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Dass Fortsetzungen oft mit Vorsicht zu genießen sind, beweisen einige Filmreihen der letzten Monate eindrucksvoll. Fast keine konnte im Vergleich zum Original an Qualität zulegen oder wirklich etwas Neues darbieten - vielmehr scheint nur noch das Ausschlachten einer Idee mit möglichst hohem Gewinn als Resultat zu zählen. So trifft es leider auch das Vermächtnis des geheimen Buches zu, das dem Zuschauer in keiner Weise etwas Neues erzählt, sondern nur auf Action ohne Anspruch setzt.
Das Vermächtnis der Tempelritter spielte weltweit fast $350 Millionen ein. Da fiel die Entscheidung für einen zweiten Teil natürlich leicht, denn Geld stinkt bekanntlich nicht. Jetzt musste nur noch eine Geschichte her und so holte man wieder zwei der drei Drehbuchautoren des ersten Teils an Board, die ein paar Details von Das Vermächtnis der Tempelritter umschrieben...
Den sonst üblichen Inhalt des Filmes kann man sich bei Vermächtnis des geheimen Buches wirklich getrost sparen, denn letztlich passiert nichts, was man nicht im Vorgänger schon gesehen hätte: Ein Schatz will gefunden werden. Die Hinweise, wo dieser Schatz liegt, sind an Stellen versteckt, die in der heutigen Zeit sehr schwer zu erreichen sind (Schreibtische von Königinnen und Präsidenten, sowie Bücher, deren Existenz nur ein Gerücht ist). Aber das alles hält Ben Gates natürlich nicht davon ab immer weiter zu suchen, denn schließlich geht es um die Geschichte - achja und die Familienehre!
Was Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer dem Zuschauer hier verkauft, ist an Lächerlichkeit fast nicht zu toppen! Nicht nur, dass eigentlich keine Story für eine Fortsetzung vorhanden ist - das kennen wir ja schon aus der Fluch der Karibik-Reihe - auch die Charaktere werden nicht interessanter oder tiefer beleuchtet, sondern eher schwächer und eindimensionaler. Man legt also das Augenmerk auf Action, an sich ein Ansatz, den man sich mal erlauben kann, wenn nicht die Szenen ohne Special Effects nur dafür da wären zum nächsten Krach-Bumm-Bäng zu führen!
Jedes weitere Wort über diesen äußerst schwachen und "dummen" Film ist eigentlich zu viel, dennoch sollte man auch noch die herben Logiklücken erwähnen, die das Fass dann endgültig zum Überlaufen bringen. Selten hat man dem Zuschauer einen solchen unnützen Schwachsinn vorgesetzt, der einzig und allein durch ein paar kurze Dialogwitze sowie ein paar Explosionseffekte punkten kann. Gerade von Jerry Bruckheimer ist man hier deutlich Besseres gewöhnt.
Wer also auf Comedy-Action steht und das Gehirn im Foyer des Kinos zurücklässt, der wird vielleicht etwas finden, das gefallen kann. Alle anderen - vor allem die Fans des ersten Teiles - sollten der Versuchung widerstehen, denn man kann eigentlich nur enttäuscht werden, wenn man nicht gerade an Amnesie leidet. |