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Die Schwester der Königin(The Other Boleyn Girl, 2008)
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06. März 2008 DVD: 10. Juli 2008
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Premiere: |
29. Februar 2008 (USA) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
115 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Natalie Portman (Anne Boleyn), Scarlett Johansson (Mary Boleyn), Eric Bana (King Henry VIII), Jim Sturgess (George Boleyn), Mark Rylance (Sir Thomas Boleyn), Kristin Scott Thomas (Lady Elizabeth Boleyn), David Morrissey (The Duke of Norfolk), Benedict Cumberbatch (William Carey), Oliver Coleman (Henry Percy), Ana Torrent (Katharine of Aragon), Eddie Redmayne (William Stafford), Tiffany Freisberg (Mary Talbot), Juno Temple (Jane Parker) |
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Regie:
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Justin Chadwick |
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Drehbuch:
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Peter Morgan |
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 Inhalt
Die ungleichen Schwestern Anne und Mary Boleyn kämpfen im frühen 16. Jahrhundert um die Gunst von Henry VIII, König von England - jede aus ihrem ganz persönlichen Beweggrund. Während das Land auf einen dramatischen religiösen Umbruch zusteuert, geraten die beiden Schwestern immer tiefer in einen emotionalen Strudel voller Intrigen und Verführung, in dem beide trickreich versuchen, das Herz des Monarchen zu erobern. Zunächst scheint Mary die besseren Karten im Spiel der Liebe zu haben, doch als eine komplizierte Schwangerschaft sie schwächt, wendet sich das Blatt zu Gunsten von Anne... |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Daniel Bund
Macht, Liebe, Rivalität, Intrigen - das sind die Ingredienzien von Die Schwester der Königin. Natalie Portman und Scarlett Johansson lassen sich als Geschwisterpaar Anne und Mary Boleyn auf ein emotionales Duell um die Zuneigung des Königs von England ein, jede aus ihrem persönlichen Beweggrund: Anne treibt ihr Ehrgeiz an, Mary die aufrichtige Liebe zu Henry VIII Justin Chadwick gelingt ein unterhaltsames, psychologisches Drama vor historischem Hintergrund, das nur zum Ende hin etwas hektisch wird.
Zum Portfolio von Autor Peter Morgan, der das Drehbuch zu Die Schwester der Königin basierend auf der Romanvorlage von Philippa Gregory schrieb, zählen auch die Screenplays von Der Letzte König von Schottland und Die Queen, die beide Anfang 2007 in den Kinos liefen. Morgans Lieblingsthema scheint das psychologisch zerrissene Innenleben einflussreicher politischer Machthaber zu sein. Auch der neueste Entwurf zwiegespaltener Seelenleben gelingt ohne größere Fehltritte. In der heutigen Zeit werden Inhaber politischer Schlüsselpositionen durch Medienvermittlung hauptsächlich als Ereignis-Produzenten ohne relevante private Dimension wahrgenommen, was eine Vereinfachung komplexer Zusammenhänge darstellt. Das "Außen" der erkennbaren, den welthistorischen Verlauf prägenden Handlungen ist eben nur die halbe Wahrheit ohne das "Innen" des handelnden Menschen. Dass die (inter-)national Verantwortlichen nicht ausschließlich das Gemeinwohl im Auge haben, sondern auch von ganz persönlichen Interessen getrieben werden, scheint kaum bezweifelbar. Die exakte Natur dieser Motivationen bleibt aber in der Regel ein Geheimnis des einzelnen Menschen. Umso faszinierender kann die spekulative Nachzeichnung ausfallen.
Johansson und Portman spielen die Schwestern Mary bzw. Anne Boleyn, die eine zurückhaltend, bescheiden und auf der Suche nach dem kleinen Glück des Lebens, die andere kokett und ambitioniert, in ihrer Zielstrebigkeit aber manchmal zu hitzköpfig, als dass ihr das Durchsetzungsvermögen zum Vorteil gereichen könnte. Angestachelt von ihrem machtsüchtigen Onkel, dem Duke of Norfolk (herrlich ätzend gespielt von David Morrissey), wühlt sich Anne berechnend und scheinbar unaufhaltsam durch die Mittelmäßigkeit ihres Daseins nach oben, zur Macht, zum Einfluss auf den König, vorbei an moralischen Bedenken und vorbei an ihrer Schwester, die eine ehrliche Liebe für Henry VIII empfindet und ein Kind von ihm erwartet. Beide Schauspielerinnen tragen gleichermaßen zu einem glaubwürdigen und vielgestaltigen Rivalinnen- und Geschwisterverhältnis bei, dessen dunkle Momente rücksichtslosen Egoismus hervorbringen, das aber auch Phasen bedingungsloser Unterstützung kennt.
Wurde das Verhalten von Elizabeth II in Die Queen von ihrer tief verwurzelten Traditionsverbundenheit bestimmt und Idi Amin in Der Letzte König von Schottland als psychopathischer Diktator mit charismatischer Maske gezeichnet, erscheint Henry der VIII hier als Sklave seiner amourösen Leidenschaften. Er schwankt zwischen zunächst zärtlicher Liebe zu Mary und überbordender erotischer Begierde Richtung Anne. Eric Bana bringt den feinfühligen Liebhaber ebenso überzeugend auf die Leinwand wie den Testosteron gesteuerten Primitivling, der um seines privaten Glückes willen sogar die Verbindung Englands zum Vatikan kappt und damit das kulturelle Schicksal des Landes entscheidend prägt.
Chadwicks Regie konzentriert sich auf die Charaktere und feiert keine optischen Opulenz-Orgien, wobei der Film dennoch sehr schön anzusehen ist und die Atmosphäre des 16. Jahrhunderts vor allem durch die von Sandy Powell ausgezeichnet gewählten Kostüme transportiert. Das Hauptaugenmerk gilt der Dreierkonstellation Mary, Anne und Henry sowie dem Ränkespiel am königlichen Hof. Auf weiträumig ausufernde historische Gemälde wird verzichtet. Zum Ende hin wirkt Die Schwester der Königin leider etwas gehetzt, wenn Ereignisse schlagartig hintereinander montiert werden, um die Handlung unter geänderten Vorzeichen einem dramatischen Finale zuzuführen. Dank des schön gestalteten ersten Teils und der spannenden Figuren kann man über diesen Lapsus jedoch hinwegsehen und sich für zwei unterhaltsame Stunden in die angelsächsische Vergangenheit versetzen lassen.  Weitere interessante Filme
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