Regisseur Mike Nichols widmet sich in seinem politischen Drama einer wahren Begebenheit um einen texanischen Kongressabgeordneten, der sich zu einer ungewöhnlichen Geheimoperation hinreißen lässt. Die raffiniert angelegte Geschichte überzeugt durch wunderbare Darsteller, Witz und anspruchsvolle Handlung.
Charlie Wilson wird in den 80er Jahren zum Kongressabgeordneten des Staates Texas gewählt. Wilson ist ein Lebemann, er sagt bei Frauen und Alkohol nicht nein. Hinter der Fassade des Playboys verbirgt sich allerdings ein schlauer Kopf. Seine enge Freundin Joanne Herring, in gesellschaftlichen Kreisen hoch angesehen, rät ihm, sich neben seiner täglichen politischen Arbeit für afghanische Freiheitskämpfer, die gegen die Rote Armee kämpfen, einzusetzen. In Gust Avrakotos, einem CIA-Agenten mit besonderen Ambitionen, finden sie einen Vertrauten und Verbündeten. Zu dritt reisen sie in die betroffenen Regionen, wo sie um Hilfe für die Kriegführenden werben. Nach und nach kann Wilson im eigenen Land das Budget für geheime Aktionen um Millionen Dollar steigern, wodurch der Kauf von teuren Waffen und Hubschraubern gegen den Feind möglich wird.
Regisseur Mike Nichols legt mit seinem Drama einen sowohl unterhaltsamen als auch geistreichen politischen Film vor. Ein gut geschriebenes Drehbuch mit vielen Wendungen und schnellem Tempo sorgt für eine abwechslungsreiche Geschichte. Die Besetzung des Films ist erstklassig und glücklicherweise wirkt sich das auf das Drama nicht, wie so oft, negativ aus. Zwar kann Tom Hanks als Texaner nicht ganz überzeugen, dafür überrascht jedoch der Wandel seiner Figur in ganzen Zügen. Dass sich der Playboy nach und nach als gewiefter Politiker darstellt und in der geheimen Mission eine anspruchsvolle Aufgabe findet, ist für den Zuschauer eine gelungene Wendung. Herausragend ist auch Philip Seymour Hoffman in der Rolle des CIA-Agenten Gust, der als extrem zynischer Mensch nur Feinde um sich sammelt und durch seine Art den geeigneten Gegenpol für Wilson bietet. Julia Roberts weiß die Frau der gehobenen Klasse zwar gut zu spielen, ihre Nebenrolle bleibt aber neben den beiden Männern ungewohnt blass.
Das Drama lebt jedoch nicht nur durch Darsteller und Drehbuch, sondern vor allem durch den satirischen Unterton, der durch Nichols gekonnt zum Einsatz kommt. Ironie und Satire wechseln ständig einander ab und zeigen dem Zuschauer deutlich, welche Macht Politiker haben und wie sie diese gekonnt anzuwenden wissen. Unterhaltsam ist dabei vor allem die dargestellte Unwissenheit Wilsons über die politischen Handlungen in Pakistan und Afghanistan. Dabei ist er jedoch nicht der Einzige, der über das politische Vorgehen im Ausland keine Ahnung hat.
Der Krieg des Charlie Wilson ist unterhaltsame Kinokost mit gewissem Anspruch. Es wird unwahrscheinlich viel geredet, politische Grundkenntnisse sollten zudem vorhanden sein. Der politische Aspekt steht eindeutig im Vordergrund, auf die sozialen Missstände in den betroffenen Kriegsländern wird nur wenig eingegangen. Herausragende Darsteller und ein gutes Thema sind dafür ein eindeutiger Pluspunkt.