Die Tatsache, dass in Hollywood das Gesetz gilt, jeden auch nur halbwegs erfolgreichen Film fortzusetzen, ist mit Sicherheit für niemanden eine wirkliche Überraschung mehr. Leider flachen die meisten dieser Fortsetzungen im Vergleich zum ersten Teil deutlich ab. Der zweite Teil von Zurück in die Zukunft stellt in dieser Hinsicht eine erfrischende Ausnahme dar und schafft es, die Qualität des Vorgängers nahezu zu halten.
Ob Robert Zemeckis und Bob Gale tatsächlich, wie sie selbst behaupten, beim Dreh des ersten Teils keine Fortsetzung geplant haben, obwohl die letzte Szene von Zurück in die Zukunft den Handlungsbeginn vorwegnimmt - oder ob sie sich mit dem Problem konfrontiert sahen, aus einem Gag am Ende des ersten Teiles einen Film aufzubauen, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.
So beginnt der Film noch einmal mit der letzten Szene des ersten Teils. Doc Brown (Christopher Lloyd) taucht auf, um den gerade aus der Vergangenheit zurückgekehrten Marty (Michael J. Fox) und Freundin Jennifer mit auf eine Reise in die Zukunft zu nehmen. Doch auch wenn die ersten Minuten fast exakt wie die letzten Minuten des ersten Teils aussehen, stammen sie nicht daraus, sondern mussten für den zweiten Teil nochmal nachgestellt werden. Claudia Wells (Alien Armageddon) wollte aufgrund der Tatsache, dass man bei ihrer Mutter ein Krebsleiden diagnostizierte, nicht erneut in die Rolle der Jennifer schlüpfen, und musste daher durch Elisabeth Shue ersetzt werden.
Die folgenden beginnenden Szenen in der Zukunft erschrecken einen dann durchaus ein bisschen. Denn das Spezialeffekt-Spektakel, dass in den kommenden Minuten folgt, lässt die Möglichkeit offen, dass es sich bei Zurück in die Zukunft II auch nur um einen spezialeffekt-lastigen Aufguss des ersten Teils handelt. Doch hier kann Entwarnung gegeben werden.
Denn während es im ersten Teil nur um Zeitreiseprobleme im Kleinen ging, drehen Gale und Zemeckis den Spieß in der Fortsetzung um. War die Rettung von Martys Vater durch Marty im ersten Teil nur ein Versehen - und die ab dann vorkommenden Änderungen für die Zukunft durchaus positiv, beginnt hier eine Jagd zwischen den Zeiten, um eine gezielte Änderung mit furchtbaren Konsequenzen zu verhindern.
Den Höhepunkt bildet hierbei mit Sicherheit die Idee, dass ein markanter Teil des Films wieder zur selben Zeit wie der erste spielt und man so als Zuschauer Szenen aus dem Vorgänger aus anderen Sichtweisen zu sehen bekommt.
Die Regie und die musikalische Untermalung sind wie auch im Vorgänger herausragend. Mit Ausnahme der Anfangsszenen in der Zukunft gibt sich Zemeckis auch hier nicht der Effekthascherei hin und bleibt stets mit seinem Hauptaugenmerk bei den Figuren.
Christopher Lloyd und Michael J. Fox machen auch hier ihre Jobs wieder erstklassig und passen in ihre Rollen wie die Faust aufs Auge. Gerade Christopher Lloyd wirkt in diesem Film noch ein wenig mehr eingebunden, was dem Film deutlich bekommt.
Auch Thomas F. Wilson als Biff und Lea Thompson als Martys Mutter Lorraine sind wieder mit von der Partie. Und auch sie spielen ihre Rollen durchaus überzeugend, wenngleich sie durch die Erhöhung auf mehrere Versionen ihrer Selbst weitaus weniger Zeit haben, ihr Potenzial voll auszuschöpfen.
Einzig auf Crispin Glover musste verzichtet werden. Die Gründe hierzu sind bis heute noch nicht ganz klar. Laut Gale und Zemeckis wollte Glover zu viel Geld. Laut Glover gab es Probleme bei der Ausgestaltung seines Charakters. Um die Rolle des George nicht mit einem anderen Gesicht zu besetzen, schrieb man die Figur einfach so gut es ging aus dem Drehbuch.
Letztlich ist Zurück in die Zukunft II ein empfehlenswerter Film, der die Frage, ob eine Fortsetzung zu Zurück in die Zukunft wirklich unbedingt notwendig war, mit einem klaren Ja beantwortet. Einzig das leicht übertriebene zur Schau stellen von Spezialeffekten zu Anfang trübt den Gesamteindruck ein kleines bisschen und lässt ihn so in der Gesamtwertung leicht hinter den ersten Teil fallen.