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Der Fuchs und das Mädchen

(Le Renard et l'Enfant, 2007)

Dt.Start: 27. Dezember 2007
DVD: 11. Juli 2008
Premiere: 12. Dezember 2007 (Frankreich)
FSK: o.A. Genre: Abenteuer, Familie
Länge: 97 min Land: Frankreich
Darsteller: Bertille Noel-Bruneau
Regie: Luc Jacquet
Drehbuch: Luc Jacquet, Eric Rognard


Inhalt

Als ein Mädchen im Spätsommer auf einen jagenden Fuchs trifft, ist sie von dem scheuen Tier fasziniert und hängt sich an seine Fersen. Trickreich und behutsam zugleich gewinnt sie sein Vertrauen und es entwickelt sich eine fabelhafte Freundschaft. Zusammen mit dem Fuchs lernt sie fortan die Geheimnisse der Natur kennen und ändert ihr Verständnis der Tiere grundlegend.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Der Fuchs und das Mädchen hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Reinhard Staupe
Der Fuchs und das Mädchen hat eine Wertung von 70%
Mit einem simplen Trick gelingt es dem Regisseur aus einer Natur-Dokumentation, aus zahllosen Landschafts- und Tieraufnahmen, einen süßen Film, ja ein Märchen für kleine Kinder (und ihre großen Begleiter) zu machen: er fügt dem rein Anschaulichen einfach einen Hauch von Geschichte hinzu. Und so nimmt die allzeit vergnügte Hauptdarstellerin die Kinobesucher lächelnd an die Hand und hopst mit ihnen durch die Bergwälder, über die Leinwand und (nach zwei echten Schreckminuten) aus dem Saal hinaus bis nach Hause.

Bild aus Der Fuchs und das Mädchen Manchmal sind es nur ganz kleine Dinge, die etwas wirklich Großartiges kaputtmachen können. Und so muss ich, wenn ich dem Film eine Empfehlung aussprechen möchte (was ich hiermit ausdrücklich tue!), gleich voranstellen, dass das Ganze haarscharf an eben genau so einem alles zerschmetterndem Detail vorbeischrammt.

Um zu verstehen, was ich meine, muss ich mal knappe dreißig Jahre zurückspringen. Da sehe ich nämlich völlig begeistert Mogli, Baghira und Balu durch den Dschungel tänzeln - meine Freunde, in die ich mich sofort verliebe. Dann kommt der böse Tiger Shir Khan aus dem Busch und riecht das Menschenkind. Balu stellt sich ihm in den Weg, verteidigt Mogli, und wird mit den schärfsten und gemeinsten Krallen aller Zeiten zu Boden gefetzt. Dort liegt er dann, ermordet, der Bär aller Bären, und ich kann es nicht fassen und will es nicht glauben. Es dauert auch nicht lange (Baggi setzt gerade zu einer Trauerrede an), da klappt Balu sein Augenlid hoch, lächelt verschmitzt, und alles ist wieder in Ordnung. Hurra. Punktlandung auf den Millimeter.

Fast genau das Gleiche passiert mit dem kleinen Fuchs auch, als er dem Mädchen, kurz vor Schluss des Films in ihr Zimmer folgt. Das Samtpfötchen ist dann nämlich doch, bei aller kindlich-tierischen Freundschaft, kein Haustier, das man zähmen und einsperren kann. So dreht er schließlich durch, will raus, nichts als raus - und springt mitten durch die Fensterscheibe. Dann liegt er im Schotter, blutend und zerschnitten. Und vor allem: tot. Ja, tot, richtig tot! Zumindest glauben das die Kinder, und vereinzelt fließen hörbare Tränen im Kino. Natürlich lebt er dann doch wieder und alles fügt sich in Wohlgefallen, aber es ist eine Spur zu realistisch, dauert einige pochende Herzschläge zu lange. Da musste ja sogar ich zweimal tief schlucken! Ich sage das deshalb so explizit, damit alle Eltern und Onkel und Tanten genau in diesem Moment ein Stückchen näher an den Nachwuchs heranrücken und warnen, trösten und abwiegeln können. Dann ist es vielleicht nur halb so schlimm und das Vergnügen bleibt ungetrübt.

Zum eigentlichen Film will ich nur zwei Dinge sagen. Erstens: Die Landschafts- und Tieraufnahmen sind wunderschön. Aus jedem Bild spricht die Liebe zur Natur. Fast habe ich den Eindruck, dass Regisseur Luc Jacquet, der mit Die Reise der Pinguine einen der erfolgreichsten Dokumentarfilme aller Zeiten gedreht hat, hier seiner Heimat oder seiner Kindheit, oder beidem, ein Denkmal setzen möchte. Zweitens: Im ganzen Film tauchen nur zwei Menschen auf: das kleine sommersprossige Mädchen, das nichts anderes im Sinn hat, als sich ebenso beharrlich wie behutsam anzunähern, und, für ganze vier Minuten am Ende, ihr Sohn, dem sie, jetzt eine erwachsene Frau, bis dahin die ganze Geschichte (ihre eigene!) aus dem Off heraus erzählt hat. Ansonsten gibt es, neben dem zweiten Star, dem Fuchs, noch etwa 300 Kleindarsteller zu erwähnen: Bär, Wolf, Reh, Hirsch, Hase, Adler, Otter, Murmeltier, Spinne, Fliege, Biene, Frosch, Wildschwein...

Wer kleine Kinder hat, Obergrenze etwa zwölf Jahre, der sollte sich den Film unbedingt anschauen. Gar keine Frage. Wer jedoch etwas mehr an Lebensringen mit auf die Waage bringt und keine minderjährige Begleitung hat, der macht zwar keinen Fehlgriff mit dem Fuchs und dem Mädchen, aber dem möchte ich dann doch einen anderen Film voller Naturpracht ans Herz legen, ebenfalls aus Frankreich und ebenfalls mit einem supersüßen rothaarigen Schnütchen: Der Schmetterling. Der ist genauso schön (fotografiert). Nein, noch schöner. Und er hat deutlich mehr wolkenleichte Handlung und zarte Dialoge zu bieten. Ein absoluter Traum für die ganz Großen!



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