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Wayne Wangs Drama erzählt eine Geschichte, die mit wenigen Worten auskommt und fast nur durch das Schauspiel der Darsteller lebt, allen voran Henry O als Mr. Shi. Viele kleine komische Momente lockern die an sich traurige Geschichte auf. In San Sebastian wurde der Film in diesem Jahr mit der Goldenen Muschel ausgezeichnet.
Mr. Shi reist nach Jahren der Trennung von China in die USA, um seine Tochter zu besuchen. Er möchte ihr nach ihrer Scheidung beistehen. Während seines Aufenthaltes bei Yilan kommt ihm wenig Begeisterung für seine Anwesenheit entgegen. Vielmehr wirkt es so, als würde sich sein Kind gestört fühlen. Sie schottet sich häufig ab, redet kaum ein Wort mit ihrem Vater und gibt vor, die Abende mit Freunden zu verbringen. Um sich die Zeit zu vertreiben, unternimmt der Rentner kleine Ausflüge in den benachbarten Park und trifft dort auf die etwa gleichaltrige Madam. Die aus dem Iran stammende Frau wird trotz großer Verständigungsprobleme zu einem festen Anhaltspunkt für Shi. Sie treffen sich täglich auf einer Bank für einen Plausch. Währenddessen spitzt sich die Situation mit Yilan zu. Als sie einmal erst nach zwei Tagen nach Hause kommt, ohne von sich hören zu lassen, stellt Shi sie zur Rede und endlich bricht alles aus Yilan heraus.
Regisseur Wayne Wang gelingt es, Mr. Shis Geschichte als einfühlsames Drama mit leicht romantischen Zügen zu erzählen. Oftmals schwankt man bei den Szenen zwischen leichtem Humor und Mitleid, fast schon einer Art von Traurigkeit bezüglich der Hauptperson. Einige Szenen sind durch Situationskomik geprägt, z.B. wenn Shi jedes ihm fremde englische Wort oder Symbol auf einem Block notiert und dabei viele Bedeutungen völlig missversteht.
Für den Zuschauer ist es zunächst nicht nachvollziehbar, dass sich Shis Tochter so wenig über den Besuch des in China lebenden Vaters freut. Schließlich sehen sie sich nur sehr selten und Yilan scheint über keinen großen Freundeskreis zu verfügen. Mit Hingabe kocht Shi seiner Tochter jeden Abend ein reichliches Abendessen, wird dafür aber kaum einmal mit einem Lächeln belohnt. Die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben, man möchte ihn oft in den Arm nehmen und trösten. Erst als er herausfindet, wie es wirklich um Yilan steht und welche Beweggründe sie zu der Scheidung führten, kommt es zu einem offenen und klärenden Gespräch zwischen Vater und Tochter.
Shis Versuche mit Madam Konversation zu betreiben, sind Wangs gelungener Versuch die Geschichte aufzulockern und unterhaltsam zu gestalten. Beide können kaum die englische Sprache und versuchen mit Händen und Füßen ihre Probleme und Erlebnisse dem anderen mitzuteilen. Man freut sich für Shi, dass er endlich jemanden gefunden hat, der ihm zuhört. Umso trauriger ist es, als er seine Freundin verliert, weil sie in ein Altersheim zieht. So ist ihm die einzige Beschäftigung und Freude genommen, die er während seines Amerikaaufenthaltes hatte. Erst zum Ende hin wendet sich das Blatt. Nachdem Shi Frieden mit seiner Tochter schließen konnte, begibt er sich auf eine Reise durch die USA und scheint zum ersten Mal wirklich richtig glücklich.
Wayne Wangs Drama ist aufgrund des Hauptdarstellers Henry O sehenswert, denn er verleiht Mr. Shi viel Tiefe und macht ihn zu einer sympathischen Figur. Der auf einer Kurzgeschichte von Yiyun Li basierende Film wurde in San Sebastian 2007 mit der Goldenen Muschel für den Besten Film und für die Beste Männliche Hauptrolle ausgezeichnet. |