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10.000 B.C.

(10,000 B.C., 2008)

Dt.Start: 06. März 2008 Premiere: März 2008 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Abenteuer
Länge: 109 min Land: USA
Darsteller: Steven Strait (D'Leh), Camille Belle (Evolet), Cliff Curtis (Tic-Tic), Tim Barlow (The Pyramid God), Suri van Sornsen (Mammut-Jägerin), Nathanael Baring (Baku)
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Roland Emmerich, Harald Kloser


Inhalt

Es war einmal eine Zeit, in der die Menschen für Nahrung Mammuts jagen mussten und gleichzeitig im ständigen Kampf mit Säbelzahntigern und prähistorischen Raubtieren standen. In dieser Zeit lebt der junge D'Leh, der mit seiner Armee den Auftrag bekommt, für das Überleben seines Volkes zu sorgen, indem er auf die Jagd geht. Es wird nicht seine einzige Aufgabe bleiben, da seine geliebte Evolet in die Fänge eines verfeindeten Kriegsherrn geraten ist.
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Kritik

10.000 B.C. hat eine Wertung von 15%
"In einem Land vor unserer Zeit", nach diesem Motto versucht Roland Emmerich seine Story von frühgeschichtlichen Jägern und Kulturen zu erzählen. Zutreffender wäre allerdings, "In einem Land vor jeglichem Verstand" gewesen. Emmerich, bekannt für seine wenig plausiblen Bombaststreifen, scheint sich diesmal selbst übertroffen zu haben. Wer allerdings gerne in Alternativ-Realitäten a la Däniken eintaucht, vermag dem Streifen vielleicht etwas abzugewinnen.

Bild aus 10.000 B.C. Nachdem Roland Emmerich schon ein paar Mal die Welt vernichtet oder zumindest die Stadt New York in Schutt und Asche gelegt hat, entschied er sich diesmal die Handlung seiner Geschichte in die Steinzeit zu verlegen. Zu einer Zeit als der Mensch gerade begann vom Jäger zum Bauern zu werden und Zivilisationen auf unterschiedlichen Kulturstufen nebeneinander her existierten. Emmerich mischt in buntem Reigen verschieden Motive, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, alles schon mal gesehen zu haben.

Helden der Handlung von 10.000 B.C. sind die Jäger des edlen und mutigen Volkes der Yagahl. Verwegene Mammutjäger und die letzten einer Epoche, die sich allmählich ihrem Ende entgegenneigt. Während einer aberwitzigen Mammut-Treibjagd (schon mal versucht Elefanten zu treiben? Die drehen sich nicht um und laufen weg! Aber bei Emmerich ist alles anders) gelangt der junge Jäger D'Leh (Steven Strait) zu Ruhm durch das Erlegen eines großen Mammutbullen. Ihm hat die Dorfschamanin ohnehin eine außergewöhnliche Zukunft geweissagt. Doch die Freude über die reiche Beute währt nicht lang. Des Nachts wird der Stamm von berittenen Sklavenjägern überfallen und viele der Yagahl verschleppt. D'Leh, sein Ziehvater Tic'Tic (Cliff Curtis) und zwei weitere Jäger beschließen sich an die Verfolgung der Vierfüssigen Dämonen, wie sie die Reiter nennen, zu machen, in der Hoffnung ihre Stammesbrüder wieder zu befreien. Vor allem D'Leh hat eine höchst persönliche Motivation die Entführer zu finden. Diese haben seine große Liebe Evolet (Camilla Belle) gekidnappt. Die Reise entpuppt sich als gefährlicher Trip durch wechselnde Landschaften mit allerlei mörderischem Viehzeugs, wie gigantische Terrorvögel und Säbelzahnkatzen. Immer wieder sind ihre Stammesbrüder greifbar nahe, eine endgültige Befreiung gelingt aber nicht. Die Sklavenjäger erreichen ihr Ziel und gelangen zu ihren Herren, pharaonenartigen, selbsternannten Göttern. Dort schuften tausende Sklaven für den Bau gigantischer Pyramiden. D'Leh braucht Verstärkung, wenn er seine Freunde befreien will.

Was für ein schöner Film mit einer phantastischen Story. Aber nur, wenn man bereit ist seinen Verstand völlig auszuschalten, alles auszublenden was jemals die Wissenschaft über die Vergangenheit herausgefunden hat und ebenso bereit ist, ein halbes Dutzend anderer Filme, aus denen dieses Machwerk zusammengestückelt wurde, außen vor zu lassen. Eines muss man Roland Emmerich lassen, er hat ein unglaubliches Talent, noch den allergrößten hanebüchenen Unsinn zu einem Blockbuster zu machen. Diesmal ist dennoch die Schmerzgrenze überschritten. Hochkulturen mit Metallwaffen (Eisen!) zu einer Zeit, als nicht einmal das Kupferbeil bekannt war, Pyramidenbauer 7000 Jahre zu früh (als Erklärung bietet Emmerich hierfür wahlweise Außerirdische oder Überlebende von Atlantis an), die Mammuts zu einer Art Zugochsen abgerichtet haben und menschenjagende Killer-Truthähne (diese Terrorvögel gab es zwar, nur sind diese vor zwei Millionen Jahren in Süd-Amerika ausgestorben und haben in Afrika, wo Emmerichs Geschichte spielt, nie gelebt).

Der Film ist eine wenig gelungene Mischung aus Stargate, Apocalypto, Der Letzte Mohikaner, Jurassic Park und wenn nun noch ein quasselndes, ständig nervendes Faultier augetaucht wäre (Mammuts und Säbelzahnkatzen sind schon da), hätte man die Ice Age Truppe komplett beisammen.

Schön sind die Landschaftsaufnahmen, die ein wenig an Herr der Ringe erinnern (kein Wunder, wurde teilweise doch in Neuseeland gedreht) und immer wenn es gefühlsduselig wird, zeigt sich, dass Emmerich hierfür ein Händchen hat und genau weiß, was auf dem US-Markt gut ankommt. Enttäuschend ist wiederum, dass über die ganze Länge eine Spannung aufgebaut wird und man auf einen würdigen Show-Down wartet, vielleicht tatsächlich in einem ordentlichen Schlachtspektakel, aber so richtig fetzt das am Ende auch nicht. Da schaut man sich lieber jede BBC Urzeit-Doku an.

von Dimitrios Athanassiou


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