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Shrek - Der tollkühne Held

(Shrek, 2001)

Dt.Start: 05. Juli 2001 Premiere: 22. April 2001 (USA)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 90 min Land: USA
Darsteller: Mike Myers (Shrek), Eddie Murphy (Esel), Cameron Diaz (Prinzessin Fiona), John Lithgow (Lord Farquaad), Vincent Cassel (Robin Hood), Tommy Karlsen (Pinocchio), Chris Miller (Zauberspiegel), Kathleen Freeman (Alte Frau), Peter Dennis (Ogre Jäger), Jim Cummings (Wache), Jacquie Barnbrook (Wrestling Fan), Val Bettin (Bischof)
Regie: Andrew Adamson, Vicky Jenson
Drehbuch: William Steig, Ted Elliott


Inhalt

Es war einmal ein großer grüner Riese namens Shrek, der ein einsames aber glückliches Leben in den Sümpfen führte. Eines Tages begann der böse Lord Farquaad sämtliche Märchengestalten seines Reiches einzusperren, weshalb diese Schutz bei dem grünen Ungetüm suchten. Da Shrek seine ungewollten Besucher jedoch möglichst schnell wieder loswerden wollte, machte er sich auf den Weg zu Lord Farquaad um seine Sümpfe zurückzufordern. Doch die sollte er erst wieder bekommen, wenn er sich bereit erklärte die schöne Prinzessin Fiona aus den Fängen eines gefährlichen Drachen zu befreien.
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Kritik

Shrek - Der tollkühne Held hat eine Wertung von 96%

Zweieinhalb Jahre nach der irrwitzigen Revolte einer frustrierten Ameise in Antz haben DreamWorks und PDI jetzt ihren zweiten vollständig computeranimierten Film fertig gestellt, der Vergleiche mit Das Große Krabbeln oder Toy Story 2 aus dem Hause Pixar keinesfalls scheuen muß. Mit Shrek - Der tollkühne Held haben die Leute von PDI ohne Zweifel wieder einen ganz großen Schritt nach vorne gemacht. Dabei sind es in erster Linie gar nicht einmal die hervorragenden Animationen die diesen Film zu einem absoluten MUSS machen, sondern vielmehr die Unmenge an originellen Ideen und schrägen Gags, sowie der spielerisch lockere Umgang mit dem Thema durch den der Film das gesamte Genre auf den Kopf stellt.

Der Film, dessen Geschichte vage auf einem Kinderbuch von William Steig basiert, weist einerseits Züge eines klassischen Märchens auf, nimmt sich andererseits jedoch die Freiheit heraus, mit den uns bekannten Märchenklisches zu jonglieren und sämtliche erzählerischen Konventionen über Bord zu werfen. Der tollkühne Hauptdarsteller des Films ist eigentlich ein ziemlich unfreundlicher Geselle der ganz und gar unfreiwillig den Helden spielt, der fiese Bösewicht wirkt nicht zuletzt durch seine geringe Körpergröße alles andere als bedrohlich, der gefährliche Drache mutiert von Armor's Pfeil getroffen zum handzahmen Schoßtier und die wohlerzogene und rettungsbedürftige Prinzessin macht mittels Martial Arts Kampftechniken schon mal eine ganze Räuberbande platt wenn es die Situation verlangt. In diesem Film ist nichts so wie es auf den ersten Blick scheint und schon gar nicht so wie wir es von Erzählungen der Gebrüder Grimm und deren Kollegen gewohnt sind.

