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Es heißt meist nichts Gutes, wenn der Verleih dafür sorgt, dass die Presse Filme nicht vorab zu sehen bekommt. Zu groß scheint die Angst vor schlechter Kritik auch bei Aliens vs. Predator 2 gewesen zu sein, doch im Gegensatz zu einem richtig miesen Streifen, trifft es die Fortsetzung der Franchise-Kombination noch härter: Der Film ist einfach nur belanglos!
Insofern scheint die Angst der Marketing-Manager also nicht unbegründet gewesen zu sein. Warum man dann aber ausgerechnet mit einer absolut lächerlichen und peinlichen wir zensieren alle Ausschnitte und Trailer des Films mit schwarzen Balken Aktion die Marketing-Maschinerie am Laufen gehalten hat, wird wohl ein Geheimnis der Verantwortlichen bleiben. Aliens vs. Predator 2 ist nämlich kein schlechter Film, zumindest nicht so schlecht, dass er sich für einen Trash-Abend eignet, aber leider auch nicht so gut, dass er durch seine Special Effects überzeugt und den Fan zufriedenstellt.
Am Ende des ersten Teils sehen wir, dass ein Alien sich im getöteten Predator eingenistet hat und nach dem Start des Raumschiffes "geboren" wird. Genau dort schließt der neue Streifen an und zeigt wie nach einem kurzen Fight das Raumschiff abstürzt und damit ein "Predalien" auf der Erde landet. Auf dem Planeten der Predatoren sieht dies ein Cleaner und macht sich sofort auf den Weg, um das Problem in den Griff zu bekommen. Der Kampf in Gunnison, Colorado, beginnt...
Im Gegensatz zum ersten Teil lässt man den Kampf der übermächtigen Wesen diesmal direkt vor der Haustür stattfinden und da liegt auch schon das erste Problem: Fans haben kein Interesse an einer gekünstelten Story um die Kämpfe herum, es geht um Action, Special Effects und möglichst viel Blut (egal von wem). Doch natürlich fanden die Strause-Brothers, dass die Fans eine Geschichte brauchen, die vor der Haustüre spielt. Und natürlich musste man deswegen den Charakteren, die zwischen die Fronten kommen, Tiefe geben. Diese äußert sich dann in absolut belanglosen und unnötigen Nebengeschichten: Ricky ist in Jesse verliebt, aber die ist mit einem Anderen zusammen, der Ricky regelmäßig an den Karren fährt. Dallas ist Rickys Bruder und gerade aus dem Gefängnis wieder zurück in seine Heimatstadt gekommen. Kelly ist Soldatin und ebenfalls gerade zurück vom Einsatz, ihre Tochter Molly hat wegen der Abwesenheit keinen echten Bezug mehr zu ihr. Morales ist der Sherriff und hat ein Problem mit der fehlenden Anerkennung der Bürger von Gunnison.
Mehr gibt es nicht, aber es ist natürlich unheimlich wichtig, dass man den Charakteren die Nebengeschichten gibt, denn sonst wäre der Film ja nur 60 Minuten lang und hätte damit keine Chance im Kino... Ob diese peinliche Charaktertiefe von Drehbuchautor Shane Salerno wirklich gewollt oder von den Regisseur-Brüdern Straus gefordert wurde ist unklar. Klar ist, dass derjenige, der dafür verantwortlich ist, keine Ahnung hat, was die Fans wollen und wie lächerlich das Ergebnis der Entscheidung ist.
Aliens vs. Predator 2 bietet von den Special Effects einige Möglichkeiten, die leider anfänglich durch schlechte Lichtverhältnisse nicht vollkommen ausgenutzt werden. Gegen Ende hin wird dies aber zunehmend besser und wir erleben den Predalien endlich in voller Action, die der Zuschauer auch sieht. Insgesamt bleibt die Fortsetzung aber deutlich hinter dem wesentlich konsequenteren ersten Teil zurück. Man achtete einfach zu sehr auf eine tolle Geschichte und verzettelt sich in flachen Dialogen und Charakteren, die keine Rolle spielen, anstatt den Fans das zu geben, was sie sehen wollen: Action, Action und nochmals Action! |