Fünf Frauen und ein Mann gründen den Jane Austen Club, um jeden Monat über ein anderes Werk der berühmten Autorin zu sprechen. Gemeinsam tauchen sie in die Literatur ein und lernen, ihr eigenes Leben neu einzuschätzen. Robin Swicord verfilmt Karen Joy Fowlers Bestseller als liebenswerter Frauenkomödie zwischen gefühlvoller Romantik und sanftem Drama.
Sylvia und Daniel (Amy Brenneman, Jimmy Smits) führen eine vorbildliche Ehe und haben mit Allegra (Maggie Grace) eine wunderbare Tochter großgezogen. Die kalifornische Idylle stürzt zusammen, als Daniel seiner Frau eine Affäre samt Schwangerschaft gesteht und sie verlässt. Sofort eilen ihre besten Feundinnen Jocelyn (Maria Bello) und Bernadette (Kathy Baker) hilfreich an ihre Seite, um ihr beim Neuanfang beizustehen. Doch zunächst braucht Sylvia eine Ablenkung, eine Aufgabe, die sie auf andere Gedanken bringt.
Sie gründen einen Jane Austen-Club, in dem sie gemeinsam das Werk der berühmten Autorin lesen und Monat für Monat ein Werk vorgestellt werden soll. Über Umwege schließen sich auch die unglücklich verheiratete Lehrerin Prudie (Emily Blunt) und der unkonventionelle Grigg (Hugh Dancy) dem Club an, so dass schliesslich jeder genau ein Werk betreut. Doch die Gruppe muss sich erst finden. So beharken sich zunächst vor allem die beiden jüngeren Frauen, die lesbische Allegra und die verklemmte Intelligenzbestie Prudie. Auch der einzige Mann, Grigg, ist zunächst Fremdkörper und Anziehungspunkt zugleich. Sein offensichtliches Interesse an Jocelyn wird von ihr trotz eigenem Interesse immer wieder abgewehrt. Die Einzelgängerin will nämlich unbedingt, dass Sylvia sich einen Liebhaber zulegt. Andererseits sorgt er immer wieder für Überraschungen. Mit seiner offenen Art wie seiner Attraktivität fasziniert und irritiert er die Frauen...
Der Jane Austen Club nach dem Bestseller von Karen Joy Fowler beleuchtet das Gefühlsleben der Kalifornier, die cineastisch langsam zur "eigenständigen Volksgruppe" mutieren. Ähnlich wie in Friends with Money werden sie als wohlhabend, tolerant und verhältnismäßig liberal dargestellt, die dank ihrer Macken manchmal den Überblick verlieren. Robin Swicord adaptiert den illustren Roman als leichte (Frauen-)Komödie, die auch ohne Jane Austen funktionieren könnte, aber dank der Reflexionsfläche ihres Werkes romantische Gefühle und parallele dramatische Montagen ermöglicht. Filmfiguren und Filmhandlung korrespondieren locker mit den unterhaltsamen Vorlagen. Dank der starken Darstellerinnen wirkt die Konstruktion auch luftig leicht und erlaubt sich sogar einen märchenhaften Anstrich, um seinen Feelgood-Charakter zu unterstreichen.
Swicord versteht es, eine erstaunliche Balance zu halten. Immer wieder holen ernsthafte Momente die gerade gänzlich entschwebenden Zuschauer zumindest in die Nähe einer idealisierten Realität zurück. Gleichzeitig erzählt Swicord immer mit einem leichten Augenzwinkern, so dass die dramatischen Elemente keine allzugroße Durchschlagskraft entwickeln. Die daraus resultierende Ambivalenz ermöglicht der stark auf ein weibliches Zielpublikum zugeschnittene Geschichte sich auch für "Männerthemen" zu öffnen. So entpuppt sich Grigg als Science Fiction-Fan und wirbt für einige der besten Autorinnen wie James Tiptree oder Ursula K. Le Guin. Und selbst Allegras stoffeliger Ehemann (Jimmy Smits) begeistert sich zur Rettung der Ehe für Jane Austen. Das bedeutet einmal mehr, dass gute Literatur sowohl in Bezug auf Leser als auch auf Autoren keine Frage des Geschlechts ist.
Ob eine derartige Erkenntnis schon als intellektuelle Botschaft zu bezeichnen ist, darf bezweifelt werden. Für Der Jane Austen Club reicht es jedenfalls aus, sofern man sich romantisch-komödiantisch will. Wenn man danach außerdem Lust auf Jane Austen oder gar Science Fiction kriegt, dann ist das ein schöner Nebeneffekt.