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December Boys

(December Boys, 2007)

Dt.Start: 11. Oktober 2007
DVD: 07. Februar 2008
Premiere: 09. September 2007 (Australien)
FSK: ab 6 Genre: Drama
Länge: 105 min Land: Australien
Darsteller: Daniel Radcliffe (Maps), Teresa Palmer (Lucy), Christian Byers (Spark), Lee Cormie (Misty), James Fraser (Spit), Jack Thompson (Bandy McAnsh), Kris McQuade (Mrs. McAnsh), Victoria Hill (Teresa)
Regie: Rod Hardy
Drehbuch: Marc Rosenberg


Inhalt

Vier Waisenjungen im Teenageralter wachsen zusammen in einem katholischen Kloster im australischen Outback auf und müssen miterleben, wie die jüngeren Waisenkinder nach und nach eine Adoptionsfamilie finden. Um die vier enttäuschten Jungs auf andere Gedanken zu bringen, gewährt ihnen die Oberin Urlaub am Meer. Dort lernen die Vier ein junges Paar mit offenem Kinderwunsch kennen, welches sich rasch entschließt, einen der Heranwachsenden zu adoptieren. Diese Entscheidung strapaziert die Freundschaft von Maps, Misty, Spit und Spark aufs Äußerste und es beginnt ein Zwist um den einzigen "freien Platz".
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Durchschnittliche Redaktionswertung

December Boys hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
December Boys hat eine Wertung von 60%
Australien in den Sechziger Jahren: Vier im Dezember geborene Waisenkinder dürfen bei einer Familie am Meer Urlaub machen. Das riecht nach Abenteuer, erster Liebe und der Sehnsucht nach Geborgenheit und Familie. Daniel Radcliffe zeigt in Rod Hardys Coming-of-Age-Drama December Boys auch ohne Magie sein Talent. Bittersüßes Family-Entertainment.

Bild aus December Boys Aus Australien kommt ein nostalgisch angehauchtes, bittersüßes Coming-of-Age-Drama über die Sehnsucht nach Geborgenheit, Liebe und Familie. Rod Hardy verfilmt Marc Rosenbergs Adaption eines Michael Noonan-Romans und bietet Harry Potter-Star Daniel Radcliffe die Gelegenheit, auch ohne Magie sein Können zu zeigen.

Vier Jungs jenseits des Knuddelalters, die allesamt im Dezember Geburtstag haben, erhalten von den katholischen Nonnen ihres Waisenhauses eine besondere Belohnung: vier Wochen Ferien über Weihnachten bei einem Ehepaar (Kris McQuade und Ralph Cotterill) am Meer. Gemeinsam mit Father Scully (Frank Gallacher) erleben Maps (Daniel Radcliffe), Misty (Lee Cormie), Spark (Christian Byers) und Spit (James Fraser) beim ehemaligen Marine-Offizier Shellback und seiner frommen Frau in einer idyllischen Bucht zunächst unbeschwerte Tage voller Überraschungen und Abenteuer.

Auch die anderen Bewohner der Bucht erweisen sich als freundlich, vor allem eine schöne Französin und ihr cooler Ehemann (Victoria Hill und Sullivan Stapleton), ein Motorradartist vom nahe gelegenen Vergnügungspark. Zwar sind alle vier Jungs sehr am Mysterium Frau interessiert, aber nur Maps findet Gelegenheit, dieses in Form der schönen Lucy (Teresa Palmer) auch näher zu untersuchen.

Doch die perfekte Idylle aus Strand, Meer, Felsen, Dünen, Wüste und Herzenswärme erhält durch verschiedene Ereignisse bald Risse, die aufzeigen, wie zerbrechlich der Seelenzustand der vier Freunde ist. Es gibt einige schmerzhafte Erfahrungen, bis sie erkennen, dass eine Familie nicht unbedingt aus Vater, Mutter und Kind bestehen muss.

Prägende Kindheitserlebnisse bieten spätestens seit Stand by Me - Das Geheimnis eines Sommers (1986) zahllose spannende Filmethemen. Rod Hardy inszeniert mit sicherer und feinfühliger Hand die Abenteuer der vier besten Freunden und Waisenkinder als kommerzielle, leichtverdauliche Familienunterhaltung. In ausgewaschenen, nostalgischen Brauntönen beobachtet er den Übergang in die Pubertät, die Sehnsucht nach Geborgenheit und die Suche nach dem fragilen Gebilde einer Familie.

Dabei federt er alle emotionalen Extreme ebenso ab, wie er durch Humor und Komik die wendungsreiche Handlung immer wieder auflockert. Natürlich verlässt sich Hardy dabei auf sein Zugpferd und Star Daniel Radcliffe, der erstmals außerhalb der Harry Potter-Serie sein Können zeigt. Allerdings bietet seine Figur nicht viel anderes als erneut einen verunsicherten Teenager. Nur darf er diesmal kräftig Emotionen zeigen und sein Traummädchen auch "gescheit" küssen.

Radcliffe bildet bei aller Dominanz aber nicht das eigentliche Zentrum des jungen Ensembles. Das ist eher Lee Cormie als sensibler Misty. Dessen Einfühlungsvermögen überrascht ein ums andere Mal. Seine Darstellung verleiht December Boys jene an Rührseligkeit grenzende Emotionalität, die das spannende Gegenstück zu Radcliffe Wandlung zum "angry young men" bildet. Dieses Spannungsfeld macht das Drama dann auch zu einer sehenswerten Familienunterhaltung jenseits knalliger Hollywood-Bonbons.



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