Mein bester Freund Poster

Film-Seite zu Mein bester Freund
Trailer zu Mein bester Freund
Poster zu Mein bester Freund
PDF zu Mein bester Freund

Mein bester Freund

(Mon Meilleur Ami, 2006)

Dt.Start: 06. Dezember 2007
DVD: 20. Juni 2008
Premiere: 12. September 2006 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 94 min Land: Frankreich
Darsteller: Daniel Auteuil (Francois Coste), Dany Boon (Bruno Bouley), Julie Gayet (Catherine), Julie Durand (Louise Coste), Henri Garcin (Etienne Delamotte), Jacques Mathou, Marie Pillet, Elisabeth Bourgine (Julia), Jacques Spiesser (Letellier), Audrey Marnay (Marianne), Anne Le Ny, Pierre Aussedat, Philippe Du Janerand (Luc Lebinet), Fabienne Chaudat
Regie: Patrice Leconte
Drehbuch: Olivier Dazat, Patrice Leconte


Inhalt

Für Antiquitätenhändler Francois gibt es nichts Wichtigeres als seine Arbeit. Als er eines Tages von seiner Kollegin Catherine darauf angesprochen wird, dass er keine Freunde habe, reagiert er aufgebracht und geht eine Wette ein: Innerhalb von zehn Tagen stellt er ihr seinen besten Freund vor. Doch er merkt rasch, dass er tatsächlich keinen einzigen Freund hat. Verzweifelt macht er sich mit dem Taxifahrer Bruno auf der Suche nach seinem besten Freund und hat irgendwann überhaupt keine Augen mehr für seine Umwelt und merkt nicht, dass ihn ein wahrer Freund die ganze Zeit über begleitet.
Shopping-Box
DVDs zu Mein bester Freund Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Mein bester Freund Poster & Merchandise
zum Film
Mein bester Freund bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Mein bester Freund bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

Mein bester Freund hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 80%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Mein bester Freund hat eine Wertung von 80%
Der arbeitswütige Antiquitätenhändler Francois (Daniel Auteuil) geht eine kuriose Wette mit einer Kollegin ein, um dem Vorwurf entgegenzutreten, keine Freunde zu haben: innerhalb von 10 Tagen soll er ihr seinen besten Freund präsentieren. Von einem Taxifahrer (Dany Boon) lässt er sich siegessicher durch seinen Bekanntenkreis chauffieren. Patrice Leconte erzählt die Fabel von Mein bester Freund als Allegorie auf den modernen Individualismus.

Bild aus Mein bester Freund Der Handel mit Antiquitäten ist schwierig, delikat und zeitintensiv. Francois Coste (Daniel Auteuil) hat damit kein Problem, vielmehr dreht sich in seinem Leben alles nur um das Kaufen und Verkaufen. Zwischen Terminen und Arbeitsessen drängelt sich höchstens mal die pflegeleichte Geliebte, die die skrupellose Arbeitswut hinter seiner charmanten Fassade längst resigniert akzeptiert hat. Als er bei einer Auktion eine wertvolle Vase ersteigert, die angeblich einst Held Achilles aus Trauer um seinen toten Freund Patroklus mit Tränen gefüllt hat, mokiert sich seine Geschäftspartnerin Catherine (Julie Gayet) offen über ihn. Mutig will er ihrem Vorwurf entgegentreten, dass er keine Freunde habe, und geht eine Wette ein. In 10 Tagen soll er ihr einen echten Freund präsentieren. Beleidigt und siegesgewiss telefoniert François umher, doch keiner seiner Geschäftskontakte mag sich als Freund bezeichnen lassen. Er engagiert den Taxifahrer Bruno (Dany Boon), der ihn herumfahren soll, um alte Schulfreunde aufzusuchen. Aber auch die sind an Francois nicht interessiert. Nun fällt ihm auf, dass der freundliche Taxifahrer mit jedem bestens auskommt. Bruno soll François deshalb Unterricht im "Freundschaftschließen" geben. Doch so mechanisch, wie Francois denkt, ist dieser Vorgang nicht...

