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Die rote Zora

(Die rote Zora, 2008)

Dt.Start: 24. Januar 2008
DVD: 21. August 2008
Premiere: 24. Januar 2008 (Deutschland)
FSK: ab 6 Genre: Familie
Länge: 99 min Land: Deutschland
Darsteller: Linn Reusse (Zora), Jakob Knoblauch (Branko), David Berton (Duro), Pascal Andres (Nicola), Woody Mues (Pavle), Mario Adorf (Gorian), Ben Becker (Karaman), Dominique Horwitz (Ivenkovic), Hilmi Sözer (Begovic), Moritz Grabbe (Stjepan), Badasar Calbiyik (Dordevic), Nora Quest (Zlata), Jannik Werner (Ivekovics Sohn), Jan Jakob Müller (Karamans Sohn), Iris Minich (Anka)
Regie: Peter Kahane
Drehbuch: Christian Zübert, Ronald Kruschak, Peter Kahane


Inhalt

In den 30er Jahren verstirbt die Mutter des zwölfjährigen Branko und so macht sich der Junge an der kroatischen Küste auf die Suche nach seinem Vater. Auf seiner Reise lernt er die geheimnisvolle und rothaarige Zora kennenlernt, die gerne mit der Obrigkeit ihre Späßchen treibt. Aufgrund dessen ist sie sowohl dem Bürgermeister als auch dem Fischgroßhändler Karaman ein Dorn im Auge. Der alte Fischer Gorian ist der einzige, der Verständnis für Zora und ihre Jungs zeigt. Als der Großhändler den alten Fischer dazu drängt, sein kleines Geschäft zu verkaufen stellt sich Zoras Bande auf die Seite des alten Mannes und beginnt mit dem Kampf gegen die Mächtigen der Stadt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die rote Zora hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 74%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Die rote Zora hat eine Wertung von 74%
Ein Halbwaise sucht seinen Vater und trifft auf die Bande der roten Zora, die ebenfalls alle ohne Eltern sind. Die liegen im Clinch mit den Mächtigen eines idyllischen Fischerstädtchens an der kroatischen Adria Anfang der 30er Jahre. Peter Kahane verfilmt Kurt Helds Kinderbuchklassiker Die rote Zora als leichte Unterhaltung für die große Leinwand und setzt die erfolgreiche Tradition deutscher Kinderfilme sehenswert fort.

Bild aus Die rote Zora In den seligen Siebzigern hingen die Kinder Sonntags mittags gebannt vor dem Fernseher, weil in der ARD die 13 Abenteuer der Roten Zora liefen. Kurt Helds Kinderbuchklassiker von 1941 hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren, denn angesichts des grassierenden Neoliberalismus wirkt seine idealistische Botschaft vom Kampf um soziale Gerechtigkeit geradezu wohltuend.

Peter Kahane und seine Koautoren Christian Zübert sowie Ronald Kruschak übernahmen die Aufgabe einer Kinoadaption des Stoffes. Dabei bemühen sie sich sehr um den Geist der Vorlage, auch wenn sie stark auf Slapstick setzen und einer kindgerechter Umsetzung den Vorzug geben. Herausgekommen ist einmal mehr eine kommerzielle Kinderunterhaltung, die dank großer Qualität in allen Bereichen zur erstaunlichen bundesdeutschen Kinderfilmtradition beiträgt.

Die kroatische Adria in den Dreißiger Jahren: Nach dem Tod der Mutter bricht der 12-jährige Branko (Jakob Knoblauch) auf, um an der Küste seinen Vater zu finden. So lernt er in einem kleinen Hafenstädtchen die etwas ältere Zora (Linn Reusse) kennen. Ihre Familie sind die "tapferen Uskoken", eine Bande von Waisenkindern, die stehlen, um überleben zu können. Sie sind der Schrecken der guten Bürger des Städtchen und natürlich der arroganten Gymnasiasten, mit denen sie immerzu im Clinch liegen. Der arrogante Bürgermeister Ivekovic (Dominique Horwitz) würde die Übeltäterin und ihre Freunde gerne hinter Gitter sehen, den sie stören das Stadtbild und den wirtschaftlichen Erfolg, der mit dem reichen Händler Karaman (Ben Becker) gekommen ist. Der will die Kontrolle über die Fischerei erlangen und nur die fischreiche Bucht des alten Gorian (Mario Adorf) fehlt noch zu seiner unumschränkten Herrschaft. Der will aber weder für Karaman arbeiten noch seinen Grund verkaufen. Dafür sympatisiert er mit der roten Zora und ihrer Bande, denen es immer wieder gelingt, den Dorfpolizisten (Hilmi Sözer, Moritz Grabbe) eine Nase zu drehen. Nur mit einem kommen die Uskogen nicht klar: mit ihren Gefühlen. Branko schwärmt nämlich für die musizierende Tochter des Bürgermeisters (Iris Minich). Damit weckt er Eifersucht bei schwärmerischen Zora, was wiederum bei ihren altgedienten Freunden auf Unbehagen stößt...

Abenteuer, Intrigen, Slapstick, nosthalgische Adria-Idylle und erste Liebesgefühle - Die rote Zora schlägt erfolgreich in dieselbe Kerbe wie die Die Wilden Hühner oder Die drei ??? und das Geheimnis der Geisterinsel. Sie alle wenden sich an ein Publikum zwischen 6 und 15 Jahren und erstaunen mit hoher Produktionsqualität und der Tatsache, dass die Macher den Stoff ebenso ernst nehmen wie ihr Publikum. Entsprechend sind Liebeleien und Eifersüchteleien spielerisch, drängen Slapstickartige Eskapaden wie eine heitere Fischschlacht in bester Asterix-Manier in den Vordergrund, werden dramatische Momente behutsam entschärft oder später erklärt (wie der Tod von Karamans Dogge, die in den Outtakes wieder quietschlebendig wird).

Mag Die rote Zora auch etwas kommerzieller und leichter als die anderen Filme sein, so illustriert dies nur den seit einigen Jahren beobachtbaren Qualitätsschub im deutschen Kino - der eben vor allem im Kinderfilm gut zu beobachten ist. Kahane und sein Team schweißen jedenfalls ein lustvolles, zart verklärendes Unterhaltungspaket, das anders als die Konkurrenz von Übersee noch auf kindgerechten Sehweisen Rücksicht nimmt und sich nicht an Effekten oder hyperdramatischen Wendungen berauscht. Auch wenn Die rote Zora einige Standards bemüht, so machen die zugkräftigen Stars wie Mario Adorf, Ben Becker oder Dominique Horwitz daraus immer noch sehenswertes Schauspiel. Das Werk wird wohl schnell neue Fans der mutigen Zora rekrutieren und an der Kinokasse für Furore sorgen wird.



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