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Vielleicht, vielleicht auch nicht

(Definitely, Maybe, 2008)

Dt.Start: 27. März 2008 Premiere: 08. Februar 2008 (UK)
FSK: o.A. Genre: Komödie, Romanze
Länge: 112 min Land: USA
Darsteller: Ryan Reynolds (Will Hayes), Rachel Weisz (Summer Hartley), Isla Fisher (April), Derek Luke (Russell McCormack), Abigail Breslin (Maya Hayes), Elizabeth Banks (Emily), Kevin Kline (Hampton Roth)
Regie: Adam Brooks
Drehbuch: Adam Brooks


Inhalt

Die zehnjährige Maya durchlebt die Scheidung ihrer Eltern und will von ihrem Vater Will wissen, wie er ihre Mutter kennen gelernt hat. Will erinnert sich an die Vergangenheit und erzählt von seiner Zeit als idealistischer New Yorker Nachwuchspolitiker und seinen Beziehungen zu drei völlig verschiedenen Frauen. Will durchlebt noch einmal diesen Lebensabschnitt und stellt seiner Tochter während der Erzählung die Aufgabe, zu erraten, welche der drei Frauen er geheiratet hat. Um es der Tochter nicht zu leicht zu machen verändert der Vater dabei die Namen der Frauen und einige Fakten. Während Maya versteht, dass Liebe ziemlich kompliziert sein kann, wird ihrem Vater klar, dass es möglicherweise noch ein glückliches Ende geben kann.
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Kritik

Vielleicht, vielleicht auch nicht hat eine Wertung von 65%
Ein Vater erklärt seiner Tochter, warum er sich von der Mutter scheiden lässt, indem er ihr sein kompliziertes Liebesleben als Rätsel erzählt. Von den frühen Neunzigern bis heute reicht die illustre Entdeckungsreise in Sachen Liebe. Adam Brooks variiert in der Romantikkomödie die üblichen Verwicklungen durch ein Spiel. Ryan Reynolds, Rachel Weisz, Elizabeth Banks, Isla Fisher und die kleine Abigail Breslin sorgen hier für erwachsene Märchenunterhaltung.

Bild aus Vielleicht, vielleicht auch nicht Es ist schon erstaunlich, wie viele Variationen es für das einfache Konzept von "Mann trifft Frau und sie verlieben sich" gibt. Nachdem zuletzt der Tod recht populär war (siehe P.S. Ich Liebe Dich oder Lieben und Lassen), fügt Adam Brooks (Regie, Drehbuch) nun den "Rätsel"-Modus zum schier unerschöpflichen Fundus an Verkupplungsmöglichkeiten hinzu.

Der Mittdreißiger Will Hayes (Ryan Reynolds) lebt gerade in Scheidung und gerät in die Zwickmühle, als seine naseweise 10-jährige Tochter Maya (Abigail Breslin, Little Miss Sunshine) ihn nach seinem Liebesleben fragt. Will erklärt die Kompliziertheit zwischenmenschlicher Zuneigungen mit einem Spiel. Er berichtet ihr von allen Frauen, in die er je verliebt war, ohne die richtigen Namen zu nennen und Abigail soll erraten, welche der Verflossenen ihre Mutter ist. Die 16 Jahre umspannende Zeitreise von den frühen Neunziger Jahren bis in die Gegenwart beginnt mit Wills schwerem Abschied von der Provinz und seiner College-Liebe Emily (Elizabeth Banks), als er im New Yorker Wahlkampf-Büro von Bill Clinton einen Job antritt. Dort lernt er nicht nur das Stadtleben und seinen Kumpel Russell McCormack (Derek Luke) kennen, sondern auch die wählerische April (Isla Fisher), mit der er zunächst eine platonische Freundschaft pflegt. April mischt den zurückhaltenden Will erst richtig "stadtreif" auf, so dass er den Kopf bald für eine neue Frau frei hat: die selbstbewusste Journalistin Summer Hartley (Rachel Weisz). Die lebt zwar mit ihrem rumpeligen Professor Hampton Roth (Kevin Kline) zusammen, aber so etwas stört keinen großen Geist. Und weil man sich im Leben immer öfter trifft, bleibt es bei Will nicht bei singulären Beziehungsereignissen.

Wirklich schwer macht es Adam Brooks seinen Zuschauern mit dem Rätselraten nicht. Aber das ist im weiteren Verlauf der gut ausbalancierten Komödie auch nicht wichtig. Brooks vermag dem "Liebesleben" seines Protagonisten viele unterhaltsame Aspekte, Überraschungen und Wendungen zu entlocken. Diese drängen das Ratespiel bald sanft in den Hintergrund. Das wohl gestaltete Konzept der Komödie wird durch viele kleine Motive garniert, die man getrost als das Salz in der Suppe bezeichnen darf. So sorgt das pittoreske Polit-Thema immer wieder für Höhepunkte, erwachsen aus der Suche nach einem bestimmten Exemplar von Charlotte Brontes "Jane Eyre" zarte Emotionen und verwebt sich Wills langsames "Erwachsenwerden" mit der komplizierten Suche nach Mrs. Right.

Mit listiger Absicht lässt die Komödie Geradlinigkeit vermissen. Trotz eines Kinder-Gegenparts bleibt die Komödie erwachsen und schreckt nicht vor Komplikationen, schwereren Themen oder gar Sex zurück. Allerdings zieht Brooks die Leichtigkeit dem Tiefgang vor. Aber das war bei einer Romantikkomödie mit dem TitelVielleicht, vielleicht auch nicht nicht anders zu erwarten.

Die vornehmlich weiblichen Fans des Genres können sich auf eine erfrischende, kommerzielle Liebeskomödie freuen, die mutig auf klebrig-süße Schmachtereien verzichtet und in seinen besten Momenten so etwas wie ironisierte Beziehungsrealitäten andeutet. Mit einem Einspielergebnis von knapp $ 30 Mio. wurde die Komödie in den USA ein wenig unter Wert geschlagen. Aber vielleicht bringt ihm das nachdenklichere deutsche Publikum mehr Sympathie entgegen.

von Harald Witz


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