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Wong Kar Wais romantisches Roadmovie erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die viele Umwege macht, bevor sie sich eingesteht, die Liebe längst gefunden zu haben. My Blueberry Nights punktet nicht nur durch die gute Besetzung, insbesondere Norah Jones in ihrem Leinwanddebüt, sondern auch durch die gelungene Kameraarbeit. Kar Wai gelingt es mit seiner ersten US-Produktion, den Zuschauer allein mit seinen Aufnahmen zu fesseln.
Nachdem Elizabeth von ihrem Freund verlassen wurde, wird sie Stammkundin in dem kleinen Café von Jeremy. Jeden Abend kehrt sie dort für ein Stück Blaubeerkuchen ein. Jeremy gewöhnt sich schnell an seinen neuen Gast und die beiden reden viele Nächte miteinander. Dann bleiben Elizabeths Besuche plötzlich aus und erst durch eine Postkarte erfährt Jeremy, dass sie die Stadt verlassen hat und auf Reisen gegangen ist. Unterwegs lernt sie viele verschiedene Menschen und deren Probleme kennen und vergisst über allem jedoch nie, ihrem Freund Jeremy zu schreiben.
My Blueberry Nights überzeugt weniger durch die Geschichte, die relativ dünn gestrickt ist. Vielmehr sind es die Darsteller und die herausragende Kameraarbeit, die den Film sehenswert machen. Sängerin Norah Jones gibt ihr Leinwanddebüt und erscheint so, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. An ihrer Seite agiert Jude Law als Cafébesitzer Jeremy mit einer verschmitzten Lässigkeit, die er bestens beherrscht. Auf ihrer Reise durch die USA trifft Elizabeth auf unterschiedlichste Menschen. Deren Probleme großer und kleiner Natur sorgen für Abwechslung und führen den Zuschauer immer wieder zu neuen Abenteuern. Hier glänzen vor allem die Nebenrollen, die z.B. mit Natalie Portman oder David Strathairn besetzt sind. Die vielen kleinen Schicksale, die Elizabeth auf ihrer Reise begegnen, machen ihr irgendwann bewusst, dass das Verlassenwerden durch ihren Freund noch das kleinere Übel ist. Gleichzeitig wird ihr auch bewusst, dass der Beginn einer neuen Liebe dort auf sie wartet, wohin sie nie mehr zurückkehren wollte.
Die wunderbare Kameraarbeit zeichnet sich vor allem durch eine Mixtur unterschiedlichster Stilmittel aus. Neben dem Spiel mit den Farben fängt die Kamera z.B. immer wieder die Gesichter der Protagonisten hinter Glasscheiben ein, spiegelt sie, verwischt sie oder überschreibt sie mit Schriftzügen. Desweiteren arbeitet Kar Wai mit Reflexionen, Neonlichtern, Nahaufnahmen der Gesichter, in denen sich kleinste Regungen abzeichnen sowie mit ungewöhnlichen Perspektiven.
Wong Kar Wai wurde als erstem chinesischen Regisseur in diesem Jahr die Ehre zuteil, mit seinem Film die Filmfestsspiele in Cannes zu eröffnen. Das hat er wahrlich verdient. |