Das spannende Polizeidrama im winterlich-heruntergekommenen New York entspinnt sich zuerst innerhalb einer Abteilung und schlägt später auf fast die ganze Truppe um. Bevor der aufgebrachte Mob in den Straßen mehr Polizeiblut fordert, müssen einige unpopuläre Entscheidungen getroffen werden, die eine traditionsreiche Familie auseinanderzureißen drohen. Actionreiches Drama mit Nervenkitzel und hervorragenden Schauspielern in kühler, düsterer Atmosphäre.
Vier tote Cops bei einer Routine-Drogenrazzia: Das hätte nicht passieren dürfen. Die New Yorker Polizei sieht rot, ebenso die unter Generalverdacht stehenden Teile der Bevölkerung, Latinos und Schwarze. Straßenschlachten drohen, die Stimmung in der Stadt ist gereizt. Während eine große Trauerfeier und eine pompöse Beerdigung für die Toten organisiert wird, macht Detective Ray Tierney sich daran, die Umstände der schief gelaufenen Razzia näher unter die Lupe zu nehmen. Das Eisen ist heiß, denn die vier toten Polizisten standen ausgerechnet unter dem Befehl von Rays Bruder Francis. Francis und Ray sind Sprosse einer Familie mit langer Polizeitradition: Auch Vater Francis Sr. ist bei der Truppe und dabei noch Oberbefehlshaber der Manhattan Detectives.
Francis und sein Schwager Jimmy Egan sind schon länger in derselben Einheit, daher kann nur Ray, der in einer anderen Abteilung arbeitet, die internen Ermittlungen aufnehmen. Das tut er auch noch recht widerwillig, wer ermittelt schon auf Befehl des Vaters gern gegen seinen eigenen Bruder? Francis Sr. macht Ray auch bald unmissverständlich klar, dass er größten Wert auf ein reinweißes Familienimage legt. Zwischen den Zeilen lässt sich also lesen, dass der Vater den Sohn mit der Ermittlung betraut hat, weil er weiß, dass die Arbeit dann zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten erledigt wird. Man könnte aber auch hineininterpretieren, dass Ray besser nicht so genau hinschauen soll, wenn doch etwas im Busch sein sollte.
Während Ray sich in die Umstände der missglückten Razzia einarbeitet, drehen weitere Cops aus Francis' Abteilung durch: Bewaffnete Schikanen gegenüber Unschuldigen, Erpressung von Schutzgeld, Diebstahl. Dass all dies vielleicht zusammenhängt, kann Ray nicht ahnen, während er sich unter den eben so reinweißen Kollegen umzusehen beginnt.
Während die Cops der Stadt nach blutiger Rache für den Tod der vier Kollegen schreien, gerät Ray in einen Sumpf, von dessen Existenz er eine gute Weile gar nichts merkt. Erst spät, als er quasi schon bis zur Hüfte eingesunken ist, erheischt er für einen kurzen Augenblick einen Einblick in die wahren, schrecklichen Zusammenhänge der New Yorker Polizeitruppe. Er steht vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens und es kommt zu einem Showdown, der das Leben der Beteiligten für immer verändern wird.
Das Polizeidrama im Familienverbund, das die Hauptfiguren vor grundsätzliche Fragen der Loyalität stellt, ließe sich mit einigen Spoilern wesentlich klarer und deutlicher umreißen. Doch dann würde dem Zuschauer ein großer Teil des Kinoerlebnisses entgehen. Deswegen empfiehlt es sich auch nicht, andere Kritiken zu lesen, die eventuell mehr zu verraten haben.
Der Film selbst ist ein düsteres, dreckiges Polizei-Epos in einem Moloch von Großstadt, das die Augen nicht von den Widerwärtigkeiten der Gesellschaft abwendet. Leider geht die Entwicklung der Handlung sehr langsam voran, was einen ziemlichen Hänger im ersten Drittel auszuhalten erfordert. Auch ist es nicht gerade förderlich, dass das familiäre Wir-gegen-den-Rest-der-Welt-Gefühl, das US-Polizisten (oder andere Zweckgemeinschaften) so gern für sich hochhalten, hierzulande nicht besonders nachvollziehbar ist. Die oben erwähnte Loyalitätsfrage, der sich die Hauptfiguren konfrontiert sehen, käme in einem emotional weniger korrupten System gar nicht erst zur Sprache.
Routiniert inszeniert, schön düster angelegt, mit glaubwürdigen Figuren. Ein New York, das man eigentlich nicht sehen möchte, deswegen empfindet man den Film vom Gefühl her eher als unangenehm und negativ. Da ist die langsame Entwicklung zu Beginn auch nicht gerade förderlich für den Kinogenuß. Wer sich jedoch auf die Situation der Figuren einlassen kann, wird ins Grübeln kommen und den Film genießen können. Doch wem Ruhm und Ehre nicht so wichtig sind, läuft große Gefahr, den Film eher langweilig zu finden und als Unbeteiligter zu erleben