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Wie man auf eine anspruchsvolle Charakterstudie eine hirnlose Zerstörungsorgie folgen lässt beweist dieser Film auf eindrucksvolle Art und Weise. Aus den Augen eines Trashfans betrachtet, kann man zwar durchaus gut unterhalten werden, jedoch vermisst das restliche Publikum den fehlenden Anspruch schmerzlichst.
Rambo 2 - Der Auftrag gehört definitiv zur Kategorie "Filme, die die Menschheit nicht braucht". Der Vorgänger war großartig und hatte einen perfekten Abschluss gefunden. Doch da man kommerziell erfolgreiche Filme ausschlachten muss, hat man sich auch in diesem Falle um eine Fortsetzung bemüht, die an der Kasse zwar den Vorgänger schlagen konnte, ihm qualitativ jedoch um Längen unterlegen ist.
In einem Straflager büßt Vietnamveteran John Rambo für seine Verbrechen aus Teil 1. Als jedoch sein ehemaliger Vorgesetzter Col. Trautman vor Ort erscheint und ihm Hafterlass gegen einen weiteren riskanten Einsatz anbietet, ist Rambo sofort dabei. So soll er im Kriegsgebiet den Feind erkunden und stellt entsetzt fest, dass dieser Kriegsgefangene auf brutalste Art und Weise misshandelt.
Obwohl Sylvester Stallone wieder am Drehbuch beteiligt war und mit Aliens - Die Rückkehr-Regisseur James Cameron namhafte Verstärkung hatte, versagt selbiges auf ganzer Linie. Zwar sind zu Beginn noch ein paar gute Ansätze vorhanden, doch schnell wird dem Zuschauer klar, dass man meilenweit von der Charakterstudie des Vorgängers entfernt ist und das Augenmerk auf Actiontrash gelegt wurde. So wurde aus der tragischen Figur des John Rambo eine Comicfigur die eine Zerstörungsorgie entfacht, die ihres Gleichen sucht.
Doch zugegebenermaßen kann dies, sofern man sich einmal damit abgefunden hat, teilweise durchaus für Unterhaltung sorgen, zumal wenigstens ab und an noch ein Funken des Vorgängers erkennbar ist. Regisseur George P. Cosmatos setzt hingegen wie in seinem anderen Stallonevehikel Die City - Cobra auf plumpe Action ohne Rücksicht auf Verluste, die aber immerhin bei den Trashfans die Herzen höher schlagen lässt.
Darstellerisch ist den Schauspielern bei den eindimensionalen Charakteren nur wenig abzuverlangen, so bekommen die Garanten des ersten Teiles Stallone und Richard Crenna nie wirklich Gelegenheit ihre Darbietung aus dem Vorgänger zu wiederholen, geschweige denn sich gegen die andauernde Zerstörungsorgie durchzusetzen.
Dass Rambo 2 - Der Auftrag immerhin noch ganz nett anzuschauen ist, liegt vor allen daran, dass er optisch immer noch zu überzeugen weiß und man, wenn man den Film mit den richtigen Augen betrachtet, durchaus Spaß haben kann. Wer jedoch ein ähnliches Kaliber wie den Vorgänger erwartet, wird vollkommen enttäuscht werden. |