MovieMaze-Home
NewsFilmeChartsStarsTrailerWallpaperPosterForumSpecialsSuche
filmarchivaktuell im kinovier wochen vorschaucoming soonpodcastsuche

  
 Poster zu Juno vergrößern

Film-Seite zu Juno
Trailer zu Juno
Poster zu Juno
Offizielle Seite
Deutsche offizielle Seite
Charts-Statistiken zu Juno
PDF zu Juno
Forum-Topic zu Juno

Juno

(Juno, 2007)

Dt.Start: 20. März 2008 Premiere: 01. September 2007 (Festival, USA)
FSK: ab 6 Genre: Komödie, Drama
Länge: 96 min Land: USA
Darsteller: Ellen Page (Juno MacGuff), Michael Cera (Paulie Bleeker), Jennifer Garner (Vanessa Lorring), Olivia Thirlby (Leah), Jason Bateman (Mark Loring), Allison Janney (Bren MacGuff), Daniel Clark (Steve Rendazo), Valerie Tian (Pershanti)
Regie: Jason Reitman
Drehbuch: Diablo Cody


Inhalt

Die 16-jährige Juno wird von ihrem Klassenkameraden Paulie ungewollt schwanger und steht nun vor einer schwierigen Entscheidung. Dank der Unterstützung ihrer Eltern und ihrer besten Freundin Leah wird ihre jedoch schnell klar, dass sie das Kind zur Adoption freigeben wird. Dafür scheint keiner besser geeignet als das Ehepaar Loring, das seit Jahren auf eine Adoption wartet und ein perfektes Leben führt. Während der Monate der Schwangerschaft lernt Juno die Adoptiveltern besser kennen und muss dabei feststellen, dass nicht alles so ist, wie es scheint.
Shopping-Box
DVDs zu Juno Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Juno Poster & Merchandise
zum Film
Juno bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Juno bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film


Kritik

Juno hat eine Wertung von 90%
Ein schwangerer Teenager entscheidet sich, das Baby zur Adoption frei zugeben. Allerdings erweisen sich die ausgewählten Adoptiveltern als ebenso überfordert wie sie. Jason Reitman legt mit der beschwingten Teenagerkomödie Juno eine feinsinnige Satire auf gesellschaftliche Konventionen vor, die vor nichts zurückschreckt.

Bild aus Juno Mit Sideways und Little Miss Sunshine eroberten in den letzten Jahren kleine, bissige Außenseiter-Komödien die Herzen der Academy und der Kinogänger. In diese Reihe stellt sich Jason Reitmans zweite Regiearbeit Juno, die mit 4 Nominierungen und letztlich dem Drehbuch-Oscar für Diablo Cody belohnt wurde. Reitman, Sohn von Komödien-Spezialist Ivan, hatte bereits bei seinem umjubelten Thank You For Smoking-Debüt seine Klasse angedeutet. In der Teenkomödie Juno legt er in punkto ätzender Satire-Unterhaltung noch eine Schippe drauf. Seine Geschichte vom ersten Sex mit Folgen ist keine der üblichen Genresatiren und auch keine Antwort auf die Apatow-Komödie Beim Ersten Mal. Mit lakonischem Unterton folgt Reitman vielmehr der Strategie einer Umkehrung der Konventionen, wie man sie auch bei den bereits genannten Oscar-Komödien oder der diesjährigen Konkurrenz Lars und die Frauen findet. Diese mit märchenhaften Zügen getarnte Gesellschaftskritik funktioniert nicht nur wegen seiner sensiblen Inszenierung und seiner herausragenden Darsteller (allen voran natürlich Ellen Page in der Titelrolle). Sie ist vor allem das Produkt eines hinreißenden Drehbuches mit den besten Dialogen und Wortwitzen des Filmjahres. Kurz, den Oscar hat sich das Werk redlich verdient.

