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My Blueberry Nights

(My Blueberry Nights, 2007)

Dt.Start: 24. Januar 2008
DVD: 07. August 2008
Premiere: 16. Mai 2007 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 6 Genre: Drama, Romanze
Länge: 95 min Land: China, USA
Darsteller: Norah Jones (Elizabeth), Jude Law (Jeremy), Natalie Portman (Leslie), Rachel Weisz (Sue Lynne), David Strathairn (Arnie), Chan Marshall (Katya)
Regie: Wong Kar Wai
Drehbuch: Wong Kar Wai, Lawrence Block


Inhalt

Wie jeden Abend kommt Elizabeth in das Café von Jeremy, um bei einem Blaubeerkuchen aus dem Fenster zu schauen. Anders als sonst, beginnt sie ein Gespräch mit Jeremy und erzählt ihm vom Ende ihrer großen Liebe. Die sich bereits andeutende Veränderung manifestiert sich am nächsten Tag, als sie nicht mehr im Café auftaucht. Jeremy beginnt daraufhin Nachforschungen anzustellen und findet heraus, dass Elizabeth eine lange Reise durch die USA angetreten hat, um zu sich selbst zu finden.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

My Blueberry Nights hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 89%
Kurzkritik
von Markus Müller
Wertung von 89 für My Blueberry Nights

Über weite Strecken ist My Blueberry Nights ein Film über Einsamkeit und das schmerzliche Scheitern bei dem Versuch ihr zu entfliehen. Ein Liebesfilm im eigentlichen Sinne ist er, wenn überhaupt, nur sehr vordergründig. Auch wenn Norah Jones nicht die schauspielerische Klasse einer Rachel Weisz oder einer Natalie Portman hat, weiß sie dennoch zu überzeugen. Das liegt unter anderem daran, dass ihr die Rolle der Elizabeth wie auf den Leib geschneidert ist. Überhaupt ist der Film ohne sie und ihre Musik, in dieser Form nur schwer vorstellbar, denn My Blueberry Nights wirkt, als wären die Lieder von Norah Jones zum Film geworden. Mit der entsprechenden Motivation ist es aber nicht schwer, einige Kritikpunkte zu finden. So könnte man dem Film, sicherlich nicht ganz unbegründet, Kitsch und platte Metaphern vorwerfen oder die Geschichte für zu konstruiert und unglaubwürdig halten. Im Gesamtbild ist aber alles derart stimmig, dass man sich fragen muss, warum man sich dieses wunderschöne, tief melancholische Kunstwerk verderben sollte.

Kritik

von Julia Stache
My Blueberry Nights hat eine Wertung von 89%
Wong Kar Wais romantisches Roadmovie erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die viele Umwege macht, bevor sie sich eingesteht, die Liebe längst gefunden zu haben. My Blueberry Nights punktet nicht nur durch die gute Besetzung, insbesondere Norah Jones in ihrem Leinwanddebüt, sondern auch durch die gelungene Kameraarbeit. Kar Wai gelingt es mit seiner ersten US-Produktion, den Zuschauer allein mit seinen Aufnahmen zu fesseln.

Bild aus My Blueberry Nights Nachdem Elizabeth von ihrem Freund verlassen wurde, wird sie Stammkundin in dem kleinen Café von Jeremy. Jeden Abend kehrt sie dort für ein Stück Blaubeerkuchen ein. Jeremy gewöhnt sich schnell an seinen neuen Gast und die beiden reden viele Nächte miteinander. Dann bleiben Elizabeths Besuche plötzlich aus und erst durch eine Postkarte erfährt Jeremy, dass sie die Stadt verlassen hat und auf Reisen gegangen ist. Unterwegs lernt sie viele verschiedene Menschen und deren Probleme kennen und vergisst über allem jedoch nie, ihrem Freund Jeremy zu schreiben.

My Blueberry Nights überzeugt weniger durch die Geschichte, die relativ dünn gestrickt ist. Vielmehr sind es die Darsteller und die herausragende Kameraarbeit, die den Film sehenswert machen. Sängerin Norah Jones gibt ihr Leinwanddebüt und erscheint so, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. An ihrer Seite agiert Jude Law als Cafébesitzer Jeremy mit einer verschmitzten Lässigkeit, die er bestens beherrscht. Auf ihrer Reise durch die USA trifft Elizabeth auf unterschiedlichste Menschen. Deren Probleme großer und kleiner Natur sorgen für Abwechslung und führen den Zuschauer immer wieder zu neuen Abenteuern. Hier glänzen vor allem die Nebenrollen, die z.B. mit Natalie Portman oder David Strathairn besetzt sind. Die vielen kleinen Schicksale, die Elizabeth auf ihrer Reise begegnen, machen ihr irgendwann bewusst, dass das Verlassenwerden durch ihren Freund noch das kleinere Übel ist. Gleichzeitig wird ihr auch bewusst, dass der Beginn einer neuen Liebe dort auf sie wartet, wohin sie nie mehr zurückkehren wollte.

Die wunderbare Kameraarbeit zeichnet sich vor allem durch eine Mixtur unterschiedlichster Stilmittel aus. Neben dem Spiel mit den Farben fängt die Kamera z.B. immer wieder die Gesichter der Protagonisten hinter Glasscheiben ein, spiegelt sie, verwischt sie oder überschreibt sie mit Schriftzügen. Desweiteren arbeitet Kar Wai mit Reflexionen, Neonlichtern, Nahaufnahmen der Gesichter, in denen sich kleinste Regungen abzeichnen sowie mit ungewöhnlichen Perspektiven.

Wong Kar Wai wurde als erstem chinesischen Regisseur in diesem Jahr die Ehre zuteil, mit seinem Film die Filmfestsspiele in Cannes zu eröffnen. Das hat er wahrlich verdient.



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