Shrek - Der tollkühne Held parodiert im Rahmen der eigentlichen Geschichte jede Menge berühmter Märchenfiguren wie zum Beispiel Cinderella, Schneewittchen oder Pinocchio, überrascht aber auch durch eine Vielzahl moderner Einflüsse. So gibt Robin Hood zusammen mit seiner Gang eine Musical-Performance zum Besten um die hübsche Prinzessin zu beeindrucken, während Shrek gemeinsam mit seinem animalischen Sidekick eine Horde Ritter mittels gekonnter Wrestlingmoves aus dem Weg räumt. Dabei sind viele Szenen mit schwungvoller Musik von Künstlern wie Smash Mouth, Sugar Ray oder den Baha Man unterlegt. Der Film liefert während seiner gesamten Dauer eine gekonnte Mischung aus Parodie, Situationskomik und Dialogwitz ab, die jede Sekunde absolut zu überzeugen weiß. Für die spritzigen Dialoge sind nicht zuletzt die passend gewählten Synchronsprecher verantwortlich, unter denen Eddie Murphy als ständig quasselnder, singender, summender, niemals Ruhe geben wollender Esel besonders heraussticht. Der schwarze Ausnahmekomiker, der bereits in Mulan einer animierten Figur seine markante Stimme geliehen hat, ist in dieser Rolle wieder einmal in seinem Element. Wenn ich an die Szene denke in der Shreks überdrehter Freund seinem liebskranken Kumpel urplötzlich "Try a little Tenderness" entgegenschmettert, könnte ich auch jetzt noch vor Lachen vom Stuhl kippen.

Doch obwohl der Film eine einzige Aneinanderreihung von zündenen Gags und witzigen Einfällen ist, kommt auch die sogenannte Moral von der Geschicht nicht zu kurz. Shrek - Der tollkühne Held zieht zwar sämtliche Märchenelemente durch den Kakao und demontiert die Stützpfeiler des Genres, bleibt jedoch gleichzeitig stets selbst ein Märchen, in dem die Hauptfiguren einen inneren Wandlungsprozeß durchlaufen, etwas für ihr weiteres Leben mitnehmen und einem unvermeidlichen Happy End entgegensteuern. Prinzessin Fiona lernt sich im Verlauf der Geschichte so zu akzeptieren wie sie ist und Shrek erkennt daß es Lebewesen gibt, die ihn nicht wegen seines erschreckenden Äußeren bereits von vornherein ablehnen. Dabei läuft der Film aber nie Gefahr kitschig zu werden, da der gefühlvolle Teil der Geschichte gekonnt in das erwähnte Gagfeuerwerk miteingebaut wurde. Mittlerweile haben viele Drehbuchautoren eingesehen, daß sie uns Zuschauern ihre Botschaft nicht unbedingt mit dem Vorschlaghammer ins Gehirn hämmern müssen. Damit ist Shrek - Der tollkühne Held nach Ein Königreich für ein Lama dieses Jahr schon der zweite Animationsfilm, dem es gelingt sein Publikum perfekt zu unterhalten ohne dabei hohl oder emotionslos zu wirken. Da kann man ja schon fast von einem neuen Trend sprechen. Endlich haben es die Leute kapiert, daß ihnen im Bereich der Zeichentrickfilme oder in diesem Fall eben im Bereich der computergenerierten Filme alle kreativen Möglichkeiten offen stehen. In Shrek - Der tollkühne Held gibt es tolle "Kamerafahrten", geniale Slowmotions und einige andere regietechnische Spielereien, die einen zeitweise wirklich vergessen lassen, daß es sich hier nicht um einen Realfilm handelt.

Shrek - Der tollkühne Held hat sämtliche Erwartungen die ich jemals an ihn gestellt hatte um Längen übertroffen und ist ohne Frage der beste computeranimierte Film den ich bis dato gesehen habe. Der Film ist originell, rasant, witzig, innovativ und kein Stück langweilig. Die Atmosphäre die bei der Vorführung gestern im Kinosaal herrschte lässt sich nicht so recht mit Worten beschreiben. Es war ein ständiger Wechsel zwischen ausgelassenem Gelächter und begeistertem Szenenapplaus, wodurch eine wahnsinnig lockere Stimmung entstand. Irgendwann wurde den Zuschauern dann klar, daß sie sich wirklich zusammen nehmen müssen, da man aufgrund des kollektiven Lachens und Jubelns gar nicht mehr alle Gags mitbekommen hat. Das gabs schon lang nicht mehr. Shrek - Der tollkühne Held gehört definitiv zu den Filmen die man auf gar keinen Fall verpassen darf. Also sichert Euch jetzt schon mal Eure Karten!

von Thomas Brendel


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