An einem frühen Herbstmorgen schlendert die 16-jährige, altkluge Juno (Ellen Page) durch die Rasenlandschaft einer provinziellen Wohnsiedlung und erfreut sich am Mobiliar einer Sperrmüll-Aktion. Sie brütet über dem Problem, dass sie ihren Kumpel Paulie (Michael Superbad Cera) zum Sex überredet hat und nun schwanger ist. Da der unbeholfene Paulie eher überfordert als eine Hilfe ist und sie selbst noch nicht einmal die Highschool beendet hat, muss sie eine Entscheidung für ihr eigenes Leben und das in ihrem Bauch treffen. In mutiger Vorwärtsverteidigung zieht sie ihre Eltern (J.K. Simmons, Allison Janney) ins Vertrauen und beschließt, das Kind auszutragen, um es zur Adoption freizugeben. Also wählt sie die scheinbar perfekten Eltern für ihr Baby aus: Vanessa (Jennifer Garner) und Mark (Jason Bateman), ein wohl situiertes Pärchen, denen zum perfekten Glück nur noch das Kind fehlt. Allerdings steuern die beiden nach näherer Bekanntschaft immer mehr in die Krise. Businessfrau Vanessa lernt mühsam das Muttergefühl kennen und Jingle-Komponist Mark rutscht durch die Freundschaft mit Juno in die Sinnkrise. Er glaubt, seine Jugend und Musikkarriere verloren zu haben. Nun hat die hochschwangere Juno nicht nur für sich, das Baby und Paulie zu entscheiden, sondern auch noch für die zukünftigen Eltern. Was man zum Wohl der Kinder nicht alles tut!

Abgeklärte Unbedarftheit, jugendliche Unsicherheit und hinreißende Sprüche machen Juno zu einer Figur, deren sympathische Faszination lange nachwirkt. Reitman beobachtet einmal mehr mit zärtlicher Genauigkeit seine Charaktere und ihre Schwächen durch die Augen einer Hauptfigur, die mit einer unkonventionellen Perspektive offen und erfrischend auf die Welt blickt. Schon Pressereferent Nick Naylor (Thank You For Smoking) war ein Ausbund an Selbstsicherheit, doch Teenager Juno wirkt phasenweise erwachsener als jede andere Figur und das, ohne dabei unrealistisch zu werden. An ihr halten sich alle anderen Charaktere fest, wenn Reitman unwiderstehlich eine Schicht Moralvorstellungen nach der anderen abträgt. So schält er in schrägen Situationen und einem kontinuierlichen Schauer aus grandios-schlagfertigen Dialogen die Vernunft als Essenz des gesellschaftlichen Umgangs heraus. Da kriegen Abtreibungsgegner ebenso ihr Fett weg wie religiöse Eiferer. Auch verkniffene Moralhüter werden verbal und visuell ins Abseits gestellt. Reitman und Autorin Diablo bleiben immer auf Junos Seite. So erheben sich zwar Einsprüche, aber ohne Chancen auf Erfolg. Dieser idealistische Touch, der in Lars und die Frauen bis ins Märchenhafte ausgedehnt wird, findet in der nachvollziehbaren, emotionalen Entwicklung aller Figuren ein kongeniales Parallelthema. Wenn am Ende Juno wieder ganz Teenager sein darf und ihre Haltung sowohl Paulie als auch Vanessa und Mark verändert hat, gewinnt Reitmans smarte und freche Unterhaltung der Teenkomödie wie einst American Beauty eine gänzlich neue Seite ab. Dass solch satirisch-kritische Unterhaltung durchaus ankommt, demonstriert das erstaunliche Boxoffice-Einspielergebnis von über $125 Mio. - eine erkleckliche Summe für eine kleine "Indie"-Produktion.

von Harald Witz


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Unterwegs mit Jungs
Dt. Start: 07. März 2002
Vorschlag entfernen
Thank You For Smoking
Dt. Start: 31. Aug 2006
Vorschlag entfernen
Palindrome
Dt. Start: 14. Apr 2005
Vorschlag entfernen
Blind Dating
Dt. Start: nicht bekannt
Vorschlag entfernen
Leroy
Dt. Start: 27. Sep 2007
Vorschlag entfernen
 

© 2010 MovieMaze.de