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Nichts als Gespenster

(Nichts als Gespenster, 2006)

Dt.Start: 29. November 2007
DVD: 02. Juni 2008
Premiere: 29. November 2006 (Festival, Deutschland)
FSK: o.A. Genre: Drama
Länge: 120 min Land: Deutschland
Darsteller: August Diehl (Felix), Chiara Schoras (Ruth), Fritzi Haberlandt (Marion), Janek Rieke (Kaspar), Stipe Erceg (Raoul), Solveig Arnarsdottir (Jonina), Dale Dickey (Annie), Valur Freyr Einarsson (Magnus), Bonnie Hellman (The Ghosthunter), Brigitte Hobmeier (Christine), Jack Impellizzeri (Buddy), Walter Kreye (Marion's Father), Karina Plachetka (Caro), Christine Schorn (Marion's Mother), Jessica Schwarz (Nora), Maria Simon (Ellen), Ina Weisse (Irene), Wotan Wilke Möhring (Jonas)
Regie: Martin Gypkens
Drehbuch: Martin Gypkens, Judith Hermann


Inhalt

Ellen und Felix durchkämmen in einem schmutzigen Mietwagen die atemberaubende Schönheit der Wüste Nevadas. Christine begleitet Nora bei ihrer Reise zu ihrem Ex-Freund Kaspar nach Jamaika. Die besten Freunde Jonas und Irene versuchen in den Geysirlandschaften Islands über ihren Liebeskummer hinwegzukommen. Marion flüchtet vor der Einsamkeit zu ihren Eltern nach Venedig und Caro besucht ihre ehemalige Mitbewohnerin Ruth, um sich einen Eindruck von Ruths neuem Freund Raoul zu machen. Und obwohl sich die Reisenden nicht kennen, haben sie etwas gemeinsam: Sie sind alle auf der Suche nach Liebe und Befriedung.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Nichts als Gespenster hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Benjamin Schieler
Nichts als Gespenster hat eine Wertung von 75%
Der zweite Kinofilm des 38-jährigen Regisseurs Martin Gypkens erzählt in fünf sich überlappenden Episoden die Geschichten mehrerer junger Deutscher, die auf ihren Reisen entlegenen Sehnsüchten hinterherhasten und der Tristesse ihres Alltags zu entkommen versuchen. Obwohl Nichts als Gespenster mit einer Spieldauer von 119 Minuten etwas zu lang geraten ist und nur wenig Überraschungen bereit hält, strahlt der Film doch eine angenehme Wärme aus.

Bild aus Nichts als Gespenster Cowboy Buddy ist verblüfft, ja ein bisschen fassungslos. "Ihr müsst in Deutschland ja ein außergewöhnliches Leben führen, wenn ihr so eine Reise machen könnt", sagt er zu Ellen (Maria Simon) und Felix (August Diehl), die mit ihm hinter dem Bar-Tresen in einem kleinen Kaff irgendwo in der Wüste Nevadas hocken und sich auf einem Roadtrip durch die USA befinden - von Ostküste zu Westküste und wieder zurück. "Nein, nein", erwidert Ellen, kaum weniger verblüfft. So eine Reise sei doch etwas vollkommen Natürliches.

Die Menschen in Nichts als Gespenster sind zumeist Reisende, besser formuliert: Flüchtige, jeder für sich rastlos. Ihr Weg führt sie in traumhaft schöne Naturlandschaften. Oder in die karge Unschuld der deutschen Provinz. Oder an den Strand Jamaikas. Oder auf die Brücken und in die Gassen Venedigs. Begleitet werden sie von einer sehnsüchtigen Hoffnung, in der Ferne etwas zu finden, das sie in ihrer Heimat vermissen. "Ihr Deutschen", sagt die isländische Fremdenführerin Jonina verständnislos seufzend, "ihr Deutschen seid Melancholiker". Trotzdem fühlt sie sich zu ihrem überdrehten Gast Jonas hingezogen.

Die Hürden und Hindernisse der Liebe und wie es sie zu überschreiten gilt sind ein zentrales Thema des Films, der auf Erzählungen der umjubelten Berliner Schriftstellerin Judith Hermann basiert. Der Literaturkritiker Hellmut Karasek hatte Hermann nach deren Debüt Sommerhaus, später attestiert, den "Sound einer neuen Generation" gefunden zu haben. Der Regisseur Martin Gypkens, der für sein Projekt eine ganze Reihe an viel versprechenden jungen Schauspielern wie August Diehl, Jessica Schwarz oder Stipe Erceg hatte gewinnen können, lässt den einzelnen Geschichten viel Zeit zur Entfaltung, gelegentlich etwas zu viel Zeit, verknüpft sie jedoch geschickt miteinander.

Gypkens Figuren müssen zuweilen recht schmerzhafte Erfahrungen machen. Beispiel Ellen und Felix, deren Reise zu einem Beziehungskiller zu werden droht. Felix steht angesichts der hartnäckigen Kompromisslosigkeit seiner Freundin ununterbrochen kurz vor der Erosion. Es herrscht Feindseligkeit, wo Liebe sein sollte. Erst Buddy, der bodenständige Familienvater, der niemals aus Nevada herausgekommen ist, lehrt beiden ein Stück Gelassenheit. Und schenkt ihnen so ein Stück Seelenfrieden.



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