Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik Poster

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Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik

(El Raton Perez, 2006)

Dt.Start: 10. Januar 2008
DVD: 18. September 2008
Premiere: 15. September 2006 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: o.A. Genre: Animation
Länge: 94 min Land: Spanien
Darsteller: Delfina Varni (Lucia), Fabian Mazzei (Santiago), Ana Maria Orozco (Pilar), Nicolas Torcanowsky (Ramiro), Joe Rigoli (Morientes), Denise Gentile (Pipo), Ana Maria Nazar (Condesa), Enrique Porcellano (El Gordo)
Regie: Juan Pablo Buscarini
Drehbuch: Enrique Cortes


Inhalt

Herr Figo ist die legendäre Zahnmaus, die über Nacht die Milchzähne der Kinder unter dem Kopfkissen einsammelt und sie durch eine Münze ersetzt. Die kleinen Zähne werden dann in Figos großer Fabrik zu funkelnden Perlen gemacht, die er dann an den alten Juwelier Morientes verkauft. Doch als Figo den Zahn der jungen Lucia zu seiner Fabrik transportieren will, wird er von seinem missgünstigen Weggefährten Fugaz und von Pipo, dem hinterlistigen Neffen Morientes, entführt. Lucia und ihr Freund Ramiro versuchen die Zahnmaus zu retten und erleben das größte Abenteuer ihres Lebens.
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Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 65%
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Kritik

von Harald Witz
Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik hat eine Wertung von 65%
Herr Figo sorgt dafür, dass die Kinder für ihre verlorenen Milchzähne etwas Geld unter dem Kissen finden. Die erwürdige Maus verarbeitet die Milchzähne zu Perlen, die er einem alten Juwelier verkauft. Doch einige Neider finden, dass dieses Arrangement nicht gewinnoptimiert arbeitet. Gut, dass es das mutige Mädchen Lucia gibt, die ganz energisch für den Mäuserich einzutreten versteht. Aus Spanien kommt das Liveaction-Abenteuer Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik und erfreut ein breites Kinderpublikum.

Bild aus Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik In den Ländern mit iberischer Tradition ist die Zahnfee eine Maus namens Figo. Herr Figo hinterlässt für die Milchzähne der Kinder unter dem Kissen immer ein paar Münzen und verarbeitet diese in seiner geheimen Fabrik zu Perlen. Diese verkauft er an den alten Juwelier Morientes. Doch mittlerweile ist Herr Figo wie Herr Morientes in die Jahre gekommen, weshalb die kleine Lucia ihn auch beim Ausstausch in der Nacht bemerkt. Das macht eigentlich nichts, denn ein jedes Kind hat großen Respekt vor Herrn Figo. Doch Lucia wird Zeugin eines ungeheuerlichen Vorgangs: Herr Figo wird nämlich entführt. Auch beim Juwelier Morientes spielen sich seltsame Dinge ab, denn sein nichtsnutziger Neffe Pipo wittert den großen Reibach, wenn man den Milchzahn-Perlen-Deal nur richtig optimieren würde. Naürlich ist er selbst etwas zu unterbelichtet, um einen derart fiesen Plan auszuhecken. Aber er hat ja Unterstützung von Herrn Figos alten Weggefährten Fugaz, der auf einem Schiff eine hochmoderne Perlenfabrik eingerichtet hat. Zeugin Lucia hat fortan alle Hände voll zu tun, die Intrige aufzudecken. Ihr bester Freund Ramirez steht ihr zwar zur Seite, aber Mutter und Vater haben für ihre Wildfang-Tochter anderes im Sinn als nächtliche Abenteuer...

Juan Pablo Buscarini inszeniert Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik als kindgerechten Abenteuerfilm, der aufwändige CGI-Animationen mit Realfilm verbindet. Am ehesten läßt sich die turbulente Komödie mit den beiden ersten Stuart Little-Abenteuern vergleichen, auch wenn in diesem Fall weniger die Mäuse selbst als vielmehr die kleine energische Lucia im Mittelpunkt steht. Die spanisch-argentinische Koproduktion demonstriert den Fortschritt der Filmindustrie auf der iberischen Halbinsel, die schon bei der verrückten Clever und Smart-Comic-Adaption (2004) eine Leistungsschau ihrer Computereffekte-Spezialisten vorlegte. Buscarini inszeniert ein liebevolles Abenteuer, das Fantasy, Comic und ein wenig Drama virtuos vermischt und sich ganz dem Temperament seiner Herkunft verschreibt. So ist Wildfang Lucia ein echter Dickkopf, beweisen die Eltern sowohl Streitkultur als auch großes Herz, überwiegt illustrer Überschwang vor rationaler Analyse. Für Kinder und Familien ist das Abenteuer eine willkommene Abwechslung zur üblichen Kinderfilm-Kost aus Deutschland und den USA, auch wenn sich Buscarini durchaus an Hollywood-Strukturen orientiert.

Dafür warten er und Autor Enrique Cortés auch mit der Botschaft auf, dass man sich das Kindsein lange genug bewahren sollte, Andererseits sind sie gleichzeitig nicht blind für die Sorgen und Nöte der Erwachsenen. Nur fehlen dem Werk ein wenig das innovative Moment und auch die Kompaktheit, um sich im internationalen Vergleich ganz in die vorderste Reihe der Kinderunterhaltung zu spielen. In Spanien gab es aber immerhin den Preis für den besten Animationsfilm des Jahres (Goya). Das illustre Lokalkolorit gleicht eben vieles aus, so dass man Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik durchaus als Alternative für einen gemeinsamen Kinobesuch ins Auge fassen darf. Für eine liebevolle Unterhaltung reicht es allemal.



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