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Nowhere

(Nowhere, 1997)

Dt.Start: 08. Januar 1998 Premiere: 09. Mai 1997 (USA)
FSK: nicht bekannt Genre: Drama
Länge: 82 min Land: USA
Darsteller: James Duval (Dark Smith), Rachel True (Mel), Nathan Bexton (Montgomery), Chiara Mastroianni (Kriss), Kathleen Robertson (Lucifer), Jordan Ladd (Alyssa), Christina Applegate (Dingbat), Jeremy Jordan (Bart), Ryan Phillippe (Shad), Heather Graham (Lilith), Mena Suvari (Zoe), Denise Richards (Jana), John Ritter (Helfer von Moses), Shannen Doherty (Mädchen), Rose McGowan (Nochn Mädchen)
Regie: Gregg Araki
Drehbuch: Gregg Araki


Inhalt

Dark Smith, auf der Suche nach Liebe, und seine Freunde bereiten sich auf die größte Party des Jahres vor. Am Abend davor kämpfen sich alle durch einen Sumpf aus bizarren Ereignissen, bisexuellen Erfahrungen, Selbstmorden, Vergewaltigung, Alien-Entführungen und der Apokalypse.
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Kritik

Nowhere hat eine Wertung von 90%

Filme zu bewerten ist keine allzu leichte Aufgabe da man viele, teils sehr sensible Facetten und Techniken bzw. Emotionen berücksichtigen muß. Die Palette von sehr gut bis hin zu sehr schlecht enthält viele Abstufungen und erschwert sich durch einen Zusammenfluß bzw. eine Aus- und Abgrenzung von Objektivität und persönlichem Geschmack. Bei Gregg Araki Filmen ist das alles jedoch um einiges simpler gestrickt: entweder empfindet man deren Unterhaltungswert gleich einem trocken verschimmeltem Stück Hundedurchfall oder einem fliegt der Hut weg weil sie so unglaublich kleine Meisterwerke an sich sind. Sprich man findet sie zum kotzen oder einfach nur genial.

Genauso ist es auch wieder einmal bei Nowhere: der Film fordert von seinen Zuschauern absolute Offenheit und Toleranz gegenüber flockig lustigen Themen wie etwa Masturbation, SadoMasoSex, Skurilität an sich und Gewaltdarstellung bis hin und eigentlich auch noch weit über die Schmerzgrenze hinaus. Der Film bewegt sich immer auf dem Schmalen Grat zwischen genial-durchdacht und perversem Schwachsinn. Auf jeden Fall ist es ein Film der dem umfangreichem Mainstreampublikum saftigst in den Allerwertesten tritt. All denjenigen Zuschauern, die noch nicht viel gesehen und für die Natural Born Killers schon unerträglich war, denen verspreche ich an dieser Stelle durchgehenden Brechreiz bis hin zum Ohnmachtsanfall.

Den Arakischen Meisterwerken merkt man immer an, daß sich der Regisseur (gleichzeitig auch Drehbuchautor) sehr viel Gedanken gemacht hat, wenn auch vieles wie aus einem Instinkt heraus gefilmt wirkt. Ideen die direkt aus Arakis feuchten Träumen auf die Leinwand gesprungen sind wirken deshalb sehr stark verdaulich, weil sie sehr persönlich rüberkommen. Araki hat jedoch auch einen ans Publikum gerichteten, tollen visuellen Einfallsreichtum: allein das Set Design in diesem Film ist einen brachialen Jubelschrei und den Kauf bzw. die Mitgebühr für den Film wert. Dazu kommen dann noch grandiose, aufopfernde, alles gebende Darstellungen von einer Castliste die erschreckend durchwachsen ist mit bekannten Namen. Derartig viele bekannte Gesichter (Haupt-, Nebenrollen und Cameos) habe ich selten in einem Film versammelt gesehen. Die Story ist im Grunde todesromantisch darauf aufgebaut, daß jeder im Leben einfach nur nach der einen Person sucht bei der man sich geborgen und sicher fühlt, mit der man alles teilen und der man alles anvertrauen kann. Hört sich romantisch an, ist aber derartig schrill und exsessiv in Szene gesetzt, daß es vielen einfach nicht gefallen wird (spätestens bei der riesigen Gummikostümechse, die mehrere Leute per Phaser wegteleportiert, hörts für die Meisten auf).

Araki macht sehr sexuelle und tabulose Filme, die jedoch nie belanglos sind. Seine Filme kann man wahrscheinlich nicht wirklich als gut bezeichnen. Sie machen wunderbar radikal Spaß und sind sehr gefühlvolle, poetische Einblicke in persönliche Visionen eines Träumers. Man kann sie eigentlich niemandem so richtig ans Herz legen oder davon abraten da sie so dermaßen anders sind als alles andere. Jeder sollte halt mal einen Araki probieren und dann selbst entscheiden. Ich halte Nowhere mit all seinen abgefahrenen Ideen, superben Darstellern und kranken Optiken einfach nur für Yiha leckerlohnenswert. Der Film ist ein kranker Trip der sich lohnt und der Spaß am kaputt sein macht, jedenfalls für einen Film lang. Und wie immer in seinen Filmen gibt es genau eine Aufnahme, die zu den schönsten der Filmgeschichte gehört: in diesem Fall ist es James Duval bekleidet nur mit einer Amerikaflagge. Danke dafür Araki.

von Thorsten Woner


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