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In dem Thriller Im Netz der Spinne schlüpft Schauspieler Morgan Freeman zum zweiten Mal in die Rolle des Polizei Profilers Dr. Alex Cross. Im Jahre 1997 spielte er in Denn zum küssen sind sie da erstmals diese Figur und arbeitete damals mit Ashley Judd zusammen. Der aktuelle Streifen Im Netz der Spinne basiert auf dem ersten Roman von James Patterson's Bestseller Reihe und versteht sich als völlig eigenständiger Film.
Während der ersten Stunde verdient sich Im Netz der Spinne zielstrebig das Prädikat "routiniert". Man serviert dem Publikum eine 0815-Kidnapping Story, die wirklich niemanden vom Hocker reißt. Dabei kommen alle gängigen Charaktere und Storyelemente vor, die sogar teilweise billigst abgekupfert wurden. Sei es ein, im Selbstmitleid versinkender Cop, der dann doch wieder angreift, oder die lustige von Telefon zu Telefon Hetzaktion bei der Geldübergabe. Alles haben wir schon einmal gesehen und meistens sogar besser. Auch die Schauspieler ließen sich von der Routine der Story anstecken und spielten ihre Rollen lieblos herunter. Hauptdarsteller Morgan Freeman konnte seiner hölzernen Figur einfach kein Leben einhauchen. Ebenso schwer, wenn nicht sogar schwerer, tat sich seine Kollegin Monica Potter, die die meiste Zeit mehr gut aussah als wirklich eine Rolle zu spielen. Nur Bösewicht Michael Wincott gelang es auf gewisse Weise zu überzeugen, er hat ja bereits in The Crow - Die Krähe bewiesen, daß ihm der Fiesling gut steht. Das Ende des Films steht im krassen Gegensatz zum gemächlichen und nahezu langweiligen Anfang und wirkt wie ein lächerlicher Versuch, die zuvor versalzene Suppe, doch noch zu retten. Dabei werden innerhalb von zehn Minuten mehrere Plottwists durchgeführt, die dummerweise eher lächerlich wirken, als gut und sauber durchdacht. Auch die logischen Ungereimtheiten, die im Laufe des Film noch tolerierbar waren, häuften sich am Ende.
Alles in allem ergibt sich ein ungenügendes Gesamtbild, das man sich zwar anschauen kann, daß aber alles andere als fasziniert. Im Netz der Spinne wirkt auf den Betrachter unheimlich kalt und unnahbar, was zur Folge hat, daß man sich schwer mit irgendeiner der Personen identifizieren kann. Dadurch zieht der Film, wie Schwarm Vögel, an einem vorbei und man empfindet nichts, keinen Haß auf den Täter oder keine Trauer um die Opfer. Genau dieser Funke Nervenkitzel, den solch ein Film versprühen muß, geht Im Netz der Spinne einfach ab. |