Als Die Mumie im Mai 1999 in den US-Kinos anlief, übertraf er mit seinem sensationellen Einspielergebnis alle Erwartungen. Bereits am Startwochenende gaben die amerikanischen Zuschauer mehr als $43 Millionen aus, um in den Genuß dieses Films zu kommen. Grund genug für eine Fortsetzung, dachten sich die Produzenten und so galt das Sequel bereits wenige Tage später als beschlossene Sache. Nun muß man beim Dreh einer Fortsetzung ja eigentlich nur zwei Dinge beherzigen: Einerseits muß der Spirit des ersten Teils beibehalten werden. Die Zuschauer wollen doch zunächst genau die Elemente wieder sehen, die sie am ersten Teil besonders mochten. Andererseits darf man sich aber nicht mit einer plumpen Kopie des Vorgängers begnügen, sondern muß die Figuren und natürlich auch die Geschichte weiterentwickeln. Ich glaube darin liegt das Geheimnis einer jeden guten Fortsetzung und es macht fast den Anschein als wäre dies tatsächlich ein großes Geheimnis in Hollywood, denn die meisten Sequels sind schlicht und ergreifend einfach unbefriedigend. Im diesem Fall kann ich jedoch Entwarnung geben, denn Die Mumie kehrt zurück stellt seinen Vorgänger in vielerlei Hinsicht in den Schatten.
Einer der Gründe für das Gelingen dieser Fortsetzung: Es haben fast alle Personen die für den Erfolg des ersten Teils verantworlich waren auch diesmal wieder mitgewirkt und zwar sowohl vor als auch hinter der Kamera. Während Stephen Sommers erneut das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, konnte man auch Kameramann Adrian Biddle, Produktions-Designer Allan Cameron und Kostüm-Designer John Bloomfield für eine erneute Mitarbeit gewinnen. Vor der Kamera tummelten sich neben den Wiederholungstätern Brendan Fraser, Rachel Weisz, John Hannah, Oded Fehr und Arnold Vosloo auch ein paar neue Gesichter die allesamt eine Bereicherung für den Film darstellen. Den bleibensten Eindruck hinterließ Freddie Boath, der Darsteller des kleinen Alex O'Connell. Der 8-jährige Alex hat nämlich die vorlaute Klappe seines Vaters und das geschichtliche Interesse seiner Mutter geerbt und ist daher für mehr als einen Lacher gut.
Seinen beiden Hauptfiguren hat Steven Sommers ein wenig mehr Hintergrund verschafft, indem er Rick zu einem außerwählten Kämpfer für das Gute und Evy zu einer Reinkarnation der Tochter des Pharaos machte. Dadurch konnte Sommers eine Brücke zum Beginn des ersten Teil schlagen und die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren verstärken. Außerdem hatte er damit einen Grund, die Zuschauer erneut in die Zeit der Pharaonen zu entführen und Rachel Weisz gab er so die Möglichkeit, ein wenig Abstand von ihrer Rolle als tollpatschige Bibliothekarin zu gewinnen und sich mal so richtig auszutoben. Gleichzeitig wurde damit schon ein Grundstock für die Geschichte eines eventuellen dritten Teil gelegt, denn man kann davon ausgehen, daß Die Mumie kehrt zurück innerhalb kürzester Zeit die $100 Millionen Marke durchbrechen wird und dann dürfte eine weitere Fortsetzung so gut wie sicher sein.
Im großen und ganzen heißt das Motto dieses Films: Bigger! Better! Faster! More! Gleich zu Beginn gibt es eine riesige Massenschlacht, die nur durch den großen Showdown am Ende übertroffen wird. Dazwischen liegen rasante Busfahrten durch London, der unglaubliche Flug in einem Highspeed-Ballon und der Kampf gegen kannibalistische Pygmäen-Skelette, um nur einige der zahlreichen Action-Sequenzen aufzuzählen. Ermöglicht wurde das durch eine Vielzahl von Special Effects, die bis auf wenige Ausnahmen durchwegs gelungen sind. Genial sind auch die häufigen Referenzen an den ersten Teil, die den Zuschauern zeigen, daß sich Stephen Sommers große Mühe bei der Ausarbeitung seines Drehbuchs gegeben hat. Da sich der Film wie auch schon sein Vorgänger selbst nicht so ernst nimmt und alles mit einem leichten Augenzwinkern präsentiert, hat auch der Zuschauer keine großen Probleme damit die teilweise fast schon trashigen Elemente des Films popcornverschlingend und dauergrinsend zu akzeptieren.
Während der gesamten 123 Minuten läßt der Film den Zuschauern keine einzige Verschnaufpause, sondern schleudert sie von einem Ende der Welt zum anderen. Manchen Besuchern der gestrigen Vorstellung war dieser Action-Overload sogar zu viel des guten, da sie die ganzen Informationen gar nicht mehr verarbeiten konnten. Aber wenn das die einzige Sorge ist, die man bei diesem Film haben muß, dann kann man das ja gerade noch verkraften, oder? Nun einen Kritikpunkt hab ich jedoch noch anzumerken: (Vorsicht Spoiler!!) Anstatt den Scorpion King zum großen Finale als schlechte CGI-Animation auftreten zu lassen, hätten sie ruhig nochmal "The Rock" auf die Leinwand bitten können, denn der hätte schon mehr als seinen 5 Minuten Auftritt verdient gehabt. Ansonsten gibts an diesem Paradebeispiel eines Popcorn-Krachers nichts auszusetzen. Mit diesem Action-Spektakel beginnt nun endlich der langersehnte Blockbuster-Hagel des diesjährigen Kinojahres. Ich freu mich drauf!!