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Into the Wild

(Into the Wild, 2007)

Dt.Start: 31. Januar 2008
DVD: 30. Juli 2008
Premiere: 09. September 2007 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: ab 12 Genre: Abenteuer
Länge: 148 min Land: USA
Darsteller: Emile Hirsch (Christopher McCandless), Marcia Gay Harden (Billie McCandless), William Hurt (Walt McCandless), Jena Malone (Carine McCandless), Brian Dierker (Rainey), Catherine Keener (Jan Burres), Vince Vaughn (Wayne Westerberg), Kristen Stewart (Tracy), Hal Holbrook (Ron Franz), Thure Lindhardt (Thomas), Signe Egholm Olsen (Sonja), Cheryl Francis Harrington (Sozialarbeiterin)
Regie: Sean Penn
Drehbuch: Sean Penn


Inhalt

Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1992 entschließt sich der Top-Student Christopher McCandless, seine Ersparnisse zu spenden, in Richtung Alaska zu trampen und dort in der Wildnis zu leben. Ausgerüstet mit dem Nötigsten beginnt er seine waghalsige Reise, in deren Rahmen er die unterschiedlichsten Charaktere kennen lernt, die sein Leben formen und prägen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Into the Wild hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 87%
Kurzkritik
von Thomas Brendel
Wertung von 83 für Into the Wild

Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt Sean Penns Into the Wild die Geschichte des Aussteigers Chris McCandless, der, genervt von der konsumorientierten und verlogenen Gesellschaft, beschließt, ein Leben in vollkommener Unabhängigkeit zu führen. Nur mit einem Rucksack und einigen überlebenswichtigen Dingen ausgerüstet bereist er den amerikanischen Kontinent. Sein Ziel ist die Einsamkeit der Wildnis Alaskas fernab jeglicher Zivilisation. Doch als er dieses Ziel schließlich erreicht, wird er auch mit den Schattenseiten eines Lebens in totaler Isolation konfrontiert. Into the Wild ist ein wunderschön gefilmter und mit träumerischer Musik untermalter Selbstfindungs-Trip, dem es gelingt, das Verlangen nach Abenteuer und uneingeschränkter Freiheit, sowie ein Leben im Einklang mit der Natur eindrucksvoll darzustellen, ohne es zu glorifizieren. Der Film weckt eigene Sehnsüchte, malt jedoch kein romantisch verklärtes oder gar naives Bild vom Leben in der Wildnis. Emile Hirschs Darstellung der Hauptfigur, der gelungene dramaturgische Aufbau der Handlung, die großartigen Landschaftsaufnahmen, sowie Sean Penns souveräne Inszenierung fügen sich zu einem eindrucksvollen Gesamtbild.

Kritik

von Andreas Jaschke
Into the Wild hat eine Wertung von 90%
Die sehr gelungene Regiearbeit des Hollywoodschauspielers und Regisseurs Sean Penn zeigt in seiner konsequenten Art, um was es im Leben wirklich geht. Dabei findet er für die innere Zerrissenheit seines Protagonisten eine adäquate Filmsprache und beweist zudem ein glückliches Händchen beim Cast, was Into the Wild das Prädikat "ganz toll" einbringt.

Bild aus Into the Wild Wenn man als Schauspieler sowohl in Hollywood (also materiell), als auch in Kritikerkolumnen (also künstlerisch) immer wieder positives Feedback erhält, und das über etliche Jahre hinweg, kommt sicherlich der Gedanke auf, dass es da doch noch mehr geben müsste. Diesen Mehrwert hat wahrscheinlich auch Sean Penn gesucht, als er sich nach einem Stoff für seine erneute Regiearbeit umsah. Vielleicht hat aber auch der Stoff ihn gefunden, wie es so schön heißt. Wie dem auch sei, die gegenseitige Suche war äußerst lohnend, denn der packende Stoff ist toll umgesetzt worden.

Wie schon bei dem Dürrematt-Remake Das Versprechen steht eine selbstzerstörerische Suche eines Einzelgängers im Vordergrund. Doch was der Hauptheld hier will, ist ein über den rationalen Dingen stehendes Vehikel namens Freiheit. Über mehrere Jahre hinweg nabelt sich der junge Mann von allen Besitztümern ab, welche ihn nur einengen würden. Während einer der vielen Niederlagen auf seinem Trip hin und hergerissen, sich doch wieder dem Wohlstand zu ergeben, und reumütig zu seinen vermeintlichen Spießereltern zurück zu kehren, widersteht er diesem Gedanken und es wächst daraus eine völlig neue Dimension des Starkseins, des Erhabenseins. Dass solch eine recht psychedelisch klingende Wirkung eine Relevanz hat, ist mit das Erstaunlichste an Penns Werk. Denn der Film lässt einem die Zeit für etwaige Gedanken, und dass ich dies positiv bewerte, ist eigenartig. In anderen Filmen wäre das nämlich mit Worten wie "schleppend" oder "zäh" bezeichnet worden. Hier nicht. Alles passt, das Leben ist ja auch ein ruhiger Fluß- so hat das bei einem Film über das Leben dann doch auch zu sein.

Penn macht zudem eine weitere Zutat zu einem Verbündeten seines Werkes- die verschiedenen amerikanischen Landschaften, von den Wüstengebieten im Südwesten, über die Kornfelder der zentralen Ebene, bis hin zu den kalten Bergen Alaskas. Wieder einmal wird einem nicht nur bewusst wie riesig und unterschiedlich diese in den USA sind, sondern wie der Charakter einer Gegend auch auf die Menschen abfärbt, und, daraus resultierend, diese eben nicht einen Standardamerikaner entstehen lässt, sondern einen Haufen Individualisten, welche vom Nachbarn, schon gar nicht vom Nachbarstaat, viel wissen und halten. Das kann sich unser Hauptheld glänzend zunutze machen, eine neue Gegend entspricht einem neuen Abenteuer.

Emile Hirsch spielt die innere Zerrissenheit, zwischen Wut auf der einen und der Suche nach Geborgenheit und Glück auf der anderen Seite, so glaubwürdig, dass man einen Oscar für seine Leistung stark vermuten kann. Dabei sind nicht nur die verschiedenen Gewichtsstufen, welche er im Laufe des Films durchläuft, hervorzuheben. Selbst sein Gesicht scheint den netten Wohlstandszustand genauso transportieren zu können, wie das Abgehalfterte, Gezeichnete. Dies sieht man sehr selten.

Abschließend ergibt das also eine, bis auf hie und da überflüssige Erzählerstimme, welche eh nicht mehr Tiefsinn hineinbringen kann, als eh schon enthalten ist, Bewertung im Bereich "ganz toll". Jeder, der sich um die Wertigkeiten in seinem Leben, und in der Gesellschaft Gedanken macht, sollte dieses Werk nicht verpassen.



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