Zur Zeit der Fußball-WM 2006 gab es auch Menschen, die nicht dem runden Leder ergeben waren. Ergebnis ist eine schwarze Komödie aus der Feder von Justus von Dohnanyi über einen unfreiwilligen Tod und die Frage, wie man eine Leiche unerkannt durch Deutschland transportiert. Unterhaltsam aufbereitet ist das einzige Manko, dass der Film noch ein wenig schwärzer hätte ausfallen können.
In den Schweizer Alpen treffen drei Männer aufeinander: Achim, risikofreudiger Businessmann, Willi, erfinderischer Lebenskünstler und Sven, friedliebender Bankangestellter aus Sylt. Achim und Willi verursachen einen Unfall und werden in Svens Ferienhütte versorgt. Nach kurzer Zeit verstehen sich die Drei prächtig und verbringen mit Wein und Käse ein paar nette Tage in der Natur. Allerdings scheidet Sven durch einen unglücklichen Zufall in seinem ersten glücklichen Moment seit langem aus dem Leben. Achim und Willi haben ein Problem: Wohin mit der Leiche? Sie machen sich auf nach Sylt, um Sven seinem Wunsch gemäß eine Seebestattung zukommen zu lassen und um Svens alte Arbeitsstätte auszurauben.
Mit viel Improvisationstalent und einem nur locker vorhandenen Drehbuch haben sich die drei Schauspieler Stefan Kurt, Jan Josef Liefers und Justus von Dohnanyi im Sommer 2006 zusammen gefunden. Ergebnis ist ein durchaus unterhaltsamer Film, gespickt mit viel bitterbösem Humor und viel Wahrheit. Die Komödie lebt vor allem von situationsbedingter Komik. Insbesondere beim Transport der Leiche quer durch Deutschland sind viele schöne Ideen umgesetzt worden. So wird Sven z.B. als schwarz-rot-gold angemalter Fußballfan auf die Autorückbank verfrachtet, der zu betrunken ist, um reden zu können. Da Leichen nach einiger Zeit zu riechen beginnen, muss eine Badewanne und viel Tiefkühlkost herhalten, um Sven wenigstens kurzzeitig frisch zu halten.
Dass die drei Männer Spaß an ihrer Arbeit hatten, wird zu jeder Sekunde des Films deutlich. Oft entsteht der Eindruck, dass sie sich bei den Szenen das Lachen verkneifen mussten. Das Konzept der Geschichte ist nicht neu, schon öfters gab es ähnliche Komödien, bei denen mit bitterbösem Humor mit Leichen umgegangen wurde. Genau hier liegt das Manko des Films, denn es wäre durchaus noch mehr Potenzial vorhanden gewesen, um der Story noch mehr Biss zu verpassen. Trotzdem ist das Ergebnis ein kleiner deutscher Film, den man gerne anschaut und dem man wünscht, dass er viel Aufmerksamkeit erhalten wird.
Garniert ist Bis zum Ellenbogen mit wunderbaren Landschaftsaufnahmen der Schweiz und der Insel Sylt, sowie einem kurzen, aber humorvollen Auftritt von Devid Striesow.