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Mit der Rambo Reihe konnte sich Hauptdarsteller Sylvester Stallone neben seiner Rocky Franchise noch ein weiteres Standbein aufbauen. Während die Nachfolger qualitativ nur selten über den Durchschnitt hinaus kamen, ist das Original noch eine beeindruckende Charakterstudie, der es auch heute noch gelingt zum Nachdenken anzuregen.
Wenn man auf der Straße die Leute nach Rambo fragen würde, dann bekäme man sicherlich zu hören, dass es sich bei dieser Filmreihe um eine sinnfreie 80er-Jahre Actionunterhaltung handle. Dass die Trilogie diesen Ruf nicht zu unrecht hat, liegt sicherlich an seinen Fortsetzungen, doch oftmals wird außer Acht gelassen, dass in Teil 1 viel mehr als ein typischer Actioner zu finden ist.
Nach seiner Rückkehr aus Vietnam wird Veteran John Rambo alles andere als herzlich von der Bevölkerung aufgenommen. Auf der Suche nach seinen Exkameraden stößt er auf ein kleines Nest, wo er von dem ansässigen Sheriff darauf hingewiesen wird, schleunigst die Stadt zu verlassen. Als er sich weigert, zieht die örtliche Polizei andere Seiten auf und misshandelt den ehemaligen Soldaten. An seine Gefangenschaft im Krieg erinnert gelingt ihm die Flucht und er nutzt seine Spezialausbildung, um sich gegen seine Peiniger zu verteidigen.
Auch wenn sich die Geschichte auf den ersten Blick wie das Grundgerüst eines 08/15-Actionfilms anhört, hat das von Sylvester Stallone geschriebene Drehbuch weitaus mehr zu bieten als man auf den ersten Blick zu glauben vermag. Rambo ist vielmehr eine Charakterstudie, die sich mit dem Problem der fehlenden Integration der Vietnamsoldaten in die Gesellschaft außereinandersetzt. Dies ist zwar verpackt in einem Actionfilm, doch wenn der titelgebende Charakter in dem großartigen Finale emotional zusammenbricht, dann kann man ruhigen Gewissens von einem Magic Moment der Filmgeschichte sprechen.
Dass man dem Film auf dem ersten Blick eine fehlende Tiefe attestieren könnte, liegt sicherlich auch ein wenig an der Inszenierung von Ted Kotcheff, der sich zwar oftmals schön an Beim Sterben ist jeder der Erste orientiert, aber über weite Strecken wie ein reiner Actioner wird. Verstärkt wird dies zudem durch den Charakter von Rambos ehemaligem Vorgesetzten Trautman, der die Geschehnisse mit ein paar herrlichen One-Linern auflockert.
Mit seiner oscarnominierten Darbietung in Rocky hat Stallone bewiesen, dass er weit mehr ist als nur ein Actionstar und auch hier kann der wortkarge Mime zeigen was er drauf hat. Gerade im Finale gelingt es ihm in der wichtigsten Szene des Filmes den Zuschauer zu berühren und gleichfalls zu begeistern. Während die Bösewichte um Brain Dennehy und CSI Miami-Star David Caruso eher blass bleiben, kann Richard Crenna als megacooler Vorgesetzter einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Trotz einer manchmal etwas zu actionlastigen Inszenieung kann Rambo auf das Drehbuch seines Hauptdarstellers bauen und den Zuschauer emotional mitreißen. Während seine Nachfolger nur selten über das Genre des Actiontrashs hinaus kamen, ist der erste Teil der Reihe noch eine überaus überzeugende Charakterstudie, die leider oftmals in einen Topf mit seinen Nachfolgern geworfen wird. |