Mit Zurück in die Zukunft II haben Bob Gale und Robert Zemeckis ihre Geschichte erstklassig erweitert. Leider tritt bei dem vorliegenden dritten Teil das Zeitreisethema weitgehend zugunsten einer Western-Klamotte in den Hintergrund. Zwar kann der Film durch einen gelungenen Anfang punkten, jedoch fällt er, auch wegen der hohen Erwartungen, die die beiden Vorgänger geweckt haben, deutlich ab.
Eigentlich waren Zurück in die Zukunft II und III als ein Film unter dem Arbeitstitel "Paradox" geplant. Da der Film allerdings eine Spielzeit über dreieinhalb Stunden erreicht hätte, entschloss man sich, den Film in zwei Teile zu splitten. Während diese Teilung beim zweiten Streich der Trilogie noch sehr gut funktioniert hat, wirkt Zurück in die Zukunft III ein wenig wie ein viel zu lang gezogenes Ende für Teil zwei.
Teil zwei endete damit, dass Marty wieder genau dort ist, wo er im ersten Teil die Vergangenheit verlassen hatte. Die ersten Minuten des Films fangen das Feeling der beiden Vorgänger gekonnt auf. Nachdem Zurück in die Zukunft II zu Anfang noch ein wenig schwächelte, bekommt man hier sofort den Eindruck, Bob Gale und Robert Zemeckis setzen hier noch einen drauf. Was dann aber folgt, ist reine Hollywoodkalkulation. War der zweite Teil noch eine intelligente Weiterentwicklung der Zeitreiseproblematik, bekommt man hier einen müden Aufguss des ersten Teils serviert. Lediglich befinden sich die beiden Darsteller nun nicht in den 1950er, sondern im Wilden Westen - und Marty und Doc Brown tauschen die Rollen.
Dieser gewaltige Zeitsprung kommt allerdings nicht so gut an, wie es die Macher beabsichtigten. Auch wenn die Zeiten der Cowboys und der Indianer durchaus einige Schauwerte bieten (was die 50er allerdings auch taten), können sie nicht wirklich das kaschieren, was bei der Ausarbeitung der Geschichte schief lief. Denn wäre ein gut gemachter Aufguss des ersten Teils in einer anderen Zeit vielleicht noch durchaus hinnehmbar, stellt sich besonders der zweite Aspekt als ein großer Fehler heraus: der Quasi-Tausch der Rollen.
Mit seiner Darstellung des verrückten Professors konnte Christopher Lloyd in beiden vorherigen Teilen nicht nur mühelos überzeugen, sondern wurde ganz klar zum Publikumsliebling. Daher war es keine Überraschung, dass man sich irgendwann auf Doc Brown konzentrieren würde und die Rolle von Michael J. Fox als Marty ein wenig in den Hintergrund abfällt. Lloyds Figur zur dramaturgischen Hauptrolle zu machen, stellt sich allerdings als Fehler heraus. Auch die große Sympathie, die sich Lloyd in Zurück in die Zukunft und Zurück in die Zukunft II erarbeitet hat, können nicht verhindern, dass einem die überdrehte Art in dieser inflationären Verwendung irgendwann einfach zu viel wird. Dazu verliert die Figur, sobald sie aus dem Korsett des wirren Wissenschaftlers fällt, leider auch an Glaubwürdigkeit.
Die neu dazu gekommene Mary Steenburgen füllt ihre Rolle als weiblicher Co-Star leider nicht so gut aus wie Lea Thompson in den ersten beiden Teilen. Wenn schon Thompson im Vergleich zu Fox und Lloyd leicht abfiel, kann Steenburgen gar nicht mithalten und wirkt dadurch die meiste Zeit so hölzern, als sei sie aus der Augsburger Puppenkiste entflohen. Von Chemie zwischen ihr und Lloyd kann man leider nicht sprechen, was besonders bei den Liebesszenen dazu führt, dass die Szenen in leidenschaftslosen Kitsch verfallen.
Positiv anzumerken ist wie auch in den ersten beiden Teilen der Score von Alan Silvestri. Die Bartfreunde von ZZ Top können leider mit ihrem Sound nicht mit den wunderbaren Hits mithalten, die von Huey Lewis and The News für den ersten Teil beigesteuert wurden.
So ist Zurück in die Zukunft III letztlich eine maue Wild-West-Klamotte, die leider in keiner Weise an die Erwartungen, welche die beiden Vorgänger weckten, anknüpfen kann. Die Liebe zu den Figuren, die Musik von Alan Silvestri und die Spielfreude der Darsteller retten den Film in der Gesamtwertung dann aber doch noch auf ein halbwegs gutes Maß.