptrolle gewinnen können, der man ihren Charakter ohne Probleme abnehmen kann. So spielt sie mit dem Publikum wie mit den Männern im Film und hat dabei bewundernde Blicke auf ihrer Seite. Der restliche Cast hat aufgrund der geringen Leinwandzeit nur wenig Gelegenheit gegen die Hauptdarstellerin anzuspielen.
Wer Popkitsch nicht abgeneigt ist und verspielte Inszenierungen zu schätzen weiß, der kann trotz der ernsten Thematik viel Spaß bei Sakuran - Wilde Kirschblüte haben. Wenn man jedoch schon bei Marie Antoinette eher negativ auf einen solchen Genremix reagierte, sollte man vielleicht auf den Kauf einer Eintrittskarte verzichten. |