|
Drogen und Gewalt bestimmen im Texas der 80er Jahre den Alltag, und ein Serienkiller mordet sich quer durch das Grenzgebiet. Die Coen-Brüder zeigen sich in der Verfilmung von Cormac McCarthys Roman wieder von ihrer besten Seite. Lange Einstellungen bauen eine nervenaufreibende Atmosphäre auf, die sich in einer spannenden Hetzjagd entlädt. Javier Bardem sorgt als Killer für einen höchst Oscar-verdächtigen Psychokrimi.
Nein, für alte Männer ist es wirklich nichts, das Texas der 80er Jahre, in dem sich die skrupellosen Drogendealer zunehmend gegenseitig den Garaus machen. Doch ist es wirklich das Alter, das Sheriff Bell (Tommy Lee Jones) bei seinen Ermittlungen im Wege steht, die Langsamkeit des Landlebens oder bereits die Machtlosigkeit vor der zunehmenden Kriminalität, die kaum noch in den Griff zu kriegen ist?
Gerade ist der eiskalte Serienmörder Chigurh (Javier Bardem) aus dem Gefängnis entkommen und geht ohne mit der Wimper zu zucken seiner Lieblingsbeschäftigung nach. Mit Jürgen-Drews-Gedächtnisfrisur und regungsloser Miene tritt ein großartig aufgelegter Bardem seinen ahnungslosen Opfern gegenüber, die ihren Enkeln im Normalfall nicht mehr von dieser seltsamen Begegnung der anderen Art berichten können. Und man lernt: Sauerstoff ist nicht nur zum atmen da!
Währenddessen macht Josh Brolin als Vietnamveteran Llewellyn Moss eine Entdeckung, die sein Leben mit einem Schlag verändern sollte: Mitten in der Wüste liegen die Leichen mehrerer Drogendealer neben ihren Autos, in denen sich neben einer Ladung Heroin auch ein Koffer mit 2 Millionen Dollar befindet. Für den Cowboy eine günstige Gelegenheit, sich und seiner Frau ein besseres Leben zu bieten. Doch so einfach lassen sich die Drogenbosse nicht um ihre Kohle erleichtern und hetzen Moss Chigurh zu einer spannenden Verfolgungsjagd durch das Grenzgebiet auf den Hals.
Dabei haben sich die Coen-Brüder wieder einmal selbst übertroffen. Nach einem Roman von Cormac McCarthy entstand ein Film, der in langen Einstellungen ohne große Schnitte dennoch alles beinhaltet, was das Herz des Kinogängers begehrt. Verstörend ist die rohe Gewalt des Killers, nervenzerreißend die Momente zwischen Jäger und Gejagtem, beeinruckend die Gelassenheit der Beteiligten, die Dinge einfach selbst in die Hand zu nehmen. Getragen von einem ausgezeichneten Darstellerensemble ist ein Hauch von Fargo - Blutiger Schnee ohne Schnee spürbar, wenn die Wüstenhitze zu knistern beginnt. Acht Oscar-Nominierungen lassen auf einen ähnlichen Erfolg hoffen. |