Regie-Ikone Patrice Leconte sinniert in der federleichten Fabel Mein bester Freund über die Bedeutung der Freundschaft in einer kommerzialisierten Kultur nach. "Was ist ein Freund und wie gewinnt man ihn?" fragt sich Francois stellvertretend für alle, um sich auf der Suche nach Antworten schleichend von der Quantifizierbarkeit des Miteinanders zu verabschieden. Daniel Auteuil, bald auch in Dialog mit meinem Gärtner zu sehen, spielt den Egoisten nicht als Ekel sondern als charmanter wenn auch skrupellosen Geschäftsmann, der selbst auf einer Beerdigung auf ein Geschäft hofft. Sein in vieler Hinsicht trotzdem sympatischer, zwischenmenschlich hoffnungsloser Jedermann entdeckt, dass er jahrelang die eigene Einsamkeit ignoriert hat und nun seine sozialen Kompetenzen jenseits geschäftlicher Avancen verkümmert sind.

Dieser Kniff gibt Leconte zahlreiche Gelegenheiten zu amüsanten Momenten, in denen seine nominelle Hauptfigur an der eigenen Logik scheitert und in den alten Denkmustern verhaftet bleibt, bis er dahinterkommt, dass man echte Freundschaft nicht kaufen kann. Francois' sprachloses, fast kindliches Unverständnis über die eigenen Misserfolge bei der Imitation von sozialem Verhalten spiegelt die aktuelle gesellschaftliche Grundhaltung des Individualismus wider. Seine Entrüstung entlädt sich zunächst auf den so geduldigen Lehrer Bruno, für dessen Freundschaftskurs er doch schliesslich bezahlt hat. Die Figur des Bruno ist entgegen der üblichen Buddy-Konvention kein Gegenpart, auch wenn es große Gegensätze zwischen dem versnobten Bourgeois und dem kleinbürgerlichen Naivling gibt. Nach und nach blicken die Zuschauer durch Francois' Augen hinter die Kulisse von Brunos exzessiver Freundlichkeit und Jovialität. Auch Bruno ist einsam und kaschiert dies durch temporäres Freundschaftsschließen mit jedermann. Sein Heil sucht er in dem Traum, einmal bei einer Quiz-Show wie "Wer wird Millionär?" sein Wissen zu demonstrieren. Doch er scheitert beim Casting jedesmal an seinen Nerven. So ergänzen sich Bruno und Francois in ihrer sozialen Hilflosigkeit. Brunos eigene Naivität in Bezug auf das willkürliche Schliessen von Freundschaft korrespondiert dabei mit der Unfähigkeit des Antiquitätenhändlers überhaupt eine einzige zu schliessen. In Abwandlung von Claude Berris Sommerkomödie könnte man sagen: Zusammen sind sie besser einsam.

Die Eleganz von Lecontes Inszenierung resultiert natürlich aus seinem traditionell wagemutigen Balanceakt die schwierigen Zwischentöne so zu dramatisieren, dass sie die Fabel illustrieren und gleichzeitig der lockeren Unterhaltungskomödie nicht abträglich sind. Nicht immer ist man geneigt, den gewagten Ausführungen zu folgen. Aber letztlich fügt der Regisseur selbst jene Experimente, die ins Absurde abgleiten, zu einem emotional berührenden Ganzen zusammen. Das Drehbuch, das er gemeinsam mit Jérome Tonnerre geschrieben hat, basiert auf einer Vorlage von Olivier Dazat. Film und Buch spiegeln beide das gewachsene Misstrauen in Frankreich gegen den grassierenden Neoliberalismus wider. Wie seine Kolegen beteiligt sich Leconte an der Diskussion um Alternativen zum steigenden Werteverlust in der Gesellschaft. Diesbezüglich ist man in Frankreich schon sehr viel weiter als hierzulande. Fürs deutsche Publikum ist vor allem die unterhaltsame Freundschaftsfabel attraktiv, die in der Aufgabe kulminiert, einen sogenannten "echten Freundschaftsdienst" zu leisten.

Die Leichtigkeit der Komödie und die Klasse seiner Darsteller machen Mein bester Freund zu einem Verwandten von Claude Berris bereits erwähnten Sommerhits Zusammen ist man weniger allein und dürfte dasselbe frankophile Publikum anziehen.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Dialog mit meinem Gärtner
Dt. Start: 20. Dez 2007
Vorschlag entfernen
Die Band von Nebenan
Dt. Start: 31. Jan 2008
Vorschlag entfernen
 
 
 

© 2012 MovieMaze.de